Braunarlspitze (2649m)


Publiziert von Tef Pro , 6. August 2008 um 20:59.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Lechquellengebirge
Tour Datum: 3 August 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:Schröcken- Fellealpe - Fürggele - Braunarlspitze - Butzensee - Fellealpe- Schröcken
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Tiroler Seite über den Hochtannbergpass, von Seiten Bregenz über Schopenau. Parkplatz in Schröcken bei der Kirche
Kartennummer:Kompass Nr. 3

Da stellt man sich den Wecker, weil es ja wolkenlos sein soll und man früh los will, und was  sieht man, wenn man aus dem Fenster schaut: grau in grau. "Wird wohl Nebel sein" denkt man sich, steht auf und macht Frühstück. Während des Müsliessens kommen erste ernsthafte Zweifel: die Webcams auf ORF zeigen alle ähnliche Bilder und warum sind draußen die Dächer nur so feucht? - Tatsächlich, es regnet! Wir tun das einzig vernünftige und legen uns nochmal eine Runde schlafen.
Es hört wirklich auf und als wir später dann aufbrechen, zeigen sich erste Lücken am Himmel.

Der erste Teil unserer heutigen Tour entspricht genau der gestrigen ( --> Hochkünzelspitze).
Kurz zusammengefasst: über die Fellealpe gehen wir auf wegen des Regens sehr rutschigen Pfaden oberhalb des Fellbachtales zur Hochgletscher Alpe und biegen wieder rechts ab hinauf zum Fürggele - Sattel.
Hier gingen wir gestern geradeaus weiter, heute biegen wir links (Süd) ab auf den Weimarer Steig. Mittlerweile kam die Sonne mehr und mehr zum Zuge.

Der Weimarer Steig führt am langgestreckten Nordgrat auf den Gipfel. Meist ist dieser recht breit, nur manchmal etwas schmäler. Generell ist er nicht schwer, nur ab und zu muß man mal die Hände zu Hilfe nehmen, zwei schräge Platten können jedoch bei Nässe oder Eis gefährlich werden. Dass er in eingen Karten als Klettersteig verzeichnet ist, ist ein Witz.
So erklimmen wir über Stein, Geröll und einigen harmlosen Schneefeldern die mächtige Braunarlspitze.
Die Sicht in nördliche Richtung war mittlerweile ganz passabel, nur Richtung Süden noch bescheiden. Immerhin sahen wir dei Rote Wand und den einen oder anderen Gipfel des Rätikon und Silvretta.

Nach der Gipfelpause stiegen wir über die Südseite ab. Dabei geht recht steil in die Felsflanke mit viel Geröll und leichter Kletterei im festen Fels (I). Nach einer letzten Felsstufe kommt man in die Schuttflanke, wo der Pfad in Serpentinen bergab führt.

Sofern man wie wir nach Osten will, kann man, noch ehe man den Thomas Praßler Steig erreicht, einer schmalen Pfadspur nach links folgen und stößt bald auf den Hauptweg.
Dieser führt nun wieder leicht bergan, quert zwischendurch ein harmloses Schneefeld, bis zum Butzensattel. Von hier hat man einen wunderschönen Blick zur Mohnenfluh und hinab zum Butzensee. Doch es ist noch ein Stückchen bis dorthin.
Erst geht es in Serpentinen bergab, dann nähert man sich dem See durch gletschergeschliffenes Hügelland. Der See liegt so schön, dass man gar nicht mehr weg will und lange pausieren könnte, vor allem weil es mittlerweile vollends ein sonniger Tag geworden war. Übrigens ist der Butzensee biologisch tod, da er zu lange im Jahr von Schnee und Eis bedeckt ist. Schön ausschaun tut er trotzdem.

Vom See führt ein interessanter Weg hinab zur Hochgletscher Alpe, der Geislinger Steig. Er schaut von unten wild aus, so als ob man sich immer am Abgrund bewegt, aber er stellt (außer bei Schnee und Eis) keine unüberwindbaren Probleme dar. Landschaftlich ist er abolut empfehlenswert, vor allem wegen der Tiefblicke auf den Wasserfall.
Vom See kommend wird eine Steilstufe mit leichter Kletterei (I) überwunden, dann werden die Gras-Schrofenhänge zwar steiler, der Abgrund bleibt jedoch in einiger Distanz zum Pfad. Schließlich geht es in eine Rinne, die auch von einem kleinen Bach benützt wird und man etwas aufpassen muß, um nicht auszurutschen, dann biegt man links um eine Felsnase. Hier geht es rechts durchaus steil nach unten, aber der schmale Pfad ist gut versichert. Zum Schluß gehts in Serpentinen einen erosionsgefährdeten Wiesenhang hinunter zur Hochgletscher Alpe, wo sich unser Rundweg schließt.

Auf dem Abstieg kann man in der Felleralpe noch leckeren Bergkäse kaufen, auch gibt es frische Milch - ein Genuß!

Alles in allem eine geniale Rundtour, die unterschiedlichste Eindrücke bietet.

Tourengänger: Tef

Galerie


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Kommentare (1)


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Felix Pro hat gesagt: sehr schön gemacht!
Gesendet am 8. September 2011 um 07:30
Nachdem wir die Braunarlspitze vor kurzem aus relativer Nähe betrachtet haben, haben wir sie in unser Programm aufgenommen - dein Bericht wird uns dannzumal hilfreich sein.

lg Felix


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