Madom Gröss 2741 m - Trümmerburg hoch über dem Verzascatal


Publiziert von Ivo66 Pro , 17. August 2012 um 20:04.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:17 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Madöm Gross 
Zeitbedarf: 7:45
Aufstieg: 1860 m
Abstieg: 1860 m
Strecke:Frasco - Refugio Costa - Alpe della Costa - P. 2379 m - Südflanke - Südostgrat - Madom Gröss
Kartennummer:1:25'000 - Blätter "Maggia" und "Campo Tencia"

Der Madom Gröss bildet Etappenort der alpinen Route Via Alta della Verzasca (VAV) und wird wohl vorwiegend im Verlaufe jener anspruchsvollen, mehrtägigen Bergtour erreicht bzw. überschritten. Der hauptsächlich aus zertrümmerten Granitplatten und Blöcken bestehende Berg kann aber auch als Tagestour von Frasco, dem zweithintersten Dorf im Verzascatal, verhältnismässig einfach erreicht werden. Allerdings gilt es dabei eine Höhendifferenz von immerhin 1860 m zu bewältigen und auf weiten Strecken oberhalb der Alpweiden kämpft man mit viel losem Schutt in den Bergflanken, weshalb man neben Trittsicherheit auch eine gute Kondition mitbringen sollte.

Der Aufstieg ist kurzweilig; stetig geht es bergaufwärts, aber nicht zu steil und immer wieder vorbei an hübschen Rusticis und verfallenden alten Steinhäusern, und ab und zu mit schönen Tiefblicken ins grüne Verzascatal und die wilden bewaldeten Flanken rundherum. Auf der Alpe della Costa betritt man eine riesige Alpterrasse, die wie ein Amphitheater das weitläufige Weidegelände abzuschliessen scheint. Giuseppe Brenna zählt diese zu den schönsten der Tessiner Alpen und das kann wohl keiner so gut beurteilen wie er. 

Das Wetter hielt sich auch heute - zum vierten Mal innert fünf Tagen - nicht an die noch am frühen Morgen getätigten Prognosen: Statt "vereinzelter Quellwolken" wurde bald einmal das ganze Verzascatal schon zeitig am Vormittag und vor allem alle Gipfelketten im weiten Umkreis von hartnäckigen Wolken eingehüllt. So wurde es im Gipfelbereich, bedingt durch den gleichzeitig aufkommenden Wind, derart frisch, dass sogar im Aufstieg die Jacken aus dem Rucksack genommen werden mussten. Dafür wurde es im Abstieg vom Refugio Alpe Costa hinunter nach Frasco praktisch mit jedem Schritt heisser und heisser. Kein Lüftchen mehr sorgte für Abkühlung und die Hitze blieb in den Bergflanken hängen. Das sind Kontraste, die es meist nur im Tessin gibt.

Routenbeschreibung:

Bitte beachten: Es bestehen neu blau-weisse Markierungen, welche auf eine günstigere Zustiegsmöglichkeit hinweisen. Siehe dazu der Kommentar zum Bericht von Bene unten. Vielen Dank für diese Ergänzung. 


Frasco - Refugio Alpe Costa (T2)

Von Frasco führt ein gut ausgebauter und markierter Bergwanderweg zur kleinen Hütte (Refugio Alpe Costa). Der Weg ist stellenweise in den steilen Bergflanken schmal.

Refugio Alpe Costa - Madom Gröss (T4+)

Man folgt von der Hütte für kurze Zeit dem weiss-blau-weiss markierten Weg Richtung Efra, verlässt ihn aber bereits bei den zerfallenen Hütten der Alpe della Costa zwischen den Ruinen hindurch. Man folgt dort den zum Teil riesigen roten Punkten und Strichen durch Geröll, quert auf einem Band weiter aufwärts und erreicht bald die riesige Alpterrassse, die der gesamten Bergkette des Madom Gröss folgt (immer wieder Steinmänner und die erwähnten roten Markierungen). Im Bereich von P. 2379 m steigt man genau in nördlicher Richtung über Geröll zu einer breiten Schwachstelle in den Felsen der Bergflanke des Madom Gröss auf. Ein grosser roter Punkt an den oberen Felsen rechterhand markiert den besten Durchstieg (rechts an der Markierung vorbei). Durch ein mit viel Schutt gefülltes Couloir steigt man mit ein, zwei Kletterschritten (I) durch dieses auf und erreicht bald weniger steiles, aber immer noch schuttiges und gerölliges Gelände. Man hält sich nach wie vor in nördlicher Richtung und erreicht den Südostgrat mit den weiss-blau-weissen Markierungen des VAV, welche zum Gipfel leiten.

Tourengänger: Ivo66, Lena

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Kommentare (6)


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Salerion hat gesagt: schön
Gesendet am 18. August 2012 um 09:33
die gegend ist wunderbar zum laufen, aber sehr streng---unsere erfahrung, die wir gemacht haben, war die, dass man zu sämtlichen zeitangaben auf den wanderwegweisen noch mindestenes 50% dazurechnen musste. so wurden aus 4 stunden 6 stunden. entsprechend wurden die tage immer sehr lange...jedoch in landschaftlich traumhafter umgebung.

schöne tour ivo und lena

lg heinz

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:schön
Gesendet am 19. August 2012 um 08:30
Hallo Heinz
Ja, die Zustiege im Verzascatal wollen verdient sein. Dafür sind wir in der ganzen Woche auf all den Touren keinem einzigen Menschen begegnet; einzelne Rusticobesitzer und zwei Ziegenhirten ausgenommen. Eine wilde, kaum zu übertreffende Berglandschaft...

LG Ivo

Salerion hat gesagt: RE:schön
Gesendet am 19. August 2012 um 09:29
das glaub ich dir gerne....wir waren von zwei jahren im val osura (das geht bei brione weg) in einem rustico in den ferien. lohnenswert ist auch der aufsteig zum monte zucchero.oder aber auch die wanderung zum lago starlaresc (ab brione).

lg heinz

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:schön
Gesendet am 19. August 2012 um 14:05
Im Val d'Osura waren wir auch schon. Eines der wilden, schönen Seitentäler. Es hat noch viele Tourenmöglichkeiten im Verzascatal...

LG Ivo

Bene hat gesagt:
Gesendet am 1. November 2014 um 21:29
Heute am 1.11.14 gegangen, zwei Anmerkungen von mir zu dieser Tour:

Ab dem Refugio della Costa, bzw den verfallenen Hütten etwas höher, ist der beschriebene Weg inzwischen blau-weiß-blau markiert( an den verfallenem Hütten Richtung "Cognora") , die roten Punkte sind großteils übermalt.

Da ich nach Rot gesucht habe, habe ich die bwb Markierungen im Aufstieg ignoriert und bin weglos zu P 2379 aufgestiegen. Von P 2379 bin ich dann wie oben geschrieben genau nördlich - man gelangt so über einen steilen Schotterhang zu einem Couloir in der Felswand, die aber schwierig und nicht ungefährlich zu durchsteigen war ( in der Rinne liegen viele große Felsbrocken, die nicht alle fest sind).

Im Abstieg habe ich dann schnell die bwb und die alten roten Markierungen gesehen und bin diesen diesmal auch gefolgt.

P 2379 berührt man dabei nicht, sondern bleibt geschätzt 500m westlich von diesem Punkt.

Also bitte nicht zu P 2379 und dann nördlich!


Ivo66 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. November 2014 um 07:19
Vielen Dank für diese Hinweise. Ich habe den Bericht bei der Routenbeschreibung gerne entsprechend ergänzt. Das Couloir ist in der Tat nicht ganz ohne... Blau-weisse Markierung hatte es bei unserer Begehung erst im Gipfelbereich (Als Teil der VAV).

Beste Grüsse
Ivo


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