Säntis 2502m


Publiziert von Bolivar Pro , 13. Juli 2012 um 15:58.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum: 7 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-AR   CH-SG   CH-SH   CH-ZH 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1250 m
Strecke:Schwägalp - Siebenhütten - Chamm - Dreihütten - Nasenlöcher - Hinter Öhrligrueb - P. 2130 - Rossegg - Blau Schnee - Girensattel - Säntis - Säntisbahn Stütze 2 - Tierwis - in den Schnüeren - Musfallen - Nettenfeld - Schwägalp; am Sonntag im Anschluss an die Tour besuchten wir den Rheinfall in Schaffhausen
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Wil - Wattwil - Neu St. Johann - Ennetbühl - Rietbad - Schwägalp
Unterkunftmöglichkeiten:Berggasthaus Alter Säntis
Kartennummer:1114 Nesslau + 1115 Säntis 1:25000

Als sich Ende April 2012 Besuch aus Deutschland ankündigte, war relativ schnell klar, dass es auf den allseits bekannten Säntis gehen würde. Der König des Alpstein und das Wahrzeichen der Ostschweiz bietet bei klarer Sicht Weitblicke in sechs verschiedene Länder und liegt dank seiner exponierten, nördlich vorgelagerten Lage nach Schartenhöhe (2021m) an zwölfter Stelle in den Alpen.

Leider hatten wir nur knapp 1.5 Tage zur Verfügung und so war angesichts der schlechten Wetterprognosen Anfang Woche nicht klar, ob wir die Wanderung an diesem Wochenende überhaupt durchführen konnten. Wir hätten zwar auch jede Menge andere Sachen unternehmen können, eine Absage der Bergtour wäre dann aber doch eine kleine Enttäuschung gewesen. Petrus war aber gutmütig und bescherte uns für den Samstag bestes Bergwanderwetter. Es war nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt und der Himmel öffnete seine Schleusen zum Glück erst am Sonntag. Doch alles der Reihe nach.

  Samstag 07.07.2012:
Nachdem ich meinen Besuch kurz vor Mittag am Flughafen in Zürich abholte, ging es mit dem Auto auf direktem Weg zur Schwägalp. Wir waren doch erstaunt, wie wenig Leute oben waren, immerhin haben wir Mitte Juli und somit beste Ferien- und Reisezeit. Die Wetterprognosen haben aber vermutlich doch den einen oder anderen Besucher davon abgehalten, in die Berge zu fahren.

Schnell hatten wir unsere Ausrüstung zusammen und so wanderten wir von der Schwägalp Richtung Siebenhütten zur Chammhaldenhütte, dann weiter über die Potersalp und leicht ansteigend zum Rasenrücken südlich oberhalb von Ober Borstböhl. Hier zweigten wir auf den als weiss-blau-weiss markierten Pfad ab, wo man in einigen Kehren über den immer steiler werdenden Grashang schnell an Höhe gewinnt. Auf gut 1700m erreicht man dann die Felsen und bald darauf werden auch die Stöcke verstaut. Über ein Rasenband gegen Südwesten querend erreicht man dann bald mal die Schlüsselstelle, eine mit Eisenstiften gangbar gemachte Platte. Ab dem unteren Ende der Hinter Öhrligrueb wird das Gelände auch wieder flacher und über Schutt, einige leichte Felsstufen und Rasen kommt man auf den Höch Niderisattel wo sich der Pfad mit dem vom Öhrlisattel herkommenden Säntisweg vereinigt. Gut markiert folgt man nun dem weiss-rot-weiss gekennzeichneten Wanderweg über die Karrenfelder und Rasenflecken der Rossegg. Hier waren wir doch erstaunt, wieviel Schnee noch auf dieser Höhe liegt. Über den Blauschnee stapfend führt die Route weiter und in einem letzten steilen Abschnitt direkt zum Girensattel unterhalb des Säntis. Zum Abschluss folgt die berühmt berüchtigte Himmelsleiter welche mit zahlreichen Tritten und Drahtseilen versehen ist und einfach zum Tunnel führt, durch welchen man anschliessend zu den verschiedenen Gipfelbauten gelangt. Nachdem wir auf dem menschenleeren Gipfel ein paar Fotos geschossen hatten, ging es zur Anmeldung in das alte Berggasthaus Alter Säntis wo wir uns köstlich verpflegten und im Matratzenlager die Nacht verbrachten.

Sonntag 08.07.2012:
Nach einer frühen Tagwache und einem kleinen Frühstück hatten wir eigentlich noch die Besteigung des Girenspitz oder eines weiteren nahen Zweitausender (z.B. Grauchopf oder Grenzchopf) geplant. Just als wir nach dem Abstieg von der Himmelsleiter beim Girensattel ankamen, kam eine regelrechte Nebelwalze von der Schwägalp hoch und bedeckte innert kürzester Zeit den Gipfelbereich vollständig. Die Sichtweite betrug nun max. 5-10 Meter und es fielen auch bereits die ersten Tropfen aus den Wolken. Somit verzichteten wir auf den Girenspitz und machten uns an den Abstieg. Unterdessen wurde der Regen immer stärker und als wir bei der Tierwies ankamen, waren wir auch schon komplett durchnässt 
und weichgespült. Wir verwarfen unsere Pläne noch weitere Gipfel zu besteigen und stiegen zügig, jedoch konzentriert über die Musfallen zur Schwägalp ab welche wir gegen 1100 Uhr wieder erreichten.

Nachdem wir die nassen Kleider gewechselt hatten, machten wir eine kurze Lagebesprechung und entschieden uns, auf dem Weg zum Flughafen noch den Rheinfall in Schaffhausen zu besuchen. Durch die Regenfälle und Schneeschmelze fliesst momentan extrem viel Wasser ab und der Wasserfall bietet ein wahrliches Spektakel. Unterdessen wieder bei Sonneschein und warmem Sommerwetter genossen wir das eindrückliche Naturschauspiel.

Zufrieden und müde machten wir uns nun auf den Weg zum Flughafen und träumten bereits wieder von weiteren Bergabenteuern.


Tourengänger: Bolivar, Flashman


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Kommentare (2)


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pboehi Pro hat gesagt: Öhrli
Gesendet am 14. Juli 2012 um 13:15
Hallo Bolivar - das nächste Mal noch das Öhrli einbauen, wenn Du schon die Nasenlöcherroute raufkommst, ist nicht anspruchsvoll und bietet einen weiteren Gipfel "en passant".

Bolivar Pro hat gesagt: RE:Öhrli
Gesendet am 16. Juli 2012 um 09:46
Hallo,
Das Öhrli habe ich vor gut 4 Jahren mal bestiegen und hat mir sehr gefallen. Wären wir zeitlich etwas besser dran gewesen, hätten wir den Gipfel sicher noch mitgenommen.
Beste Grüsse
Marc


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