Geierköpfe (2161 m) - mit Abstecher zum Kreuzspitzl


Publiziert von 83_Stefan , 6. Juli 2012 um 22:35.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum: 1 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   D 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1700 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Verbindungsstraße Graswang - Reutte. Am nordöstlichen Ufer des Plansees nahe des Campingplatzes parken.
Kartennummer:Bayerisches Landesamt für Vermessung und Geoinformation UK50/50: Werdenfelser Land - Ammergebirge.

Fährt man von Graswang in Richtung Plansee, so sticht einem die markante Nordwand der Geierköpfe ins Auge. Sofort wird der Wunsch wach werden, einmal von hoch droben die Wand herabzuschauen, tief hinunter ins Tal der jungen Linder. Das lässt sich auch arrangieren, denn die Besteigung der Geierköpfe ist für den trittsicheren und schwindelfreien Berggeher durchaus machbar. Jeder Gipfel des Trios hat einen eigenen Charakter: der westliche ist durch einen markierten Weg erreichbar und wird von einem großen Kreuz geziert, der mittlere ist der höchste und bietet einen phantastischen Rundblick und der östliche ist am einsamsten mit einem tollem Blick auf die Nordwand. Es bietet sich also eine Überschreitung der Geierköpfe an - und der Nimmermüde kann dann gleich noch das Kreuzspitzl mit dranhängen.

Start am Parkplatz am nördlichen Zipfel des Plansees (östlich von "Hotel Forelle"). In nördlicher Richtung folgt man einem Fahrweg, bis nach rechts der beschilderte Steig zum Westgipfel der Geierköpfe abzweigt. Auf ihm links eines Schuttstroms durch Wald bergauf. Der Steig quert einige Reißen und führt durch steiles Gelände hinauf, bis ein Plateau erreicht ist. Bald trifft der Steig auf den Weg, der über das Schönjöchl vom Plansee heraufzieht. Links haltend wird ohne Höhengewinn durch teilweise recht batzige Wiesen bald die Zwerchenbergalpe erreicht.  

Durch Latschen - teilweise sogar unter den Latschen hindurch - zieht der teilweise etwas felsige Steig zum Südrücken des Westgipfels hinauf, der an den Gipfelaufbau heranführt. Eine Felsstufe (I, nicht ausgesetzt)  wird passiert und bald erreicht man den westlichen Geierkopf.

Über den recht breiten Verbindungskamm geht's auf den markanten Hauptgipfel zu - die deutlichen Trittspuren sind nicht zu übersehen. Vor dem Gipfelanstieg wird über eine Felsstufe (I) in eine Scharte abgestiegen. Jenseits wird eine Felspartie unterhalb umgangen, dann leiten die Spuren durch feinen Schutt bergauf, direkt an den Gipfelkörper heran (ab und zu Steinmänner). Dort weisen Markierungspunkte auf die Nordseite des Gipfels, um die Felsabbrüche auf der Südseite zu umgehen. Durch schrofiges Gelände wird der Gipfel (kleines Kreuz und Buch) erreicht (bis I): ein phantastischer Aussichtspunkt inmitten der Ammergauer Alpen!

Jetzt folgt die anspruchsvollste Passage der Tour. Ein Stück geht's nach Osten weiter, dann leitet eine Rinne ein Stück hinab auf die Südseite (I; Markierungspunkte und Steinmänner). Zunächst in Gratnähe weiter, bis es durch eine breite Rinne mit feinem Geröll (I, unangenehm zu begehen; mit Steinen ausgelegter Pfeil, der nach unten weist) weiter hinunter in die Südflanke geht. Die Steigspuren queren den Hang und führen direkt unterhalb eines Felshindernisses entlang (bis I+), bis der Kamm schließlich wieder erreicht wird. Durch Wiesengelände zum Ostgipfel. Von dort zeigen sich besonders schön die nordseitigen Felsabbrüche am Hauptgipfel.

Hinunter geht's durch die begrünte, steile Südflanke, bis man auf den markierten, südseitig querenden Weg trifft. Er führt bald in die Latschen hinein und erreicht den Neualmsattel, wo sich die Spreu vom Weizen trennt: Die Gipfelsammler statten auch noch dem Kreuzspitzl einen Besuch ab.

Auf der anderen Seite des Sattels beginnt ein deutlicher Steig, der über den Westrücken nach oben in Richtung Kreuzspitzl zieht. Zunächst durch Latschen, dann im freien Gelände geht's aufwärts, bis der Steig knapp unter dem Vorgipfel nach links hinüber zum Kreuzspitzl quert (Gipfelsteinmann). Dort gibt's einen besonders schönen Rückblick zu den Geierköpfen und auch Kreuzspitze und Schellschlicht rücken sich ins beste Licht.

Zum Neualmsattel geht's zurück auf dem Anstiegsweg. Dort folgt man dem markierten Weg auf die Nordseite. Der Weg leitet - vorbei an einer kleinen Hütte - hoch über dem Neualpbach dahin und quert die steile Nordflanke der Geierköpfe in nordwestlicher Richtung. Dabei ist ein ermüdender Gegenanstieg zu bewältigen. Schließlich erbarmt sich der Weg dann doch und führt in vielen Kehren durch Wald abwärts, bis das Neualmgries erreicht ist. Am linken Rand des nahezu ebenen Geröllfelds entlang, erreicht man bald den Parkplatz am Ammersattel. Von hier entweder mit einem zweiten Auto oder aus eigener Kraft (knapp neun Kilometer) über die Straße zurück zum Parkplatz am Plansee.

Schwierigkeiten:
Westlicher Geierkopf vom Plansee: T3+, I (kurz unter dem Gipfel, nicht sonderlich ausgesetzt; zudem Vorsicht beim Queren einiger Bachreißen).
Übergang zum Hauptgipfel: T4-, I (einen Hauch anspruchsvoller als der Anstieg zum Westgipfel).
Weiter zum Ostgipfel: T4, I+ (der Abstieg vom Hauptgipfel und die kleinsplittrige südseitige Querung erfordern Vorsicht).
Abstieg vom Ostgipfel zum Neualmsattel: T3+ (der Abstieg zum markierten Weg führt durch einen recht steilen Grashang, ab Erreichen des Wegs deutlich einfacher).
Abstecher zum Kreuzspitzl: T3 (stets gut erkennbarer Steig).
Abstieg zum Ammersattel: T4- (Weg teils abgerutscht, Vorsicht!).

Fazit:
Eine ungemein aussichtsreiche 4*-Tour im Herzen der Ammergauer Alpen. Jeder Gipfel hat einen eigenen Charakter und daher wird es einem nie langweilig. Wer vom Neualmsattel noch das Kreuzspitzl besucht, kann dort einen instruktiven Blick  hinüber zu den Geierköpfen genießen.

Mit auf Tour: Uwe.

Anmerkungen:
Achtung: Auf der beschriebenen Route wird der Ausgangspunkt nicht wieder erreicht! Entweder zweites Auto oder Rückfahrt mit einem zuvor deponierten Radl.
Vom Kreuzspitzl aus könnte man am Grat weiter bis zur Kreuzspitze und von dort aus über den markierten Weg durch's Hochgrießkar zum Parkplatz am Ammersattel absteigen.
Die Überschreitung der Geierköpfe ist auf dieser Seite bereits mehrfach beschrieben. Qualitativ hochwertige Berichte gibt es beispielsweise hier von gero und hier von felixbavaria.

Tourengänger: 83_Stefan


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