Schneibstein und Jenner by fair means


Publiziert von maxl , 7. September 2011 um 22:22.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Berchtesgadener Alpen
Tour Datum: 6 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 7:00
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Berchtesgaden steil hinauf zum Obersalzberg. Im Kreisel nach rechts richtung Hinterbrand.
Unterkunftmöglichkeiten:Carl-von-Stahl-Haus, Schneibsteinhaus

Nach längerer Zeit waren mein Cousin und seine Freundin aus Berlin mal wieder zu Besuch - die beiden wollten unbedingt in die Berge. Eine gute Gelegenheit, um meine neuen Schuhe bei einer etwas sanfteren Tour einzulaufen: ich wählte als Region die Gegend um den Jenner, da man, falls alle Dämme reißen, noch auf die Bergbahn zurückgreifen kann. Das Tourenangebot ist hier ganz gut, um sich spontan für eine Tour zu entscheiden - bei uns wurde es der zahme Schneibstein mit seinem großartigen Panorama und dazu noch der Jenner, weil man von ihm so schön auf den Königssee schauen kann. Ein Tipp für alle, die auf den Jenner wollen: die letzte Bergbahn geht um viertel vor fünf (oder gar schon um halb fünf), danach hat man seine Ruhe und kann die phänomenale Schau v.a. auf den Königssee und die Watzmann-Ostwand auch wirklich genießen. Der Weg verläuft fast durchgehend auf Fahrstraßen und lässt sich durchgängig problemlos mit Stirnlampe begehen.

Los geht's am Parkplatz Hinterbrand (2€). Von dort aus auf langweiligem Weg zur Jennerbahn-Mittelstation, von wo sich der Watzmann schon sehr schön zeigt. Kurz davor aber auf einen sehr breiten Steig, der links den Berg heraufzieht und mit dem man die breite Fahrwegschleife schön abkürzen kann. Man gelangt bald in den Kessel zwischen Hohen Brett und vorgelagerten Jenner, erreicht die Mitterkaser-Alm und hat freie Sicht auf den zugebauten Jenner (im Winter ist hier ein Ski-"Paradies"). An der Kreuzung nach der Mitterkaseralm gehen wir links in Richtung Stahlhaus und kommen nach der steilen, langweiligen Teerstraße (im Winter Piste) zum Sattel. Dort kommen uns schon die Menschenmassen entgegen, die meisten spazieren aber nur zum schön gelegenen Stahlhaus, um sich dort ein Bier (oder mehrere oder ähnliches) schmecken zu lassen. Der breite Weg verläuft in sanftem Auf und Ab über dem Schneibsteinhaus in wenigen Minuten zum Stahlhaus, das zwischen Hohem Brett und Schneibstein eingelagert ist. Hier mussten wir uns nun entscheiden, ob wir auf das Hohe Brett (und vielleicht noch den Göll) oder auf den Schneibstein gehen. Wegen der hohen Wolken, die sich um diese Zeit noch in allen prominenten Gipfel rumtrieben, fiel die Wahl auf den Schneibstein.

Wir biegen am Stahlhaus also rechts ab und gehen auf gutem Steig der zahmen Schneibstein-Nordflanke entgegen. Bald trifft der Weg auf Latschen, die auf meist sehr rutschigen Steinen (die Sonne kommt hier erst sehr spät drauf und trocknet den Weg fast nicht) durchquert. Wegen des schmierigen Weges ist ein T3 vielleicht gerade noch zu vertreten, ansonsten T2, bis zum Stahlhaus sogar T1. Nach der Latschenzone geht's in ziemlich gleichbleibender Steigung in offenem, monotonen Terrain einfach bergan, wobei der Blick wie zu erwarten immer weiter wird. Wir haben Glück, denn die letzten Wolkenfetzen ziehen grad richtung Osten ab und die Luft wird immer klarer. Am Ende der Nordflanke biegt der Weg nach links ab und gewinnt über die breite Westschulter den breiten Wiesengipfel mit den zwei Kreuzen. Der Blick reicht hier vom Tennengebirge über sämtliche Berchtesgadener Bergstöcke zu den Chiemgauer Alpen. Besonders eindrucksvoll ist freilich die Watzmann-Ostwand, auch schön der Tiefblick in den Berchtesgadener Talkessel - nur den Königssee sieht man leider net.

Nach ausgieber Gipfelrast gehen wir langsam bergab, schauen, dass wir auf den schmierigen Steinen nicht abrutschen und erreichen wieder das Stahlhaus und bald drauf den Sattel zwischen Jenner und Brett. Hier entscheiden wir, noch schnell dem Jenner einen Besuch abzustatten, wenn man schon mal da ist.... Mit letzten Kräften kämpfen sich meine Begleiter direkt über den kleinen Ostgrat auf den Jenner, von dem aus man nun endlich den tiefen Königssee vor Augen hat.

Der Abstieg erfolgte auf der Aufstiegsroute über die langweiligen Forststraßen, sehr schön allerdings die langsam untergehende Sonne, die über Watzmann, Hochkalter, Reiteralpe und Chiemgauer ein tolles Licht erzeugte. Mit Einbruch der Dunkelheit sind wir wieder am Auto in Hinterbrand.

Tourengänger: maxl

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