Halloween am Litnisschrofen


Publiziert von oli.m , 1. November 2010 um 11:46.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:30 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1061 m
Abstieg: 1061 m
Strecke:12 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Im Tannheimer Tal am Ort Haldensee öffentliche Parkplätze
Kartennummer:Kompass Nr.04

Nachdem ich die unterschiedlichsten Informationen zu Schneeverhältnissen und Lawinenlage gelesen hatte beschloss ich dennoch diese Tour zu versuchen.

Beim Start am Parkplatz Haldensee zeigte das Thermomenter bereits 7°C und somit erwartete ich weichen und durchnässten Schnee. Der Forstweg zur Edenbachalpe war besser ohne Schneeschuhe zu begehen und erst an einem Abzweig, auf einen Nebenweg hinauf zur Gräner Ödenalpe, stieg ich auf die Kunststoffteller um.
Bei einer Stallung zweigt der Weg nun ab, auf einen im Sommer einfachen Steig. Bei dem heutigen weichen Schnee, anfangs noch mit einem dünnen und nicht tragfähigen Harschdeckel, war der Steig konditionell recht anspruchsvoll. Die S.Sch. sanken immer wieder sehr tief ein und es kostete mehr Kraft den unteren Fuß nach zu ziehen als den Schritt nach oben zu setzen. So zog ich meine Spur in ungespurtem, unterschiedlich tiefem Schnee durch Tälchen und nicht zu steilen Grashängen 2 Stunden hinauf zur Gräner Ödenalpe. Nach kurzem Vesper und toller Aussicht auf die Lechtaler Berge ging es an der Ostflanke des Litnisschrofen weiter, nach wie vor in ungespurtem Gelände. Der vorhergesagte Föhn meldete sich hier südseitig mit einigen Sturmböen. Gute Orientierung und Spuranlage ist hier wichtig, da der Sommerwanderweg zunächst nicht erkennbar war. Später schauten dann immer wieder rote Wegmarkierungen an apernen Felsen heraus und zeigten mir dass ich richtig war. Nach ca 30min steilem Anstieg wurde der Weg deutlich flacher und führte durch die Südhänge des Litnisschrofens. Leider musste ich schnell erkennen dass bereits 4-5 Naßschneelawinen den Weg verlegt hatten. Ich schaute mir das Gelände lange an und überlegte ob sich wohl schon aller Schnee von den steilen Grashängen gelöst hatte. Eine herum springendes und Steine lostretendes Gämsenrudel nahm mir dann letztlich die Entscheidung ab. Die Steine landeten immer wieder auf dem Weg. Somit war mir diese Querung heute alleine zu heikel.
Um nicht ganz auf einen "Gipfel" zu verzichten beschloss ich den direkten, sehr steilen Anstieg zum Litnisschrofen Grat zu unternehmen. Scharf an der Bewuchsgrenze von Latschenkiefern stieg ich in knapp 15 min zum Grat empor. (T4)
Eine super Aussicht erwartete mich. Ein (fast) Rundumblick entschädigte für den entgangenen Gipfel. Zusammen mit nur einer weiteren Gämse teilte ich diesen Moment.
Der Abstieg ging überraschend gut und ohne Schneeschuhe erreichte ich nach nur 30 min die Gräner Ödenalpe. Unterhalb der NW-Flanke der Krinnenspitze setzte ich den Abstiegsweg fort. Bis zur Nesselwängler Ödenalpe führt noch ein Forstweg. Ab der Alpe dann der Abstieg, erneut ohne Spuren und ohne Wegmarkierungen, hinunter ins Strindental.
Teilweise sehr steil durch Wald erreichte ich nach häufiger Wegsuche den Abzweig und meine Aufstiegsspuren vom Vormittag. Den restlichen Abstieg nach Haldensee durch mittlerweile durchnässten Schnee absolvierte ich wieder ohne die Plastikteller und erreichte nach ca. 5:45h den Parkplatz am Haldensee.
Bei einem Cappuccino in der Mittagssonne ließ ich diesen herrlichen Bergtag ausklingen. Freue mich schon auf viel Schnee in den nächsten Monaten :-)

Text & Bilder: Oli

Tourengänger: oli.m


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Geodaten
 3932.gpx Littnisschrofen (Winter Trak,teilw. Weglos. Verwendung der GPS Daten auf eigene Verantwortung!)

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