Wanderungen auf Teneriffa


Publiziert von alpinos , 8. November 2009 um 18:38.

Region: Welt » Spanien » Kanarische Inseln » Santa Cruz de Tenerife
Tour Datum:28 September 2006
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 14 Tage

Nachdem wir im vergangenen Jahr bei unserem Urlaub in Slowenien etwas Pech mit dem Wetter hatten, wollten wir in diesen Ferien auf Nummer Sicher gehen; so entschieden wir uns für Teneriffa - und tatsächlich hatten wir zwei Wochen tolles Wetter. Wir mieteten uns ein günstiges Appartement in Playas del las Americas. Der Ort war ziemlich furchtbar, aber zum Glück hatten wir uns ein Auto gemietet und konnten so dem Pauschaltourismus-Wahnsinn schnell entfliehen.

Die Insel an sich ist wunderbar mit einer tolle Landschaft; der Süden ist karg und trocken, fast wüsten-ähnlich; im Kontrast dazu ist der Norden grün und feucht. Sanfte Hügel stehen in scharfen Kontrast zu schroffen Lava-Landschaften und Gebirgen. Und über allem thront, von fast überall her sichtbar, oft majestätisch von Wolken umhüllt, der Pico de Teide. Die Auswirkungen des jahrzehntelangen Raubbaus an der Natur für den Tourismus trüben allerdings dieses Bild. Vorallem die Südküste ist mit Hotelbunkern fast komplett verbaut; die Strände sind - gerade zur Hauptreisezeit - fast überall überfüllt und nicht wirklich einladend. Aber sobald man ins Hinterland fährt und sich abseits der Hauptattraktionspunkte bewegt kann man die wunderbare, einzigartige Landschaft genießen.

Wir haben in diesem Eintrag die kürzeren Wanderung zusammengestellt, die wir während des Urlaub unternahmen. die Besteigungen des Teide, Pico Viejo und Guajara finden sich in separaten Berichten.

Noch eine Anmerkung: Fotos zu diesem Touren werden nachgereicht; damals hatten wir mit Dia-Filmen fotographiert; wir sind momentan dabei, diese zu digitalisieren. Sobald das geschehen ist, gibt hier die Fotos zu sehen.



Durch die Baranco del Inferno [T1]

Infos. Die Baranco del Inferno (Höllenschlucht) ist eine canyon-artige Schlucht unmittelbar nordöstlich von Adeje. Der Eingang liegt am höchsten Punkt des Ortes; wenn man die Straßen immer weiter den Hang aufwärts fährt, dann verfehlt man den Eingang nicht. Parken ist allerdings ein Problem; man sollte eher frühzeitig das Auto abstellen und den restlichen Weg laufen. Am Eintrittshäuschen erwirbt man dann eine Eintrittskarte. Es dürfen pro Tag nur noch 200 Personen die Schlucht betreten; es empfiehlt sich also, rechtzeitig da zu sein. Als größere Gruppe sollte man sich anmelden. Auch die Zahl der Personen, die gleichzeitig in der Schlucht sein darf ist beschränkt.

Die Tour. Der Weg ist unschwierig zu begehen, der Höhenunterschied zwischen dem "Einstieg" und dem Endpunkt der Wanderung tief in der Schlucht ist nicht wirklich groß. Interessanter ist hier der Wechsel der Vegetation, je tiefer man in die Schlucht vordringt. Zuerst geht man durch den im Süden der Insel übliche kargen Bewuchs, dann wird die Vegetation üppiger und man muss sich an manchen Stellen durch dichtes Gestrüpp kämpfen. Nach ca. 1 1/2 Std. bei gemütlichem Tempo gelangt man zu einem ca. 80 m hohen Wasserfall, der sich - wenig spektakulär - in einen kleinen See stürzt. Die umliegenden bis zu 1000 m hohen Felswände sind allerdings schon sehr beeindruckend. Alles in allem eine schöne, gemütliche Einlauftour, um sich an das Klima zu gewöhnen.



Durch die Baranco del Masca [T3]

Schlucht der Schluchten im Teno-Gebirge

Infos zum Teno-Gebirge. Ebenso wie das Anaga-Gebirge im Westen wird besteht das Teno-Gebirge im Osten Teneriffas aus geologisch älterem Basaltgestein - im Gegensatz zum Zentrum der Insel. Das stark zerklüftete Teno-Gebirge wirkt wild und unzugänglich, und tatsächlich sind nur wenige Wanderwege ausreichend markiert. Die Berge erreichen Höhen von um die 1000 m. Von der Mitte der Insel steigt das Gebirge relativ flach an, nach Norden und Südosten fällt es steil ins Meer ab. Schon die Fahrt durch die Morgendämmerung von Plajas de las Americas ist ein Erlebnis; vorallem die enge, steile Pass-Straße von Santiago del Teide nach Masca ein Abendteuer.

Die Tour. Laut Führer ist der Wanderweg durch die Masca-Schlucht der best-ausgebaute Wanderweg des Teno-Gebirges - was wir nun bestätigen können. Dementsprechend ist aber auch recht viel los. Also: so früh wie man kann hier sein, kurz nach Sonnenaufgang ist es wunderbar ruhig, und man hat die Chance, diese beeindruckende Schlucht in Stille und Einsamkeit zu genießen.

Wir waren gegen sieben in Masca und konnten uns auch noch einen der wenigen Parkplätze an der Straße aussuchen. Von Masca geht es dann steil hinab in die Schlucht. Die aufgehende Sonne tauchte die Felswände stellenweise in magisches Licht. Der Weg ist generell recht anspruchsvoll; teilweise muss man über Felsbrocken klettern oder sich durch enge Durchgänge zwängen. Wir waren jedenfalls über unseren stabilen Bergschuhe mehr als glücklich. Stellenweise ist auch die Vegetation überwältigend. Nach ca. 2 1/2 Std. erreichten wir den etwas enttäuschenden Strand. Der Sand Ist zwar sehr schön schwarz, aber völlig verdreckt durch Plastik-Treibgut der südlich gelegenen Touristen-Burgen. Schade. Am Strand mussten wir uns dann einer etwas aufdringlichen Katze erwehren, die nicht einsah, dass wir unsere Brotzeit nicht teilen wollten. Als Vogelfreund wollte ich diese ausgewilderte Katze auch nicht noch unterstützen.

Vom Strand aus kann man sich von einem Boot nach Los Gigantes fahren lassen, man muss sich aber vorher darum kümmern, wann die Boote fahren und sich einen Platz reservieren. Wir stiegen dagegen wieder hinauf nach Masca. Der Aufstieg war recht knackig. Auch weil mit vorschreitender Stunde die Sonne immer mehr in die Schlucht schien und die Temperaturen zum Schluss deutlich über die 30-Grad-Marke kletterten. Oben angekommen, erholten wir uns im Schatten eines Drachenbaums auf dem zentralen Platz von Masca; wir sahen den Touristen zu, die aus Bussen in das Dorf stürmten oder von Gelände-Jeeps aus die Gegend erkundeten. War interessant, aber wir boten bestimmt auch in lustiges Bild.

Wir können die Tour nur zuempfehlen, man sollte aber - wenn man die Schlcht in Ruhe genießen will - sehr früh unterwegs sein, sonst bekommt man wahrscheinlich ne Krise. Die Groß-Gruppen lärmen schon ziemlich und zerstören die reizvolle Stille der Schlucht. Außerdem kann die Hitze überwältigen sein, wenn man wieder nach Masca aufsteigt.
 


Gratwanderung über den Cruz de Gala zum Tabaiba-Pass [T3]


Die Tour. Nach der Tour durch die Baranco de Masca und einer Fahrt durch das Teno-Gebirge wollten wir unbedingt noch einmal durch diese wild-zerklüftete Landschaft wandern. Von unserem Lieblings-Cafe bei der Kirche in Santiago del Teide aus gingen wir ein Stück an der Straße Richtung Norden. In der ersten scharfen Rechtskurve beginnt links der Weg. Mit etwas Gespür für den Wegverlauf findet man einen kleinen Pfad hinauf zum ersten Sattel und dem Gala-Grat. Von hier aus konnten wir im Osten den Teide im Morgendunst erkennen. Nun wanderten wir mal rechts mal links des Grates hinüber zum Tabaiba-Pass. Der Weg ist gut hier ausgebaut und markiert, stolz wird auf einer Tafel auf die Finanzierung des Ausbaus durch die EU hingewiesen. Zum Schluss wurde der Weg etwas anspruchsvoller. Am Tabaiba-Pass machten wir in jetzt starkem Wind Pause. Eigentlich wollten wir noch weiter gehen, aber nach ca. 30 min schossen graue Wolken in die Höhe und zogen über den Grat. So entschlossen wir uns zur Umkehr. Auf dem gleichen Weg wanderten wir wieder zurück nach Santiago del Teide.

Die Tour bietet beeindruckende Ausblicke vom Grat aus über das Teno-Gebirge, seine tiefen Schluchten und zerklüfteten Hänge. Die Tour ist gut zu begehen, man muss nur manchmal etwas Gespür für den richtigen Weg haben.
 


Durch die Arena Negras [T2] und zur La Fortaleza [T1]

Infos. Der Teide-Nationalpark nimmt das gesamte Gebiet der Caldera de las Canadas und die angrenzenden Hänge ein. Die hufeisenförmige, nach Norden flach auslaufende, nach Süden durch steile Felswände Caldera entstand durch den Zusammenbruch eines früheren Vulkan vor ca. 170.000 Jahren. Aus seiner Mitte erhoben sich anschließend neue Krater, der Pico Viejo und der Pico de Teide. Der Teide ist ein Schichtvulkan (Stratovulkan), der sich die Anhäufung von Material aus aufeinanderfolgenden Eruptionen bildete; der heutige Gipfel des Teide (El Piton) erhebt sich aus einem älteren Krater.

Weitere Informationen gibts bei Wikipedia; hier findet sich eine Karte des Teide-National-Parks mit eingetragenden Wanderwegen.

Die Tour. Die beiden Wege sind wunderbare, landschaftlich äußerst reizvolle Wanderungen bei El Portillo. Der Weg Nr. 2 führt durch die Arena Negras, Weg Nr. 1 an den Fuß der Fortalezza. Besteigen kann man die Fortalezza scheinbar nicht mehr, der Weg gesperrt. Es empfiehlt sich,genügend Wasser und eine Kopfbedeckung mitzunehmen. Die Sonne heizt die Lavafelder schon kurz nach Sonnenaufgang schnell auf und unterwegs gibt keine Auffüllstation. Wir waren alleine unterwegs, die meisten Leute scheinen sich auf die kleineren Wege um das Besucherzentrum Parador de Canadas del Teide zu konzentrieren, verpassen so aber eine beeindruckende Landschaft. Im Besucherzentrum von El Portillo gibt auch ein kleines Museum. Und viele, viele verschieden große und hübsch-bunte Eidechsen, die sich auf den Steinen sonnen.


Tourengänger: alpinos


Kommentar hinzufügen»