Rund um den Breccaschlund


Publiziert von Tobi , 30. September 2009 um 22:38.

Region: Welt » Schweiz » Freiburg
Tour Datum:22 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-FR 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Schwarzsee Bad - Unteri Rippa - Brecca - Rippetli - Spitzflue - Fochsenflue - Chörblispitz - Combigabel - Pt 2015 - Schopfenspitz - Pt 2015 - Pt 1873 - Patraflon - Bremingard - Oberi Rippa - Unteri Rippa - Schwarzsee Bad
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Schwarzsee Bad (www.badschwarzsee.ch)

 

Vier erholsame Ferientage in Schwarzsee, da darf natürlich die berühmte Gratwanderung rund um den Breccaschlund nicht fehlen. Auf diese Tour haben mich die Berichte von Lugges und Zaza „gluschtig“ gemacht. An dieser Stelle herzlichen Dank den beiden Autoren für ihre nützliche Wegbeschreibung!

 

Gestartet sind wir von unserem Hotel in Schwarzsee Bad (www.badschwarzsee.ch) aus. Meine Freundin und ihre Mutter haben mich zunächst begleitet, und so sind wir zusammen gemütlich auf der Fahrstrasse zur Alp Unteri Rippa (1366m) marschiert. Beim Kreuz bei Pt 1378 haben sich unsere Wege getrennt: Sie wollten dem Wanderweg zur Schopfenspitze folgen, während ich in der gleichen Zeit über den Grat zu diesem Gipfel balancieren wollte.

 

Ich wanderte weiter über die Alp Brecca (1400m) zur Alp Rippetli (1483m). Dort steht ein Wegweiser, der den weiteren Weg hoch zur Spitzflue zeigt. Der blau-weiss markierte Pfad führt zunächst hoch zum Sattel oberhalb des Kessels und von dort dem Grat entlang auf den Gipfel der Spitzflue (1954m). Die Schwierigkeiten halten sich in Grenzen (T4), die heikelste Kletterstelle wird mit einer Leiter überbrückt.

 

Von der Spitzflue aus führen Wegspuren (T4) weiter zum Gipfelkreuz auf der Fochsenflue (1975m). Soweit ich mich erinnern kann, habe ich auch einige verblasste rot-weisse Markierungen gesehen, offensichtlich war dies früher sogar ein offizieller Bergweg.

 

Von der Fochsenflue beginnt nun der spannende Teil des Grates. Wegspuren sind immer noch vorhanden, die Kraxelpassagen werden aber anspruchsvoller und ausgesetzter. Die Schwierigkeiten bewegen sich im unteren T6-Bereich, die Kletterstellen würde ich als II bewerten. Auf halbem Weg können einige schöne Felszacken direkt überklettert werden. Danach beginnt der steile Schlussaufstieg auf den Chörblispitz (2103m).

 

Vom Chörblispitz geht es rasch wieder runter zum Sattel der Combiflue (1928m). Dort stosse ich auf den Wanderweg, dem ich kurz folge und dann über die Südflanke auf die Combigabel (2055m) steige.

 

Ich folge weiter dem Grat Richtung Westen, der Schopfenspitz ist schon zum Greifen nah. Beim Gipfelkreuz sehe ich zwei Personen. Ich dachte, dass sind meine beiden Begleiterinnen. Da unser gemeinsames Mittagessen in meinem Rucksack steckt, lege ich noch einen Zacken zu. Doch bald stehe ich abrupt vor einer etwa 100m hohen senkrechten Felswand. Da gibt es kein Runterkommen, also wieder ein paar Meter zurück und eilig hinunter nach Norden in den auffälligen Kessel. Diesen habe ich etwa auf 1860m gequert und bin auf dem offiziellen Bergweg zum Sattel bei Pt 2015 aufgestiegen. Schnell noch rauf auf den Schopfenspitz 2104.3m. Doch oben treffe ich nicht auf meine Mitwanderinnen, sondern auf ein älteres Ehepaar. Unterdessen habe ich auch eine SMS erhalten: meine beiden Begleiterinnen warten bei Pt 1873. Also schnell (der Rest der Tour ist nun normales T3-Gehgelände) wieder runter und zu diesem Sattel.

 

Ab dort sind wir nach dem Mittagessen gemeinsam Richtung Patraflon gewandert. Den Point de Balachaux haben wir ausgelassen und sind aus Bequemlichkeit einem Schafspfad ohne Steigung in der Westflanke gefolgt. Bei einer Wasserstelle hörte dieser aber auf, ab dort weglos im Nebel weiter auf steilem aber gut gestuftem Gelände. Nach einiger Zeit sind wir doch wieder etwas aufgestiegen, auf dem Grat kann man sich im Nebel eben doch besser orientieren. Über den Patraflon (1916m) zur Abzweigung bei Pt 1875. Eigentlich wollte ich hier noch weiter dem Grat folgen, aber unsere Wasserflaschen waren in der Zwischenzeit leer und der Durst wurde immer grösser. Deswegen sind wir auch nicht über die Alphütten Ober und Unter Recardets abgestiegen, sondern direkt zur Unteri Rippa (1366m). Beim Vorbeilaufen am morgen schien diese eine gemütliche Alpwirtschaft zu sein. Aber natürlich hofften wir schon auf einen laufenden Brunnen während dem Abstieg, doch erst bei einer neu gebauten Hütte zwischen Oberi und Unteri Rippa wurden wir erlöst. Zum Glück konnten wir dort unseren Durst stillen, denn unterdessen hatte die Alpwirtschaft Unteri Rippa schon geschlossen. So trotteten wir ohne weitere Stärkung auf dem gleichen Weg wie am morgen wieder zurück zu unserem Hotel.

 

 

Fazit: Alles in allem eine faszinierende und spektakuläre Grattour, jedenfalls für trittsichere und schwindelfreie Alpinisten ein Genuss. Ich werde sicher wiederkommen und diese Runde in ihrer ganzen Pracht nochmals bezwingen.


Tourengänger: Tobi

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