Piz da la Margna (3159 m.ü.M.)


Publiziert von engadiner , 30. August 2009 um 20:00.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum: 5 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Bernina-Gruppe   Margna-Tremoggia-Gruppe 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1350 m
Strecke:Maloja - Plan di Cavai - Murtairac - Nordost-Grat - Piz da la Margna - Ostwand - Ca d'Starnam - Plan Brüsciabräga - Maloja
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW. Öffentliche Parkplätze (gebührenpflichtig) beim Tourismusbüro. Alternativ Postauto bis Haltestelle Maloja Posta.
Kartennummer:1276 Val Bregaglia

Der Piz da la Margna wird wegen seiner majestätischen Erscheinung am südwestlichen Talabschluss auch als "Wächter des Engadins" bezeichnet. Als eingefleischte Engadiner ist es uns schon seit langem ein grosser Wunsch, einmal auf dem Gipfel dieses wunderbaren Berges zu stehen.
 
Heute ist es also soweit! Trotz relativ dichtem Nebel geht's in Maloja (1815 m.ü.M.) beim öffentlichen Parkplatz in der Nähe des Tourismusbüros los. Wir marschieren entlang dem markierten Wanderweg zum Friedhof, biegen da nach rechts ab und gehen an der nächsten Abzweigung nach links in den Wald hinein. Nach kurzer Zeit passieren wir ein Wasserreservoir, gehen dann bei Pt. 1913 geradeaus weiter und erreichen schliesslich Plan di Cavai (ca. 1990 m.ü.M.).
Wir folgen den Wegspuren weiter geradeaus und steuern nach kurzer Zeit einen markanten Felskopf rechterhand an. Dabei verlassen wir die Wegspuren, welche gegen links zum Silsersee hinunterziehen. Unterhalb des Felskopfes treffen wir wieder auf teils überwucherte Pfadspuren und gelangen auf diesen in einen dichteren Waldabschnitt hinein. Als sich der Wald allmählich lichtet, erreichen wir langsam die Obergrenze des Nebels. Bald treffen wir auf ein Bächlein, welches den Weg kreuzt und verlassen da unseren Pfad, um gegen rechts zu Pt. 2228 aufzusteigen, wo es gelegentlich kleinere Steinmännchen gibt. Endgültig dem Nebel entstiegen, machen wir eine kurze Pause und geniessen den phantastischen Ausblick auf das Nebelmeer, das sich über das gesamte Engadin erstreckt.
Gestärkt ziehen wir entlang den kleinen Steinmännchen und den spärlichen Spuren auf sumpfigem Gelände in den grossen Geröllkessel von Murtairac hinein. Hier halten wir uns eher links (in der 1:25'000 LK sind Wegspuren eingezeichnet) und bewältigen eine weitere, teilweise schneebedeckte Steigung, bis wir bei einer grösseren Mulde ankommen. Hier biegen wir nach links und steigen sehr steil zunächst auf gefrorenem Schnee, später auf ziemlich losem Geröll der Einsattelung bei Pt. 2720 entgegen. Wir zielen bereits leicht unterhalb der Einsattelung gegen rechts, umgehen dabei kraxelnd einige Felsen und gewinnen den Nordost-Grat ca. 150 m südlich von Pt. 2720. Einfacher wäre es sicherlich, die Einsattelung direkt anzusteuern und den Grat da zu erreichen.
Vom Grat aus eröffnet sich eine schöne Aussicht ins Val Fedoz. Wir bestaunen den uns bevorstehenden Grat-Abschnitt und ziehen nach kurzer Rast motiviert weiter. Die Kraxlerei (bis Grad II) auf dem wunderschönen Grat ist ein wahrer Genuss!
Voller Glücksgefühle erreichen wir schliesslich den Gipfel des Piz da la Margna (3159 m.ü.M.). Der lang ersehnte Wunsch hat sich erfüllt! Tiefblauer Engadiner-Himmel, strahlender Sonnenschein und eine Wahnsinns-Aussicht über das Tal, sowie über die versammelte Oberengadiner und Bergeller Bergprominenz lassen unsere Herzen höher schlagen… Einfach sagenhaft!!
Gesättigt von der guten Marenda und den phantastischen Eindrücken verlassen wir diesen paradiesischen Ort nach ca. 1 Stunde und machen uns an den Abstieg. Wir folgen dem Nordost-Grat auf der Aufstiegsroute bis ca. in die Mitte zwischen dem Gipfel und Pt. 2904 und biegen da, einigen blauen Markierungen folgend in die Ostwand ab. Auf Wegspuren gelangen wir zunächst über loses Geröll und kleine Schneefelder, später über gröbere Felsblöcke in die linke Talseite der Val Fedoz und erreichen dann, mit bereits ziemlich müden Beinen, die Alp bei Ca d'Starnam (2024 m.ü.M.).
Hier wechseln wir auf den breiten Fahrweg, der uns durch den Wald nach Plan Brüsciabräga (Pt. 1819) hinunterführt. Dabei bietet sich uns ein schöner Ausblick zum riesigen Delta von Isola.
Die letzten ca. 3 km zurück nach Maloja (1815 m.ü.M.) legen wir müde, aber überglücklich auf dem Uferweg am Rande des Silsersees zurück.
Diese wunderschöne Tour auf den "Wächter des Engadins" mit ihren genialen Eindrücken war schlichtweg grossartig! Unser Wunsch hat sich erfüllt…!
 
Viva nossa bella val!!

Tourengänger: engadiner

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Kommentare (4)


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Seeger Pro hat gesagt: La Margna
Gesendet am 30. August 2009 um 20:30
Ciao engadiner
Danke für den tollen Bericht und die fantastischen Bilder. Gratuliere zu Deinen Geographie-Kenntnissen. Ja,ja die Margna... Jugenderinnerungen! Unser Vater nahm uns mit. Die schönsten Erinnerungen mit ihm. Ich hatte zwölf Jahre. Fünfzig Jahre her und mag mich noch immer an das kleine,"giftige" Wändchen erinnern, welches Du mit blau/weiss markiert abgestiegen bist.
Freue mich auf jeden Tourenbericht von Dir.
Dein
Andreas Seeger

Linard03 Pro hat gesagt: Tourenziel
Gesendet am 31. August 2009 um 07:46
Gratuliere! - auch ein von mir schon langersehntes Tourenziel; leider hat sich jedoch bisher einfach noch keine Gelegenheit ergeben ...
Jedenfalls danke für den Bericht und die schönen Fotos!

Minor hat gesagt: Abstiegsroute
Gesendet am 10. November 2009 um 16:08
Hallo Engadiner.
Auch von mir vielen Dank für den sehr detaillierten Bericht.
Eine Frage hätte ich noch zu Eurer Abstiegsroute:
Wie würdest Du den Weg vom Gipfel bis zum Verlassen des NO-Grates (blaue Markierungen) von der Wanderschwierigkeit her einschätzen?
Gibt es im Grat Kletterstellen?

engadiner hat gesagt: RE:Abstiegsroute
Gesendet am 12. November 2009 um 01:45
Hallo Minor
Das Gratstück vom Gipfel bis zu den Markierungen ist bei guten Bedingungen nicht sehr schwierig (T4). An einigen Stellen braucht's zum Stützen etwas die Hände, manchmal sind kleinere Stufen zu überwinden, alles in allem einfache Kraxlerei, keineswegs Kletterpartien.
Stellenweise hat es etwas steile Platten, die bei Schnee/Eis unangenehm rutschig sein könnten.


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