TENERIFE (8); Barranco Seco / Barranco del Natero (down and up): 1000 m canyoning


Publiziert von johnny68 Pro , 19. Juni 2009 um 21:06.

Region: Welt » Spanien » Kanarische Inseln » Santa Cruz de Tenerife
Tour Datum: 1 Juni 2009
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Casas de Araza - Playa del Barranco Seco - und zurück


  • Im Internet und in der Literatur finden sich über diese Schluchttour kaum Anhaltspunkte. Ich habe mich deshalb entschieden, einen ausführlichen Text in 3 Sprachen (deutsch, englisch, spanisch) zu publizieren. 
  • In the Internet and in the literature reference points hardly are over this route. I decided therefore to publish a detailed text in 3 languages (German, English, Spanish). 
  • En Internet y en la literatura son apenas puntos de referencia sobre esta ruta. He decidido, por tanto, a publicar un texto detallado en 3 idiomas (Alemán, Inglés, Español).
 
Deutscher Text:
(English text after the German text)
(Texto en lengua española después del texto alemán e inglés)
 
Der Barranco Seco / Barranco del Natero befindet sich gleich südlich des weitherum bekannten Barranco de Masca. Da der letztere vollkommen überlaufen ist und die Behörden Zutrittsbeschränkungen planen, habe ich eine alternative Schluchttour durch den Barranco Seco / Barranco del Natero unternommen, wobei diese Schlucht fast doppelt so hoch ist wie der Barranco de Masca. Die Schlucht ist selten begangen. Als Wegmarkierung finden sich hie und da Steinmännchen.
 
Ich war demzufolge auf der ganzen Schluchttour allein, mit Ausnahme von 3 Verirrten ohne Ausrüstung. Dazu später.
 
Der Barranco Seco / Barranco del Natero fällt 1070 Höhenmeter vom Degollada de Cherfe (Pass an der TF-1427 Santiago del Teide – Masca) ins Meer nördlich von Los Gigantes hinab. Am Meer hat es einen Kiesel- / Blocksteinstrand, ohne Schiffssteg. Die Meeresbucht ist bekannt bei Tauchern.
 
Ich parkte meinen Wagen an einem der kleinen Ausstellplätze in der Nähe des Passes. Der Weg in den Barranco beginnt bei den Ställen „Casas de Araza“. Man geht nordwestlich der Ställe an den Anfang des Tales, wo man einen Weg findet. Dieser geht in Serpentinen steil in das Tal hinunter, das hier noch mit dichter Vegetation bewachsen ist. Der Weg wird sehr rasch immer schlechter (er wächst zu und dürfte bald nicht mehr auffindbar sein, wenn hier niemand rodet). Nachdem man die ersten rund 250 leichten Höhenmeter überwunden hat, geht es richtig in die Felsenschlucht hinein. Man steigt auf dem Grund der Schlucht, zum Teil über Blockkletterei, zum Teil felsig ausgesetzt, rund 150 Höhenmeter ab.
 
Bei ungefähr 600 m über Meer kommt eine Überraschung. Die Schlucht weitet sich. Plötzlich steht man vor zerfallenen Gebäuden, wirr herumliegenden Eisenbahnschienen und Wägelchen. Hier war einmal ein Bergwerk, wo offensichtlich Kalk oder ähnliches gewonnen wurde. Der Schluchtgrund ist ab hier auf mehreren Hundert Metern weiss gefärbt. Ein Blick in die Gebäude zeigt, dass die Maschinerie noch vor Ort ist. Man hat von hier aus das gewonnene Material mit einem Bähnchen durch einen Stollen nach Masca transportiert. Der Stollen ist offensichtlich heute noch begehbar, aber sehr nass. Taschenlampe und Stiefel sind unentbehrlich (ich habe den Stollen nicht begangen). 
 
Nach wenigen Hundert Metern verlässt man diese „Fabriklandschaft“ und steigt weiter in die Schlucht ab, die sich in diverse Nebenschluchten verzweigt. Der Weg geht zum Teil auf dem Schluchtgrund, zum Teil hoch an den Felswänden (ausgesetzt), weiter. An einem Ort muss man zur Überwindung einer Felsbarriere eine Gegensteigung von rund 100 Höhenmetern in Kauf nehmen.  
 
Bei 300 Metern über Meer folgt die nächste Überraschung. Hier geht die durch das Teno-Gebirge angelegte Wasserleitung durch. Eine Hütte schmiegt sich an die Felswände, und man sieht zahlreiche Leitungen. Hier hat es offen fliessendes Wasser (siehe Foto), das man, wenn der Durst plagt, wie ein Geschenk vom Himmel abfüllen kann.
 
Die nächsten 250 Höhenmeter sind die bergsteigerisch anspruchsvollsten der Tour. Manchenorts gilt es, über kleine Felswände hinabzuklettern, wobei zum Teil Stufen geschlagen sind. Die Blockkletterei ist hier ebenfalls ziemlich heikel.
 
Rund 50 Meter über Meer weitet sich die Schlucht langsam. Sie wird flacher/sandiger, die Felsbrocken werden kleiner. Auf einmal schallt laute Musik und Gelächter an mein Ohr. Ich wunderte mich schon, ob Partygänger die Schlucht hinab gestiegen sind. Bald erreiche ich den Strand. Hier ist des Rätsels Lösung: Rund ein halbes Dutzend Ausflugsboote von Los Gigantes liegen in der Bucht vor Anker. Auf den Oberdecks wird zu Musik gegessen. Vom Schiff aus wird auch gebadet. Meine Einsamkeit ist hier zu Ende. Ich setzte mich an den leeren Strand und verpflege mich aus dem Rucksack.
 
Nun folgt der definitiv anstrengendste Teil der Tour: der Aufstieg am Nachmittag in der brütenden Hitze. Der Barranco ist an diesem wolkenlosen Juni-Tag mit seiner Südwestexposition voll der prallen Nachmittagssonne ausgesetzt. Kein Wind kühlt in der Schlucht, kein Schatten. Ich schätze, dass es mindestens 35 – 40 Grad heiss war. Genug zu Trinken ist lebenswichtig. Pro 300 Höhenmeter habe ich rund 1 Liter getrunken. Am Ende des Aufstiegs plagte mich trotzdem ein rechter Durst. Die Beine werden rasch schwer. Ohne genug zu Trinken schafft man es nicht! (wie oben ausgeführt, kann man bei der Wasserleitung die Flaschen füllen – man verlasse sich aber nicht darauf. Ich weiss nicht, ob diese Quelle immer fliesst!).
 
Auf ungefähr 400 Meter über Meer traf ich beim Aufstieg auf 3 Verirrte. Woher sie kamen, weiss ich nicht. Sie erkundigten sich nach dem Weg nach Los Gigantes. Meines Wissens gibt es keinen Weg nach Los Gigantes mit Ausnahme jenes, der sehr ausgesetzt an Felsen und durch Tunnels, die nur 1 m hoch sind, der Wasserleitung entlang führt.
 
Bei der Rückkehr zu den Casas de Araza begrüssten mich 2 Hunde.

 
English text:
 
The Barranco Seco / Barranco del Natero is located just south of the well known Barranco de Masca. Since the latter is completely overrun and the authorities plan restrictions, I have undertaken an alternative tour to the Barranco Seco / Barranco del Natero. This gorge is almost twice as high as the Barranco de Masca. You will rarely find people walking down here. As markers there are here and there stone males.

During the whole canyon tour, I was therefore alone, with the exception of 3 people without equipment that got lost. To this later.

The Barranco Seco / Barranco del Natero falls 1070 meters in altitude from Degollada de Cherfe (pass on the TF-1427 Santiago del Teide - Masca) into the sea north of Los Gigantes. At sea there is a pebble-stone beach without ship pier. The bay is well known for diving.

I parked my car at one of the small parkings near the pass. The path to the Barranco starts at the "Casas de Araza”. It is northwest of the Casas, where you will find the path into the canyon. The path goes in steep switchbacks down; the vegetation becomes denser and denser. The path is very rapidly getting worse (the vegetation dominates more and more and I expect that the path soon becomes untraceable, if nobody grubs here). After you go easily through the first 250 meters in altitude, you get into the rock canyon afterwards. You walk for about 150 meters in altitude in the bottom of the gorge, some climbing over blocks, some exposed cliffs.

At approximately 600 m above sea level comes a surprise. The canyon widens. Suddenly you stand before crumbling buildings, chaotic rails and trolleys. There was once a mine, where calcium or similar were won. The gorge is from here for several hundred meters of white colour. A look at the buildings shows that the machinery is still there. From here, the resulting material was transported by a small railway through a tunnel to Masca. The tunnel is still passable, but very wet. Flashlight and boots are essential. (I have not entered into the tunnel). 


A few hundred meters later, leaving this "factory environment", you enter more deeply into the gorge. The path is partly on the bottom of the gorge, sometimes high on the cliffs. In a place to overcome a cliff, you have to go up about 100 meters in altitude.

At 300 meters above sea level is the next surprise. Here the Teno aqueduct passes. A cottage nestles in the cliffs, and you see many pipes. There is open flowing water (see photo). When you are thirsty, it is a gift from heaven.

The next 250 m in altitude are (from the point of view of mountaineering) the most demanding part of the tour. You have to pass through small cliffs (some stages are beaten). The block climbing is also quite delicate.

About 50 meters above sea level, the gorge widens slowly. It is sandy, the rocks are smaller. Suddenly loud music and laughter come to my ear. I wondered myself, whether partygoers went down the gorge. Soon I reach the beach. Here is the solution: About half a dozen excursion boats from Los Gigantes are anchored in the bay. On the upper deck people eats lunch and music is playing. From the boat they are also going to swim. I sat at the empty beach and had lunch out of my backpack.

Now follows definitely the strenuous part of the tour: the climbing back in the afternoon sun with a terrible heat. The Barranco is on this cloudless June day, with its southwest exposure, full of afternoon sun. No cool wind in the gorge, not a shadow. I appreciate that there were at least 35 - 40 degrees (centigrades). Enough to drink is vital. Per 300 meters, I drank about 1 liter. At the end of the climb still plagued me a right thirst. The legs are quickly getting tired. Without drinking enough you won’t manage to climb up to the starting point! (as indicated above, at 300 m above sea level, you can find water in the canyon to fill the bottles– but don’t trust too much; I do not know if this water is always flowing!).

At about 400 meters above sea level, I met while climbing 3 people that got lost. Where they came from, I do not know. They asked about a path to Los Gigantes. To my knowledge there is no path to Los Gigantes, with the exception of that which runs along the aqueduct. It is very exposed to rocks and goes through tunnels that are only 1 m high.

When I return to the Casas de Araza 2 dogs greeted me.


Texto en lengua española:
 
El Barranco Seco / Barranco del Natero está situado justo al sur del conocido Barranco de Masca. Dado que esta es frecuentado intensivamente es el plan de las autoridades restringir acceso. Hay una alternativa: el Barranco Seco / Barranco del Natero. Este desfiladero es casi dos veces más alto que el Barranco de Masca. Rara vez se encuentran personas que caminan por aquí. Como marcadores hay aquí y allá los hombres de piedra.

Durante toda la excursion, yo estaba solo, con la excepción de 3 personas perdidas en el cañon. Para esto más tarde.


El Barranco Seco / Barranco del Natero se encuentra a 1070 metros de profundidad, de la Degollada de Cherfe (Degollada de la carretera TF-1427 Santiago del Teide - Masca) en el mar al noroeste de Los Gigantes. En el mar hay una playa de guijarros de piedra sin desembarcadero. La bahía es bien conocido para el buceo.

Aparcando mi coche en uno de los pequeños aparcamientos cerca de la Degollada. El sendero hacia el Barranco comienza en las "Casas de Araza". Es el noroeste de las Casas, donde se encuentra el camino hacia el cañón. La ruta va en serpentinas, la vegetación se vuelve más densa y más densa. El sendero es empeorando rápidamente (la vegetación domina). Después de pasar con facilidad los primeros 250 metros de altitud, se va ahora en el cañón de rock. Pasará 150 metros de altitud en el fondo del cañon, con escaladas en bloques y expuestos acantilados.

A unos 600 m sobre el nivel del mar viene una sorpresa. El cañón es más vasto. Veo ruinas y carriles caóticas. Había una vez una mina, de calcio o similar. La garganta es de aquí a varios centenares de metros de color blanco. Una mirada a los edificios que la maquinaria sigue allí. Desde aquí, el material resultante fue transportado por un pequeño ferrocarril a través de un túnel a Masca. El túnel sigue siendo aceptable, pero muy mojada. Linterna y botas son esenciales (no he entrado en el túnel). 

Después de unos pocos cientos de metros, voy más profundamente en la garganta. El camino es, en parte, en el fondo de la garganta, a veces de alta en los acantilados. En un lugar para superar un acantilado, lo que tiene que subir unos 100 metros de altitud.


A 300 metros sobre el nivel del mar es la siguiente sorpresa. Aquí el acueducto pasa. Una casita está ubicado en los acantilados, y ver muchos tubos. Hay corrientes de agua abierto (ver foto), cuando tienen sed, es un regalo del cielo.

El próximo 250 m de altitud son (desde el punto de vista del montañismo), la parte más exigente de la gira. Tienes que pasar por pequeños acantilados (con algunas escaleras). La escalada en los bloques también es bastante delicada.

Cerca de 50 metros sobre el nivel del mar, la garganta amplía lentamente. Las piedras son más pequeñas. Oigo música y voces. Me preguntaba, si celebra un festival de música. Pronto llegar a la playa. Aquí está la solución: Barcos de excursión de Los Gigantes están anclados en la bahía. En el piso superior gente almuerza y la música se reproduce. Desde los barcos también van a nadar. Para mi almuerzo, me senté en la playa.

Ahora sigue la mas difícil parte del día: la escalada en la tarde en el terrible calor. El Barranco se encuentra en este día de junio sin nubes, con su exposición al suroeste. No hay viento en la garganta, y no una sombra. Me doy cuenta de al menos 35 - 40 grados. Suficiente para beber es de vital importancia. Por cada 300 metros, bebí 1 litro. Sin beber las piernas se cansan rápidamente.
¡Sin beber suficiente, no llegas el punto de partida! (¡Como se indicó anteriormente, a 300 m sobre el nivel del mar, puedes encontrar agua para llenar las botellas en el cañón - pero no confías demasiado, no sé si siempre fluye el agua!).

A unos 400 metros sobre el nivel del mar, Yo encontrado 3 personas perdidas. De dónde vinieron, no sé. Se preguntó por un sendero a Los Gigantes. Que yo sepa no hay ningún sendero a Los Gigantes, con la excepción de lo que corre a lo largo del acueducto. Es muy inclinado a través de acantilados y túneles que son sólo 1 m de alto.


Cuando llego las Casas de Araza 2 perros me saludó.

Tourengänger: johnny68

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Kommentare (6)


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alpstein Pro hat gesagt: Bilder der Tunneltour
Gesendet am 20. Juni 2009 um 09:40
von Los Gigantes zur Masca-Schlucht findest Du unter
picasaweb.google.de/teneriffabilder/16122008_Gigantes_Masca#
oder unter www.forumteneriffa.de in der Rubrik "Wandern".
Grüße
Hanspeter

johnny68 Pro hat gesagt: RE:Bilder der Tunneltour
Gesendet am 20. Juni 2009 um 17:43
Hallo Hanspeter

Vielen Dank für diesen Hinweis. Ich habe einmal von diesem Aquädukt-Tunnelweg gelesen (wo, weiss ich nicht mehr). Die Fotos in deinem Link sind sehr interessant.
Weiterhin gute Touren und Gruss
Johnny

alpstein Pro hat gesagt: RE:Bilder der Tunneltour
Gesendet am 20. Juni 2009 um 19:12
Hallo Johnny,

danke für die Wünsche. Bis vor 2 Jahren habe ich Teneriffa als reine "Rentnerinsel" betrachtet und gemieden. Das war eine Fehleinschätzung. Abseits des Trubels gibt es dort noch vieles zu entdecken und zu erwandern.
Grüße und schöne Touren
Hanspeter

nadirazur hat gesagt: Un regalo ...
Gesendet am 20. Juni 2009 um 10:10
... johnny68, gracias por el relato de esta excursión. Espero que sigas encontrando bellas rutas ... He leído con mucho interés tu descripción y me encantan las fotos ...

Hasta otra,
un cordial saludo,
Noemi

johnny68 Pro hat gesagt: RE:Un regalo ...
Gesendet am 20. Juni 2009 um 17:37
Hola Noemi
Gracias por los comentarios. Hoy escribo el informe final sobre los excursiones en Tenerife.
Hasta otra
y con saludos
Johnny

swotch hat gesagt: kalk
Gesendet am 19. September 2011 um 00:28
nein, kalk wurde hier nicht abgebaut. Viel wertvoller ist das wasser selber aber, die bergwerke sind da um wasser zu gewinnen. Da das wasser aber sehr reich an kalk ist, lagert sich der kalkschicht überalll ab, deswegen heisst die Schlucht auch Natero (Sahne) weil es alles weiss ist.
Die erwähnte probleme mit Verdursten sind vermeidbar, wenn man den wetter kennt. Wer bei vollem kalima (wüstenwind) losgeht, muss daher wohlverdient leiden.


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