Schnüerliweg und Züsler Highway - der Weg ist das Ziel


Publiziert von boerscht Pro , 21. Juni 2018 um 17:16. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 4 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Churfirsten   CH-SZ 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1280 m
Abstieg: 1280 m
Strecke:14 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Walenstadt - Walenstadt Berg - Reha Klinik - PP Hochrugg
Kartennummer:http://map.geo.admin.ch/

Das Wetter lässt zur Zeit leider einfach keine wirklich langen Tagestouren zu. Also recht früh starten und zur abwechslung mal wieder mit leichtem Tagesrucksack eine Tour machen und hoffen vor dem Gewitter weider zurück zu sein. Mit paul_sch gehts auf die schmalen Schnüerli in den Wänden der Churfirsten.

Hochrugg - Paxmal -Sitzstein - Alp Tschingla T4+; 1:15 h:

Wir starten so weit oben wie nur irgendiwe möglich um die Höhenmeter im Rahmen zu halten und die Tour nicht mit langweiligen Forstwegen starten oder enden zu müssen. Da bietet sich am Besten der Parkplatz Hochrugg nahe dem seltsamen Tempel Paxmal an, welcher allerdings erstmal gefunden werden will.
Bei bestem Wetter gehts schon mit super Aussicht über den Walensee los. Einen Abstecher zum seltsamen Paxmal machen wir noch, was einem griechischen Tempel ähnelt, aber  ein "stiller, friedlicher Ort für innere Sammlung, Einkehr und Meditation" sein soll.
Kurz gehts noch, schon blau weiß markeirt, über Weidegelände, bevor es dann direkt spannend los geht. Eine erste senkrechte Wand wird mit Hilfe von Bügeln und Rohren als Geländer überwunden. Der Weg quert nun lange, ab und zu versichert und sehr aussichtsreich den Hang. Vor dem Sitzstein geht es durch einen Tobel nochmal in leichter, versicherter Kraxelei hinauf. Die besten Tritte und Griffe sind hier sogar blau markiert.
Vorbei am Sitzstein geht es in nicht endenden Querungen, imemr mal etwas ausgesetzt zur schön gelegenen Alp Tschingla.

Alp Tschingla - Chamsässli - Einstieg Schnüerliweg T3; 35 min:

Nach Nutzen der Spiel- und Spaß Angebote mit Trampolin und Sandkasten an der Alp Tschingla, der Whirlpool war leider nicht an, gehts weiter in Richtung Chamsässli. Zunächst folgt man dem Forstweg, bis es an P.1543 ganz unscheinbar auf schmalem Pfad steil nach links ab geht. Hier steckt ein kleiner, blau weiß markierter Pfosten, ist jedoch trotzdem leicht zu verfehlen.
Dem Pfad folgend, gehts an einer nicht sehr bequem aussehenden Sitzbank einen weiten Tobel querend zur Hütte Chammsässli. In der OpenStreetMap ist die Hütte als WC eingezeichnet, sehr kurios, das müssen wir uns noch genauer anschauen. Vor Ort ists auch etwas kurios und die Aussicht nicht schlecht ;) siehe Bilder.
Dem ab hier nun weider beschilderten Wanderweg folgen wir in Richtugn Chäserugg, bis zur Wand vor dem Valsloch.

Schnüerliweg - Stollenfurgge T4; 1h:

Der Einstieg zum Schüerliweg ist nicht zu verfehlen. Direkt neben einem großen weiß rotem Pfeil gehts auf das Grasband unterhalb der Felswände. Eine Wegspur ist den kompletten Schnüerliweg entlang deutlich ausgetreten.
Recht einfach und zunächst wenig ausgesetzt folgten wir dem Pfad entlang der Felswand zum Tieregg. Helme haben wir auf, ist auch zu empfehlen, wir hatten 2 mal sehr nahen Steinschlag, einmal von einer Gams ausgelöst. Nach dem Tieregg folgt die einzige Stelle auf dem Weg an der man sich etwas versteigen kann. Bevor es auf ein felsiges Band direkt an der Wand geht, sollte man eben nicht auf dieses, sondern etwas absteigen und im Gras unterhalb gehen. Die Wegspuren sind hier von oben aus nur schwer zu erkennen.
Immer auf schmalem, gut begehbarem Pfad geht es unter den eindrucksvollen Wänden des Hinderuggs und Schibenstoll entlang. Der Weg an sich ist nicht schwer, meist T3-T4, jedoch sollte man sich gut konzentrieren und nicht abrutschen, da es doch ordentlich ausgesetzt ist.
Die Aussicht über den Walensee und auf die Wände der Churfirsten ist den ganzen Weg über genial und so brauchen wir ziemlich lange aufgrund der vielen Fotos.
Kuz vor der Stollenfurgge zwischen Zuestoll und Schibenstoll kommt dann noch die "Schlüsselstelle" des Schnüerliwegs. Von weitem siehts fast unmöglich aus, das dort ein recht einfacher Weg lang geht. Ist aber so. Das etwas bröselige abschüssige Band wird über ein kurzes, unversichertes Stück im Gras erreicht, welches gut ausgesetzt ist (T4). Das Band selbst ist dank der Versicherung gut und einfach zu begehen.

Stollenfurgge  - Rüggli - Paliis Nideri T4; 1h:

Von der Stollenfurgge können wir wie gehofft auf dem Schneefeld im Tal zwischen Zuestoll und Schibenstoll noch ziemlich weit und schnell auf mitgebrachtem Plastiksack abrutschen. Unterwegs gabs hier noch einen spärlichen Überrest einer Gams zu sehen.
Über tolle Wasserrillen im Kalkgestein gehts dan spärlichen Steinmännern folgend, weglos zum Wanderweg hinab, welcher zum Schiebenstoll führt. Diesem folgen wir bis zum Abzweig des Weg zum Zuestoll. Hier gibts dann erstmal Mittagspause und wir überlegen ob wir noch auf den Zuestoll sollen oder nicht. Das Regenradar zeigt für 16 Uhr extremen Niederschlag und Gewitter an, also lieber nix riskieren und den Gipfel auslassen, da der Abstieg ja noch der schwerste Teil der Tour sein soll.
Dann ist heute halt der Weg das Ziel, was bei den tollen Wegen eigentlich eh schon Grund genung für die Tour ist.
Mit einigen Stufen und kurzer Kraxelei gehts über den Wanderweg in den Sattel zwischen Rüggli und Zuestoll.
Auf deutlichen Wegspuren, welche auch auf der Karte eingezeichnet sind, geht es zum Paliis Nideri. Im Aufstieg muss noch ein großes, aber unproblematisches Schneefeld im Tal zwischen den Churfirsten gewuert werden. Dem Pfad folgend dann weiter bis zur Abbruchkante.

Paliis Niederi - Züsler Highway  T5, I; 1h:

Nun folgt die Fortsetzung des Schnüerliwegs in Form des spannenden Züsler Highways. Auch hier ist ein Helm sinnvoll.
Vom Paliis Niederi geht es direkt in steilen Schrofen nach unten. An den heiklen Stellen ist hier alles bestens mit Ketten versichert. Bald folgt eine Abkletterstelle in einem Riss, welche auch mit Ketten versichert ist, sonst wärs ein IIer, so eher nur I.
In toller Wegführung und auf deutlicherem Pfad als am Schnüerliweg, jedoch nicht weniger ausgesetzt (eher mehr), geht es in die Wand unterhalb des Brisi. Der Weg ist auch hier, da wo nötig, versichert und es findet sich ein tolles Holzschild mit der Beschriftung "Züsler Higway" und dem Profil der Churfirsten am Wegrand. Leider ist der Highway viel zu schnell am Ende und es geht in steilen, engen Serpentinen hinab auf die Ebene Paliis.
Um nun einiges an Wegstrecke zu sparen und nicht weider bis zur Alp Tschingla zu müssen, kann an geeigneter Stelle auf den blau weißen Weg, welcher wieder zum Paxmal führt, weglos abgestiegen werden. Wir steigen in etwa auf Höhe des Mini Sees auf der Karte am Waldrand über steile Wiese zum Wanderweg ab. Nicht ganz die optimalste Variante. Direkt unterhalb des ausgangs des Züsler Highways auf Höhe des P.1468, sollte es wohl auch gehen und man würde so ein gutes Stück Strecke einsparen.

Sitzstein - Paxmal - Hochrugg T4+; 1 h:

Über den blau weiß markierten Weg, welchen wir auch im Aufstieg gegangen sind, gehts wieder zurück zum Ausgangspunkt. Im Absiteg kommen die vielen Sicherungen an den steilen Stellen gar nicht so ungelegen. Perfekt zum ersten Donner, welcher dann gar nicht mehr aufhören will, sind wir zurück am Parkplatz. Auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen, den Gipfel des Zuestolls auszulassen. Ein nasser Züsler Highway im Absiteg muss wirklich nicht unbedingt sein.

Weitere gute Berichte der Tour die bei der Planung sehr hilfreich waren gibt es hier und hier.

Tourengänger: paul_sch, boerscht


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Kommentare (3)


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Nik Brückner hat gesagt:
Gesendet am 22. Juni 2018 um 10:01
Servus!

Ihr habt extra zum Schneerutschen einen Plastiksack mitgenommen? Geil! Das nenn ich eine perfekte Ausrüstung!

Fröhliche Grüße,

Nik

boerscht Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 22. Juni 2018 um 10:46
Hi Nik,

der Paul schwört da drauf, ich setzt eher auf die Regenhülle vom Rucksack, hat sich beides bisher gut bewährt.

Gruß von Weinheim nach Mannheim :)

Adrian

Nik Brückner hat gesagt: RE:
Gesendet am 22. Juni 2018 um 11:14
Sehr gute Technik, merk ich mir für morgen.

Gruß an die Bergstraße,

Nik


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