Steinbock-Safari am Nädliger im Alpstein


Publiziert von alpstein Pro , 22. August 2017 um 20:24.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:21 August 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-SG 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m
Strecke:ca. 14 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:über Rheintal - Haag - Wildhaus, PP Chuchitobel
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Ramsen - Frauenfeld - Attikon - Wil - Toggenburg - Wildhaus
Unterkunftmöglichkeiten:Zwinglipasshütte
Kartennummer:map.geo.admin.ch

Social Media machte es möglich, dass ich Cousine Uschi nach Jahrzehnten quasi virtuell über den Weg lief. Auch vom Bergvirus infiziert, haben wir Pläne für eine gemeinsame Tour geschmiedet. Mit meiner Steinbockgarantie schälte sich der Alpstein als Ziel heraus. Pünktlich gabelte sie mich dann auch am vereinbarten Treffpunkt zur Fahrt in das Obertoggenburg auf. Gegen 9.30 Uhr waren wir in Wildhaus zum Start bereit. Leider hatte sich die Sonne mittlerweile hinter Wolken versteckt.

Das Ziel hieß Nädliger-Region, die man auf verschiedenen Routen erreichen kann. Wir nahmen den steilen Aufstieg über den Wildhuser Schafboden zum Jöchlisattel unter die Füße. "Dieser Weg wird kein leichter sein" ist dazu der passende Titel. Er ist nicht schwer, aber beschwerlich. Auf jeden Fall werden die Höhenmetern auf dieser Route effizient vernichtet, auf den letzten 250 Hm im Schutt und über Schrofen. Dennoch steige ich in diesem ruppigen Gelände lieber auf als ab.

Mit dem Tempo, das Uschi im Flürentobel vorlegte, sah ich für mich ziemlich schwarz. Die Tatsache, dass sie von den Vortagen über 50 km in den Beinen hatte, ließ mich aber Hoffnung schöpfen. Sicherheitshalber übernahm ich aber doch bald selbst die Führung. Eher gemächlichen Schrittes ging es fortan weiter. Wer langsamer geht, kommt auch ans Ziel.

Es ist eine gewaltige Szenerie, welche den Wanderer zwischen Moor und Wildhuser Schafberg umgibt.. Schrofenflanken und Felsgipfel ragen steil empor. Kuhglockengebimmel drang von der Ebene der Alp Tesel herauf, nur vom Rotorengeräusch eines Helis übertönt, der Baumaterial zur Zwinglipasshütte flog. Lange Zeit war auch keine Menschenseele zu sehen im sonst so gut frequentierten Alpstein. Die schon wieder verwaiste Alp auf dem Wildhuser Schafboden und die abgegrasten Weiden, ein Zeichen dafür, dass der Bergsommer fast vorbei ist.

Von kurzen Trinkpausen unterbrochen, stiegen wir stetig bergan. Ich bin diese Route schon mühsamer hinaufgekeucht. Nach rund 3 Stunden reine Gehzeit haben wir schließlich den Jöchlisattel (2294 m) erreicht, wo sich der Blick nach Westen und nach Norden zum Säntis öffnet. Ungetrübt war die Sicht wegen der Nebelschwaden nicht, sie wusste aber dennoch zu gefallen.

Während wir so in die Runde schauten, hat Uschi dann wenig unterhalb vom Sattel die ersten Steinböcke erblickt. Bei genauerem Hinsehen wurden es immer mehr. Kapitale Böcke, Geißen und der Nachwuchs etwas abseits. Ein Mann, ein Wort, meine Steinbockgarantie war keine leere Versprechung. Lange haben wir die Tiere beobachtet. Leider war das Licht zum Fotografieren nicht optimal und zu nah auf die Pelle rücken wollten wir den Tieren nicht.

Irgendwann machten wir uns dann aber auf Richtung Nädligergrat, den man im Auf und Ab mit Kraxeleinlagen im Karst und Schrofen erreicht. Unterhalb vom Nädliger hielten weitere Steinböcke Siesta. Murmeltiere konnten wir zwar ständig hören, bekamen sie aber leider nicht zu Gesicht. Irgendwie kamen wir uns von ihnen "veräppelt" vor ;-)

Am Altmannsattel (2366 m) machten wir wegen der schon fortgeschrittenen Zeit kehrt. Der Altmann ist zwar aufgeschoben aber nicht aufgehoben. Den Abstieg haben wir schließlich über die Zwinglipasshütte (1999 m) angetreten. Für ein Bier dort war noch Zeit. Über die Alp Tesel und den Flürentobel kamen wir nach Wildhaus zurück, wo wir um genau 18.00 Uhr eintrafen.

Fazit: Das gemeinsame Unternehmen beim erfreulichen Wiedersehen hat großen Spaß gemacht. Die Unterhaltung und der Naturgenuß kamen nicht zu kurz. Das i-Tüpfelchen war dann auch, dass wir eine Menge Steinböcke zu Gesicht bekamen.

Route: Wildhaus - Flürentobel - Wildhuser Schafboden - Jöchlisattel - Nädliger - Altmannsattel P. 2366 - Zwinglipasshütte - Alp Tesel - Flürentobel - Wildhaus. Die Nädliger-Route ist wbw markiert.

Tourengänger: alpstein


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Kommentare (2)


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countryboy Pro hat gesagt:
Gesendet am 22. August 2017 um 22:06
Hallo Hanspeter

Scheint als hätte das Bergwetter auch am Montag noch etwas gezickt. Wenn man aber eine so fitte Begleiterin hat, wären eitel Sonnenschein und höhere Temperaturen nicht unbedingt förderlich für alpstein im Alpstein. Ich hätte bestimmt meine Mühe gehabt.

Wenigstens haben dich die Steinböcke nicht hängen lassen. ;-)

Beste Grüsse, Yves

alpstein Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 23. August 2017 um 06:32
Hallo Yves,

dass mittelhohe und Bewölkung aufzieht, wurde am Morgen noch vorhergesagt. Das die Fernsicht suboptimal war, konnte ich verschmerzen, ist mir das Alpstein-Panorama doch nicht gänzlich unbekannt.

Meine größere Sorge, konditionell neben meiner Begleiterin unterzugehen, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Wir haben die Strecke zum Jöchlisattel zwar nicht, wie ein NeuHikr, in 48 Minuten geschafft, waren aber doch gut in der Zeit.

Mit den Steinböcken hatten wir Glück. Dafür hattest Du die Murmeltiere am Piz Beverin.

Beste Grüße
Hanspeter



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