Zervreilahorn NO-Grat Gesamtüberschreitung


Publiziert von tricky Pro , 17. September 2016 um 16:42.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Valsertal
Tour Datum:13 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: 6a (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3 Tage
Unterkunftmöglichkeiten:Biwakplatz am Fuss vom Zervreila vorhanden

Das Matterhorn von Vals, der markanter Berg am Ende des Zervreilasee. Das Zervreilahorn oder auch Zerfreilahorn besteht aus drei markanten Gipfeln und hebt sich durch seine rostrote Färbung stark von der Umgebung ab. Der von Nordost nach Südwest streichender, sehr zerrissener und gezackter Grat ist brüchig, speziell in der Nordseite. Das "Horu" kann in einer anspruchsvollen Alpinwanderung über den Südwestgrat (T5) oder eine Rampe in der Südostwand erreicht werden. Wir nahmen die bekannte Kletterroute "NordOst-Grat".

Tag 1:
Mit dem Bus nach Vals, Zerfreila und gemütlich zu Fuss mit 690hm in 2:45min zum Fusse des Zervreilahorns. Unsere Biwaksachen deponierten wir bei der ersten flachen Ebene. Es hätte zwar weiter oben noch zwei weitere schöne Biwakplätze, aber unten ist es etwas wärmer und Windsicherer. Wir kletterten uns warm im Klettergarten. Gemäss Führer die Mixed Emotions, die schlecht abgesichert sein sollte. Schöne Risssrouten mit vielen Bolts. Danach die ersten zwei Seillängen vom Nordostgrat Direkteinstieg. Die erste SL harte 5c+ mit Überhang und Piazriss. Passend wäre 6a. Die zweite mit 4c definitiv nicht lohnend über Gras und Geröll. Besser die linken zwei 6a Risssrouten nehmen. Das Klettermaterial deponierten wir gleich beim oberen Einstieg von der NO-Grat Route. Zurück mit leichtem Gepäck zu unserem Biwakplatz um Kaffee und Tortellini zu geniessen.

Tag 2:
Die Kälte lies uns noch etwas länger im Schlafsack bleiben. Dennoch standen wir gegen 6:30 nach dem Morgenessen auf und machten uns in der Morgendämmerung auf zum Horn. Die T5- Stelle bis zum oberen Einstieg kannten wir ja nun vom gestrigen Abstieg. Nach 08:30 Uhr stiegen wir in die Route ein. 4c ist die erste. Die zweite SL mit 5a+ schönes Steillettern. Je nach Führer mit Angabe von 4c bis 5b. Absicherung immer gut, in den einfacheren Routen wie 3c natürlich spärlicher, da muss die Route etwas gesucht werden. Die Stände aber in gutem Zustand. Müssen jedoch selber Verbunden werden. Die letzte Seillänge die Schwierigste mit 5c+. Absicherung ist sogar sehr gut abgesichert. Steiles Kamin hoch bis zum Stand. Ab da könnte man 10x22m Abseilen. Wir aber zogen weiter bis zum Gipfel am langem Seil über viel grosse und zum Teil lose Gesteinsbrocken.

Die Überschreitung ist im T5 Bereich mit lll Klettern und Abseilen, dauert gut mal 3h. Für die Wegfindung muss man selber schauen, auch die Abseilstellen sind nicht gerade offensichtlich. Mit unserem 60m einfach Seil konnten wir die erste Abseilstelle in die senkrechte Nordwand gut machen. Zuerst über Schotter entlang der Nordwand, danach mehr oder weniger dem Grat entlang. Die Türme umgingen wir Nordseitig. Auf dem Mittelgipfel ist die Abseilstelle direkt an der Kannte etwas ausgesetzt unterhalb des Fels. 3x 20m Abseilen bis zum Sattel. Ab da könnte man die Steile Schotterrinne Südseitig runtersteigen. Wir lagen aber noch gut in der Zeit und kletterten direkt vom Sattel wieder Richtung Grat. Es hat dort zwei Bolts, die den Weg weisen über die lll Stelle. Danach mehr oder weniger südseitig hoch zum Hauptgipfel.
Der Abstieg über die Normalroute NW ist gut ersichtlich. Es hat sogar Abseilstellen, die wir auch benutzten, ob das schneller war glaube ich zwar nicht... In der Einsattelung südlich am sehr schwach ersichtlichen Weg entlang zum Einstieg, respektive zurück zum Biwakplatz und zum Abendessen.

Tag 3:
Etwa um 03:00 Uhr fing es leicht an zu Regnen. Der Biwaksack von Dina ist nicht ganz so dicht wie meiner, so standen wir bald mal auf, packten und liefen Richtung Busstation. An der Zervreila Kapelle machten wir Halt für unser Morgenessen. Der Bus fährt erst in 2h.


Fazit: Sehr schönes Gebiet. Einsame sicherlich auch wegen dem Zustieg. Die Klettertour könnte man auch in einem Tag machen, das sogar mit ÖV. Aber es lohnt sich dort oben zu Biwakieren. Auch gut ein Bike dabei zu haben, um von der Staumauer bis  zu Seeende zu fahren. Diese Strecke ist zu Fuss nicht der Hit. Die Überschreitung verlangt Alpines Wissen und Routenspürsinn. Aber sicher sehr lohnenswert wenn noch gut 3h Zeit übrig sind.
Material: 50m Einfachseil genügt für die Route, einen Rückzug kann aber sehr schwierig werden. Sah in der Route mehrere altes Abseilmaterial. Nordseite würde ich vermeiden wegen sehr brüchigem Gestein. 10 Expressen und 1-2 Friends genügen. Lange Schlingen für die Überschreitung und um die Stände zu Sichern.

Tourengänger: tricky

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