Ringelspitz, Piz Tschep und Morchopf - gross(artig)e Runde über Trin


Publiziert von PStraub , 14. September 2016 um 19:50.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum:14 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-SG 
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m

Geplant war das als ÖV-Tour. Ich wollte für die Fahrt auf die Alp Mora ein Taxi organisieren. Doch die Angefragten waren demonstrativ desinteressiert an dieser Fuhre.
So bin ich halt selber hochgefahren (Fahrbewilligung Fr. 20.-, muss vorab bei der Gemeindeverwaltung bezogen werden). Jetzt weiss ich, warum sie nicht wollten: Die Hin- und Rückfahrt war klar der schwierigste und gefährlichste Teil der heutigen Tour. Allfällige Interessenten tun gut daran, diese Seite genau zu studieren und die dortigen Warnungen ernst zu nehmen!


Gestartet bin ich beim kleinen Parkplatz auf ca. 1970 m und bin via Muletg (P. 2027) auf dem markierten Weg auf das südliche Ende des Tschep-Grates gestiegen. Vor Muletg stand eine Mutterkuhherde. Sie waren durchaus friedlich, brüllten aber wie am Spiess.

Einmal auf dem Tschep-Grat geht es eigentlich nur noch geradeaus. Tschep Sut, Tschep Sura und schliesslich Tschep (P. 2943). Hier etwas hinunter in die Ebene, dann stösst man unweigerlich auf Steinmänner, die einen ohne Probleme durch das Tschepband führen. Erst der Aufstieg zum Ringelspitz-Nordwestgrat ist etwas unübersichtlich. Sehr steil ist das Gelände nicht, aber alles ist voller Schiefer und der Fels ist ungünstig geschichtet. Vorher war alles Wandergelände, hier passt, bei optimaler Routenwahl, ein T4.

Der Gipfelturm lässt einen erschauern - ein Verrucanoturm, wie er im Buche steht. Doch die Griffe und Tritte sind erstaunlich fest und das Stahlseil kann als elegante Selbstsicherung benutzt werden. Mit zwei Mal umhängen ist man oben bezw. unten.

Der Ringelspitz ist nicht nur der höchste St. Galler und der höchste Gipfel innerhalb des UNESCO-Welterbes. Er ist auch ein aussergewöhnlicher Aussichtspunkt: Bezüglich Dominanz liegt er an 7. Stelle in der Schweiz.

Bis zum (Piz) Tschep ging ich auf dem gleichen Weg zurück, dann wechselte ich auf die andere Seite des Laghet-Kessels. Mit dem Laghet ist es nicht mehr weit her - er ist am Austrocknen. Übrigens führen auch die Bäche kein Wasser, es muss also anhaltend trocken gewesen sein.

Natürlich versuchte ich, die Grattürme zu übersteigen. Bis fast ans Ende ging das ganz gut - und dann ging gar nichts mehr. Also zurück und unten herum. Ab hier hat es über den ganzen Gratrücken (Morchopf bis P. 2506) meist gut sichtbare Wegspuren, alles im T3-Bereich.

Manchmal geht es mir wie Oscar Wilde, der allem widerstehen konnte ausser einer Versuchung. Und eine solche war der Turm P. 2506. Ich meine, wenn die Trinser schon solche hinstellen, dann wollen sie auch, dass man sie besteigt. Von der Südwestseite ist der vordere ein WS+, der Stein ist feinsplitterig und unzuverlässig. Halt die Sorte Fels, die nur die Schuh- und Hosenhändler freut.

Die Gegend wurde in HIKR schon wiederholt gepriesen - dem schliesse ich mich gerne an.
Es war eine traumhafte Wanderung bei Traumverhältnissen. Und das B&B (Baden & Bier) mit Irène in Unterterzen setzte dem noch die Krone auf.

Tourengänger: PStraub

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Kommentare (6)


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Bergamotte Pro hat gesagt:
Gesendet am 15. September 2016 um 11:59
Diese interessante Variante für den Alleingänger hab ich mir vorgemerkt. Verstehe ich das richtig, dass man auf dem Tschepband den gleichnamigen Grat auf dessen Westseite komplett passieren kann, um anschliessend den NW-Grat vom Ringelspitz (den man zu diesem Zeitpunkt bereits passiert hat) zu gewinnen? Ist vor Ort klar, wo man zum NW-Grat aufsteigt?

PStraub hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. September 2016 um 13:04
Ja, man steigt über die Gipfelfalllinie hinaus in etwa gleicher Richtung weiter. Es lohnt sich, möglicht lange so zu gehen, "vorn" ist das Gelände einfacher.

>Ist vor Ort klar, wo man zum NW-Grat aufsteigt?
Beginn und Ende sind klar, dazwischen sind die Wegspuren nicht immer gut sichtbar.

leuzi hat gesagt: Selbstsicherung
Gesendet am 15. September 2016 um 16:16
Tolle Tourenidee! Wie hast Du die Selbstsicherung beim Gipfelturm am Stahlseil gemacht? ...mit einem Klettersteigset? Grüessli leuzi

PStraub hat gesagt: RE:Selbstsicherung
Gesendet am 16. September 2016 um 08:51
Selbstsicherungen mit Karabinern am Ende eignen sich mE. nur, wenn die Abstände der Zwischensicherungen klein sind.

Ich verwende die "Primitiv"-Ausrüstung wie hier.

Beim Klettern hält sich die Sicherung dank Reibung dort, wo ich sie hinschiebe. Am Zwischenstand wird kurz der Karabiner eingehängt. Dank der Länge der Sicherung kann ich mich etwas vom Seil wegbewegen.
Und im Falle eine Falles (wörtlich gemeint) würde die Schlaufe bremsen, statt wie ein Karabiner ungehemmt abzusausen.

leuzi hat gesagt: RE:Selbstsicherung
Gesendet am 16. September 2016 um 09:08
Merci für das gute Bild und die Erklärung. Ein Kollege meint, ein 4-fach-Prusik würde auch am Stahlseil halten. Meiner Meinung nach gäbe das doch ein "Gwurst". Deshalb merci für Deine Lösung, die ich gerne teste.

Bist Du vom Gipfelturm abgeklettert oder abgeseilt?

PStraub hat gesagt: RE:Selbstsicherung
Gesendet am 17. September 2016 um 08:59
Abseilen lohnt sich wegen der paar Meter kaum, ich ging beide Wege "an der Schlinge".


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