Nadlenspitz und Fählenschafberg


Publiziert von MatthiasG , 25. Juli 2016 um 23:24. Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:18 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:ca. 16km

ACHTUNG! GPS Track beinhaltet Irrwege!!!

Muss das sein? Ja das muss sein. Der Nadlenspitz. Wenn man ihn sieht, egal von welcher Seite, flößt er ordentlich Respekt ein. Aber ich beginne mal von vorne.

Nach gemütlichem Ausschlafen treffen wir uns gegen 8:00 mit zwei Autos bei Wasserauen. Das lange Schlafen hat zwei Gründe: zum einen muss bei so einer Unternehmung das Gras trocken sein, und zum anderen sollte man seine Energie zu 100% verfügbar habe. Daher gibt es diesmal keine Diskussion, in der ich versuche Paul um Mitternacht aus dem Bett zu bekommen.

Mit dem zweite Auto fahren wir dann gemeinsam weiter nach Pfannenstiel, von wo unsere Tour beginnt. Schon am Sämtisersee wird zum ersten Mal Wasser nachgetankt, es ist wirklich schön warm heute. Harmlos auf bekannten Wegen geht es weiter zum malerischen Fählensee. 

Nach der Fählenalp kommt rechts der Einstieg zum Mörderwegli (T5-), welches mit einem kleinen Tobel und leichter Kraxelei beginnt. Mörderheiss ist es jetzt, der Sonnenbrand trotz Schutzfaktor 50 bereits vorprogrammiert. Gegen Ende des Mörderweglis kürzen wir ab, und etwas später dann irren wir etwas neben dem Weg in den Felsen. Aufwärts kein Problem aber abwärts nicht zu empfehlen. Der eigentlich Weg wäre in diesem Bereich im Gras geblieben.

Auf dem Schafbergsattel ruhen wir uns aus und jausnen, und lassen alles überflüssige Gewicht zurück. Auch meine Spiegelreflexkamera und die Objektive lasse ich schweren Herzens hier. Aber bei dem was folgt hätte ich teils eh keinen Nerv zum fotografieren gehabt.

Wir queren zum Fuß der Nadlenspitze und tasten uns Meter für Meter hinauf (T6: weglos, unmarkiert, ausgesetzt, Absturzgefahr. Hier kann man meines Erachtens auch bei besten Bedingungen keine T5 vergeben, auch wenn es nur ein ganz kurzes Stück ist. Für noch blödere Stellen gibt es ja noch T6+, aber solche mach ich nicht). Plötzlich sind wir zu unserer eigenen Überraschung oben! Bis zum Schluss haben wir es nicht sicher gewusst, ob wir uns das trauen. Der Grat ist recht ausgesetzt und die letzten 2-3 Meter enorm gefährlich. Wenn da was schief geht, gibt es keine Verletzten... Alle Steine sind locker, nur das Gras hält halbwegs. Auch die Erdtritte sind teils halb ausgebrochen, es ist volle Konzentration angesagt. Mein Graspickel hilft mir sehr, aber Paul beweist, dass es auch ohne geht.

Es ist uns eine große Ehre, uns in diese schöne Gipfelbuch eintragen zu dürfen! Nur einen Tag vor uns war ein prominenter hikr oben, hier ist die Welt klein! 23 Einträge klein, mit unserem :)

Auch das Hinabklettern von diesem Gipfel ist für die ersten paar Meter recht spannend, danach kommt uns der Fählenschafberg (hier oben nur noch T4) sehr einfach vor.

Dann geht es zurück zum Schafbergsattel und den anfangs gut sichtbaren Weg zu den Borsthalden (T5) hinunter, welcher dann aber durch Erdrutsche abgerissen ist. Diese sind aber bei so einem trockenen Wetter unproblematisch. Eine Querung über eine Runse schenken wir uns, das Gras diesseits erscheint einladender. Dennoch schrecken wir leider die Gams auf, die genau in dieser Runse wohl geschlafen hat. Sie flüchtet aber zum Glück nicht weit, da wir still halten, bis sie sich wieder beruhigt hat. 

Weiter unten im Gras sind dann gar keine Wegspuren mehr zu erkennen, aber man kann durchgehend in gut trittigem Gelände bleiben, und es gibt nur noch eine einzige kleine Kraxelei von nicht einmal 2 Metern zu überwinden. Bei Nässe oder gar Schnee würde es aber ganz anders aussehen, Risiko darf man auch hier keines eingehen!

Dann sind wir wieder auf festen Wegen und genießen ein Bier auf der Meglisalp, bevor wir immer einfacheren Wegen folgend nach Wasserauen zurück gehen. Ein langer, aber lohnender Tag. Ob ich aber den Nadlenspitz jemals wiederholen werde, weiß ich nicht so recht :)

Pauls Fotos und Bericht: http://eigelb.at/c/nachrichtenreader/nadlenspitz-und-faehlenschafberg-alpstein-ch.html

ACHTUNG! GPS Track beinhaltet Irrwege!!!

Tourengänger: MatthiasG, paul_sch


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