Hoher Riffler 3168m


Publiziert von Sputnik Pro , 12. Januar 2009 um 21:26.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Verwallgruppe
Tour Datum:11 Januar 2009
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT5 - Alpine Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1980 m
Abstieg: 1980 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Landeck oder Innsbruck mit der Bahn nach Sankt Anton. Von dort mit dem Bus nach Pettneu am Arlberg.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:Edmund-Graf-Hütte ÖAV; 95 Plätze (kleiner Winterraum immer offen). Telefon: 0043 5448 85 55.
Kartennummer:www.austrianmap.at

MÜHSAMES SCHNEEWÜHLEN AUF DEN HOHEN RIFFLER MIT EINEM EXTREM LUFTIGEN SCHLUSS-HIGHLIGHT ZUM HAUPTGIPFEL !

Der Hohe Riffler im Tirol ist der höchste Gipfel des Verwalls. Er liegt 2000m hoch über dem Stanzertal im Norden und Paznauntal im Osten. Der im Sommer öfters besuchte Südgipfel ist als ziemlich einfache Bergwanderung über einen markierten Pfad von der Edmund-Graf-Hütte (2385m) erwanderbar. Die Oben genannten Schwierigkeitsangaben beziehen sich auf den Südgipfel. Der um 2m höhere Hauptgipfel (Nordgipfel) ist vom Südgipfel durch eine tiefe Scharte getrennt. Der luftige Übergang zum Hauptgipfel ist nur für geübte Berggänger machbar (WS/T6; Fels III-). Im Winter ist die im Aufstieg aus der Scharte zum Hauptgipfel kaum abzusichern und noch um einiges schwieriger als im Sommer (etwa ZS-; Firn >60° und Fels II-III). 

Unsere Tour im Detail: Kurz gesagt war der Hüttenzustieg viel weniger mühsam als eingeplant, der Gipfeltag dagegen um einiges Kräftezehrender wegen den Schneeverhältnissen. Wir starteten bei eisigen Temperaturen beim Parkplatz am Eingang vom Malfontal auf 1200m. Die erste Hälfte des Forstweges bis 1450m (Hütte) erlaubte dank Schneeräumung ein schnelles Vorwärtskommen. Der weitere Weg das Malfontal hinauf war dank den vielen Skiabfahrtsspuren trotz einigem Einsinken ohne Schneeschuhe begehbar. Auf 1800m kurz vor der Hinteren Malfonalpe (1825m) zweigt die Route steil hinauf zur Edmund-Graf-Hütte ab. Zu unserem Erstaunen trafen wir eine Fussspur an und konnten in den Tritten bequem zur Edmund-Graf-Hütte (2385m) aufsteigen. Die Hütte hat einen kleinen Winterraum mit 6 Schlafplätzen, trotz Ofen kühlt der gemütliche Raum in der Nacht aber schnell wieder aus. Um halb sieben Uhr morgens starteten wir uns dann am Sonntag zum Hohen Riffler. Die ersten 100 Höhenmeter folgten wir immer den Blöcken bei denen wenig Schnee lag, doch dann wurde der Schnee tiefer und wir montierten die Schneeschuhe. So gelangten wir, zuletzt etwas steiler, auf einen Sattel (zirka 2620) unterhalb des Blankahorn-Westgrates. Vom Sattel führt die Route in die 2990m hohe Lücke zwischen Kleinem Riffler (3014m) und Blankahorn, sie verläuft immer unterhalb (nördlich) vom Blankahorn Westgrat und wird gegen oben immer steiler. Schon bald war das Gelände steil und unter wenigen Zentimeter weichem Schnee war eine harte Kruste die den Schneeschuhen keinen halt bot und wir ins Rutschen kamen. Also marschierten wir ohne Schneeschuhe weiter - obwohl Marschieren nicht den Tatsachen entsprach! Vielmehr wühlten wir uns den Hang hinauf, brachen öfters ein und suchten felsige Stellen die den Aufstieg erleichterten. Irgendwann waren wir dann im Sattel. Hier beginnt der Gipfelhang (Westflanke) auf den Hohen Riffler. Der Aufstieg über den Geröllhang war nun einfacher und bald standen wir nach etwas über vier Stunden Aufstieg auf dem Südgipfel. Der Übergang zum Hauptgipfel sah kriminell aus, doch ich wollte unbedingt hinüber. Nach einigem Suchen fand ich eine Stelle (Westseite) um vom Vorgipfel gut gestuft in die Scharte hinunterzuklettern. Auf der anderen Seite musste ich ein stellenweise bis über 60° steiles, 10m hohes Firnfeld hochklettern. Dani sicherte mich vom Südgipfel aus, doch bei einem Sturz wäre ich wohl trotzdem bis in die Scharte gefallen. Hinter der Kuppe hatte ich dann kein Seil mehr, doch der kurze luftige Blockgrat zum Gipfelkreuz hatte zum Glück gute Griffe und Tritte. Der Abstieg in die Scharte war dank einem Felszahn oben zum Glück gut abzusichern und ich kam so wieder heil auf dem Südgipfel an.

Genaue Route: TAG 1: Pettneu am Arlberg - Malfontal - Vordere Malfonalpe - Hintere Malfonalpe - Edmund-Graf-Hütte. TAG 2: Edmund-Graf-Hütte - Sattel 2620m westlich Blankahorn Westgrat - Sattel 2990m zwischen Blankahorn und Kleiner Riffler - Westflanke Hoher Riffler - Südgipfel - Hauptgipfel - Abstieg wie Aufstieg.

Tourenbericht von Dani: http://www.hikr.org/tour/post10785.html 

Tourengänger: Sputnik, ironknee

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T4 L WT5
11 Jan 09
Hoher Riffler (3168m) · ironknee

Kommentare (7)


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Bombo hat gesagt: unglaublich..
Gesendet am 12. Januar 2009 um 22:02
andi, dani, gratuliere euch zu eurem riffler-abenteuer! andi, du bisch eifach en verruckte cheib! :-) hammer-leischtig!

gruzz
bombo

Sputnik Pro hat gesagt: Schneewühlen im Tirol
Gesendet am 13. Januar 2009 um 17:00
Danke, der Berg war wirklich ein Abenteuer. Das Mühsamste war die steile Wühlerei zum Sattel zwischen Kleinem Riffler und Blankahorn. Der weitere Aufstieg zum Vorgipfel war dann richtig schön - und anschliessend musste ich einfach auf den Hauptgipfel, was das schönste Highlight der Tour war.

Gruss Sputnik

goppa hat gesagt: Kamma säga, da kasch gar nix säga
Gesendet am 14. Januar 2009 um 21:17
- nur gratulieren. Kenne den Riffler ohne Schnee, und da gehen nicht alle vom Vorgipfel auf den Hauptgipfel hinüber. Weiterhin viel Glück auf deinem Weg
Toni

Sputnik Pro hat gesagt: Riffler Top !
Gesendet am 15. Januar 2009 um 18:10
Danke Toni,

wünsche Dir auch ganz viele schöne und unfallfreie Touren. Vieleicht trifft man sich ja einmal in Österreich, werde sicherlich noch einige Mal die Ostalpen besuchen.

Viele Grüsse,

Andi

m4p1 hat gesagt:
Gesendet am 14. August 2013 um 21:34
man sollte in dem bericht schon hinzufügen, dass der riffler im winter sehr lawinen gefährdet ist und lebensgefährlich ist! also ich würd den nur bei lawinenstufe 1 gehn !

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 15. August 2013 um 06:19
Wer im Winter dort hoch steigt sollte klar zuerst die Lainensituation prüfen. Das sollte sowiso bei vielen höheren Gipfeln selbstverständlich sein - und deshalb werde ich auf die Lawinengefahr auch nicht extra bei jeder zweiten von mir beschriebenen Wintertour erwähnen.

m4p1 hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. August 2013 um 16:11
ansichtssache! für mich ergibt der bericht hier ein falsches bild für den unerfahrenen!


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