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Hochkalter Ostwand über die Schöne Wand!


Published by Wagemut , 3 September 2015, 00h26.

Region: World » Germany » Alpen » Berchtesgadener Alpen
Date of the hike:30 August 2015
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 12:00
Height gain: 1986 m 6514 ft.
Height loss: 1986 m 6514 ft.
Accommodation:Blaueishütte
Maps:UK 25-1 Nationalpark Berchtesgaden

Spontanität ist ja gerade beim Bergsteigen oft von Vorteil. Man schaut zufällig das Bergwetter nach und entscheidet sich spontan, eine Tour zu machen. Bei manchen Touren ist allerdings Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Sie müssen über Tage sorgfältig geplant und durchdacht werden, um Gefahren und Fehlerquellen zu minimieren.

Das gute Rezept für einen gelungenen Tag:

1. Den Ablauf der Tour nochmal genau durchdenken.
2. Den Rucksack noch am Vorabend vollständig packen.
3. Einigermaßen früh ins Bett gehen.
4. Man sollte weitgehend gesund sein!

Obige Punkte sind mir wohl bekannt und trotzdem unterlaufen mir immer wieder beim einen oder anderen Punkt Fehler, bei dieser Tour in allen Punkten!!

Beim Packen hab ich die 50 000er statt die 25 000er Karte eingesteckt; ich bin erst um 23:30 Uhr eingeschlafen und dann um 3:45 Uhr aufgestanden. Wär ja noch irgendwie vertretbar, aber...
ich habe de fakto wegen einer Erkältung nicht geschlafen. Und die große Müdigkeit war bei dieser Tour das Hauptproblem und Verursacher von zwei ausgiebigen Verhauern!

An diesem Punkt hätte die Tour schon abgebrochen gehört, aber schließlich ist man ja hart im Nehmen und außerdem a guada halts aus! Vorsicht Ironie!


Die Tour über die Ostwand zum Hochkalter auf den Routen "Zarggraben" und "Schöne Wand" wollte ich schon lange machen und hab sie vor zwei Jahren anhand von eigenen Photos, Karten und dem AV-Führer Berchtesgaden (eine Ausgabe von 1969, eine von 1911) gründlich geplant. Leider lag die Planung damit zu weit zurück, eine intensivere Beschäftigung vor der Tour wäre sinnvoll gewesen.


Jetzt sollte eigentlich die Beschreibung folgen. Da ich in weiten Teilen nicht korrekt gegangen bin, sei auf die Bilder verwiesen, in deren Bildunterschriften ein paar nützliche Hinweise zu finden sein dürften. Nur noch so viel: Gleich zu Beginn hab ich den richtigen Einstieg verfehlt und das nicht nur knapp sondern total. Um zum korrekten Einstieg zu kommen, muss man den markierten Weg zur Wimbachgrieshütte solange verfolgen, bis man an die Stelle gelangt, wo der Weg den großen Schuttstrom diagonal überquert. Hier hält man sich rechts und geht eine Weile auf dem nach Südwesten abknickenden großen Schuttstromarm weiter (der Schuttstromknick ist gut auf der 25 000er Karte des Bayerischen Landesvermessungsamts zu erkennen) Bald zeigt sich am rechten Rand des Stroms eine deutliche "Schuttausbuchtung" die beiderseits von Wald begrenzt ist. Hier ist der Ausfluss des Zarggrabens. Am rechten Rand des Grabens ist der Einstieg in die Route. Auf dem Bild von 83_Stefan kann man den Einstieg recht gut erkennen. Von der Schuttstromkurve entlang der grünen Flecken (Bäume, Wiesen, Latschen) von links nach rechts schräg aufwärts steigen.

Oben in der Übersicht (bei den Wegpunkten) findet ihr die Routenbeschreibungen "Zarggraben" und "Schöne Wand" aus dem AV- Führer, die sinnvollerweise kombiniert werden, d.h. für den unteren Abschnitt Route "Zarggraben" und ab der Karmulde im Schneelahnergraben Route "Schöne Wand". Siehe dazu auch das letzte Bild, eine Skizze der Ostwand.

Wenn man alles findet, ergibt sich eine Tour, die lediglich zwei III- Stellen aufweist! Der Routenverlauf bis zum oberen Schneelahnergraben ist übrigens vom Hochkaltergipfel aus recht gut nachvollziehbar! Kein Wunder, dass die Erstbegeher dieser Route diese im Abstieg gegangen sind; die Übersicht ist einfach besser.
Zum Zarggraben gelangt man am schnellsten, indem man nach dem Wimbachschloß, dort, wo der bezeichnete Weg das erste mal den großen Schuttstrom kreuzt, auf dessen großen Seitenarm nach rechts abzweigt.

Fazit: Die Tour war, abgesehen von den äußeren Umständen, sehr lohnend! :-) In wachem und gutem körperlichen Zustand und nach ein bis zwei Jahren geistiger Erholung von dieser Tour, mach ich sie vielleicht nochmal, aber dann auf dem komplett richtigen Weg!:-)

Hike partners: Wagemut


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Comments (6)


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Yeti69 says:
Sent 3 September 2015, 07h45
Servus Joseph,

auwehzwick, da hat dich wohl jemand angesteckt...
War mit den Verhauern wohl au ned ganz trivial... aber schee war's trotzdem, oder?
Wenn in ca. "2 Jahren geistig erholt" bist ;-), würd i die Tour a nochamal mitganga...

Scheenen Gruaß Markus

Wagemut says: RE:
Sent 3 September 2015, 08h41
Oh, diese Müdigkeit... In Zukunft nehm ich ein Seil mit, bind mich irgendwo fest und schlaf ein Stünderl.
Hast ganz recht, trivial wars ned!:-)
Kannst in zwei Jahren mal nachfragen, ob i wieder bereit bin und mich zum frühen Ins-Bett-Gehn ermuntern.:-)

Viele Grüße,

der Joseph

ADI says:
Sent 3 September 2015, 11h26
Hallo, Kollege!


Luis Trenker würde sagen:
"Alles gut gegangen".......

Du machst Sachen.....

VLG!

ADI

Wagemut says: RE:
Sent 3 September 2015, 16h07
Genau, ich bin heil zurück und schön wars trotzdem irgendwie. Wann ist man schon mal in einer Wand mit 1650 m Höhe unterwegs?

Der Joseph

kardirk says: RE:
Sent 11 September 2015, 18h04
Servus,

na direkt gegenüber in der Watzmann Ostwand. Das war mal wieder ein echter Wagemut - Gratulation.

VG
Dirk

Wagemut says: RE:
Sent 12 September 2015, 08h44
Danke! Ach, ja stimmt, die Watzmann Ostwand!:-) Die kenn i aber scho und hob ma denkt, i probier moi was Neis aus.:-)
Die Schwierigkeiten sind aber in der Hochkalter-O-Wand tatsächlich geringer; bis 1700 m ist es sogar überwiegend Gehgelände! Und es gibt deutlich weniger Steinschlag. An der Wasserfallwand dagegen pfeifts ja nur so an einem schönen Sonnentag.

Ich wünsch Dir schöne Touren! Wenn es das nächste Mal zur Vogelkarscharte geht, nimmst mich mit?:-)

Viele Grüße,

der Joseph


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