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Gratüberschreitung Schafwisspitz, Stöllen, Lütispitz - Der westliche Alpstein mit Techno-Sound


Published by Ivo66 Pro , 14 June 2015, 18h52.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:14 June 2015
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG 
Time: 5:00
Height gain: 1120 m 3674 ft.
Height loss: 1120 m 3674 ft.
Route:Laui - Altstofel - Mutteli - Schofwis - Schafwisspitz - Stöllen (Ost und West) - Nordostgrat - Lütispitz - Windenpass - Gräppelensee - Laui
Maps:1:25'000 Nesslau

Der westliche Teil des Alpsteins hat einige besondere Leckerbissen zu bieten. Eine davon ist die Gratüberschreitung auf der nördlichen Alpsteinkette, welche vom Schafwisspitz über die beiden Gipfel der Stöllen und schliesslich über den Nordostgrat zum Lütispitz führt. Die anspruchsvolle Tour ist sehr abwechslungsreich und erfordert ab und zu beherztes Zupacken in oft ausgesetztem Gelände. Bergamotte inspirierte uns mit seinem Bericht  vor kurzem, diese Gratwanderung abermals zu wiederholen.

Zeichnet sich der St. Galler Teil des Alpsteins gerade durch seine verhältnismässige Ruhe gegenüber dem appenzellischen aus, so traf dieser Vorzug heute für einmal nicht zu. Nicht dass viele Leute auf den Gipfeln unterwegs gewesen wären, nein: Am Gräppelensee, am Fusse unserer Gratüberschreitung, fand eine Technoparty in allerdings kleinem Rahmen statt. Der dumpfe Sound hallte aber in beachtlicher Lautstärke die Bergflanken hinauf und begleitete uns während des gesamten Aufstiegs bis zum Lütispitz. Die friedliche Jugend im Talboden hatte ihren Spass und wir hatten ihn auch, obwohl die ungewohnte akustische Kulisse doch etwas surreal anmutete.

Die Wettergötter meinten es auch heute gut mit uns: Just bei der Rückkehr zum Ausgangspunkt prasselten die ersten Regentropfen auf den warmen Boden. Zuvor dampfte und brodelte es genau auf der Grathöhe, was für eine tolle Stimmung zwischen bizarr und düster sorgte. Nur auf dem letzten der heute bestiegenen Berge, dem Lütispitz, waren wir während des Gipfelaufenthalts komplett eingenebelt. Kaum hatten wir den Abstieg angetreten, klarte es auch dort wieder auf...

Wie jedes Mal waren wir auch heute von dieser tollen Tour begeistert. Und eines haben wir heute dazu gelernt: Techno-Musik ist nicht einfach "Bum, bum, bum...", sondern beinhaltet durchaus auch melodiöse Elemente. 

Routenbeschreibung:

Aufstieg zum Schafwisspitz (T3, unsere Direktvariante T4)

Vom Parkplatz Laui geht man das Alpsträsschen etwas zurück, bis zur ersten Abzweigung nach Norden (Mountainbike-Wegweiser). In einer Kehre auf dem Asphaltsträsschen tritt man kurz vor P. 1219 aus dem Wald und biegt dort gleich Richtung Alphütte Altstofel nach rechts ab (ab P. 1219 keine Markierung oder Wegbeschilderung).

Von der Hütte Altstofel kämpft man sich weglos den Grashang hoch und hält sich eher östlich, gegen den Wald. Man trifft mehr oder weniger auf 1400 m.ü.M. auf einen recht guten Weg, der weiter nach oben führt. Schliesslich erreicht man die Alphütte Mutteli (1564 m). Von Mutteli aus geht man weiter, in nördlicher Richtung die Grasflanken hoch und trifft bald wieder auf einen Bergweg (keine Markierungen). Vom Mutteli nicht dem markierten Weg folgen, dieser verläuft als Höhenweg und wird bei Schrenit die Route auf die Lauchwis erreichen.

Man kommt in einen Kessel und sieht oben bereits den breiten Weg, der zur Alp Schafwis führt. Etwas vor den Hütten bei Schafwis stiegen wir ziemlich direkt den immer steiler werdenden, gut gestuften Grashang zum Gipfel des Schafwisspitz hoch.

Variante von heute (T4)
Wir stiegen vom Mutteli direkt über die steilen, teilweise felsdurchsetzten Hänge in nordwestlicher Richtung zur Alphütte auf der Schofwis (1820 m) auf. Man wählt hier einfach die am geeignetsten erscheinende Linie - wir nahmen die Felsrippen gerne zur Hilfe. Nach der Steilstufe wird das Gelände bald wieder lieblicher. Der weglose Schlussaufstieg zum Schafwisspitz ist einfach (T2 - T3).


Grattour über Stöllen - Oberwischopf - Lütispitz (Nordostgrat) T5
Nach dem Gipfel des Schafwisspitzes wird die Unternehmung schlagartig ernst. Man folgt dem schmalen, ausgesetzten, mit Gras bewachsenen Grat Richtung Stöllen (Beginn unmittelbar beim Gipfelkreuz).

Bald steht man vor einer kleinen Felsbastion, dem Beginn der Stöllen, eine Bastion aus unzähligen Felszacken bestehend. Man steigt direkt auf den Ostgipfel auf, durch zwei gut erkennbare kurze Kamine und folgt weiter dem Grat. Bald trifft man auf rote Markierungen (Punkte, Striche und Pfeile), die vor den nächsten Türmen in die Südflanke hinabweisen. Das Gelände ist hier etwas unübersichtlich; es sind wohl verschiedene Varianten möglich, um zwischen den Felsblöcken durchzukommen. Nach einem kurzen Abstieg in die Nordflanke geht es bald wieder über leichte Felsen und Schrofen hinauf zum Westgipfel. Durch eine wenig ausgeprägte Rinne (I) und zuletzt kurz etwas ausgesetzt erreicht man den Westgipfel.
 
Vom Gipfel ging's wieder hinunter in die Scharte aus der wir aufgestiegen sind. Hier (Einsattelung zwischen den beiden Gipfeln der Stöllen) erkennt man wieder rote Markierungen, welche nun in die hier harmlose Nordflanke weisen. Ohne Schwierigkeiten erreicht man bald Wiesengelände, welches nicht besonders angenehm zu begehen war (hohes Gras, kaum Wegspuren, Grasbüschel, Löcher etc.). Das noch vorhandene Schneefeld liess sich problemlos an seiner oberen Seite umgehen, entlang der Markierungen.

Man erreicht nördlich der Hütte bei P. 1890 wieder den Grat, der hier sehr schmal und scharf ist. Hin und wieder weicht man ganz kurz in die Flanken aus (Begehungsspuren jeweils erkennbar), balanciert aber meistens über den Grat selbst. Es ist wichtig, sich nicht zu sehr in die Flanken leiten zu lassen. Auch wenn die Grataufschwünge auf den ersten Blick kaum passierbar aussehen, können diese mit etwas Geschick gut überwunden werden. 

Am Gipfelaufbau des Lütispitzes angelangt, steigt man eigentlich nicht über den Grat selbst, sondern praktisch immer auf recht guten Pfadspuren durch die sehr steile, aber ordentlich gut gestufte Nordflanke des Lütispitzes auf. Bald hat man den Gipfel ohne eigentliche Schwierigkeiten erreicht.

Abstieg über den Windenpass, Gräppelensee nach Laui (T3)
Der Abstieg führte uns über den viel begangenen Normalweg (gut markiert) hinunter über den Windenpass, vorbei am Gräppelensee und auf dem Asphaltsträsschen zurück zum Ausgangspunkt. 

Hike partners: Ivo66, Lena


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