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Mit viel Kafi über den Gandgraben auf den Pfaffen und Traverse auf den Turnen


Published by amphibol , 25 February 2015, 21h53.

Region: World » Switzerland » Bern » Simmental
Date of the hike:24 February 2015
Ski grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 6:00
Height gain: 1170 m 3838 ft.
Height loss: 1170 m 3838 ft.
Route:Zwischenflüh - Gandgrabe - Pfaffe - Turnen - Meniggrund - Zwischenflüh
Access to start point:cff logo Zwischenflüh, mit dem Auto kann beim Schulhaus parkiert werden (an Wochenenden auf der anderen Strassenseite). Alternativ kann in Meniggrund parkiert werden (alles CHF 5.-). Weiter oben kostet es CHF 6, bzw. 8 (bis Seebergsee, allerdings im Winter geschlossen).
Access to end point:-
Accommodation:Gasthäuser in Skigebietsnähe: Wiriehorn, Grimmialp
Maps:253S Gantrisch

Eine Schnee- und Nebeltour über die Hügel des nördlichen Diemtigtals


Wir hatten frei und berggiis war sich ziemlich sicher, dass sie dem schlechten Wetter trotzen wollte. Die u.a. von Aendu und Felix bereits gut dokumentierten Berichte zum Gandgrabe brachte uns auf die Idee, diesem zu folgen, um dann irgendwann auf dem Turnen anzukommen.

Wir starteten etwas nach 10.00 Uhr in Zwischenflüh beim Schulhaus. Der Gandgraben ist auch bei Schneetreiben und vernebelter Sicht gut erkennbar, markiert er doch eine tiefe Abflussrinne zwischen dem nordöstlichen Felssporn des Abendbergs und der auf einer Art Podest stehenden Alp Obers Blaachi. Am besten hält man sich an die vom SAC Tourenführer Berner Alpen West vorgeschlagene Route und peilt anfänglich die obere Ecke der Wiese an. Kurz davor, bei einem Haus drehten wir dann in den Wald und überquerten den Bach des Gandgrabens. Zur Zeit lag genügend Schnee, um den Gandgraben im Aufstieg zu begehen. Spuren hatte es keine, aber der Weg erscheint logisch, zumal eine Art Wanderweg die Unterlage bietet. In der Abfahrt würde ich den Gandgraben aber nur empfehlen,wenn etwa 50cm Schnee mehr läge. Die im Aufstiegssinne linke Seite des Baches ist Wildschutzgebiet und dies sollte beim Verhalten respektiert werden. Bereits im Graben legten wir die erste Kaffeepause ein. Nein es hat kein Restaurant, aber wir hatten eine Thermoskanne voller Kaffee dabei! ;-)

Auf der Alp Obers Baachi packte uns zum ersten mal ein Hüngerchen, das wir aber schnell bei einem der Behausungen stillten. Zu dieser Zeit schneite es aus allen Wolken. Wir zogen danach mehr oder weniger direkt hoch Richtung Spicherböde, entschieden aber bei schnell bessernder Sicht den Umweg über den Pfaffe zu gehen. Dadurch drehte unsere Route nach Nordwesten Richtung Rinderalp. Nach Punkt 1651 zogen wir dann eine schöne, an diesem Tage einsame Spur durch den tiefen Schnee hoch Richtung Punkt 1821, danach im zick-zack steil hoch auf den Pfaffe. Im oberen Bereich murksten wir uns richtig hoch, so tief war die frische Schneedecke. Froh erreichten wir den Pfaffe..

Die Sicht verschlechterte sich zunehmend von Westen her, so beeilten wir uns ohne Pause. Nach 300m gelangten wir an ein Felsband, dass bei guter Sicht und entsprechenden Schneeverhältnissen sicher auf der Nordseite umgangen werden kann. Wir beurteilten die Lage aber so, dass es uns auf Grund starker Verwechtungen und ziemlich viel lockerem Schnee auf der abschüssigen Seite des Übergangs, davon abhielt da durch zu fahren. So stiegen wir mit den Skiern in den Händen ein steiles, nicht all zu langes Steincouloir hoch, was ein weiterer Murks war. Weiter ging es nun auf Skiern.

Danach ist die Route fein, relativ flach mit leichtem auf und ab. Mehr Genuss könnte man bei schöner Aussicht auf's Simmental und im Rücken bis auf den Thunersee und die Niesenkette erfahren. Dies hier daher mehr als "Plaudern aus dem Erinnerungsprotokoll" zu verstehen. ;-)

Die Qualität der Sicht nahm stetig ab, trotzdem erhaschten wir auf einmal eine Gemse, deren Spuren wir bereits im Aufstieg zum Pfaffe gefolgt waren. Gemsspuren in so tiefem Schnee, schauen von Weitem fast aus wie Schneeschuhspuren. Bei näherer Betrachtung wurde uns aber bewusst, dass das arme Tier wie eine Heuschrecke von Punkt zu Punkt springen muss um voran zu kommen und der Abdruck jener ihres Bauches darstellt (weil sie so tief im Schnee versinkt mit den Hufen). Die Gemse war dann ordentlich überrascht, was diese zwei Vögel bei so schlechtem Wetter dort oben anbelangt und haute in die Nordwand ab. 

Bald sahen wir gar nichts mehr, die Navigation wurde schwierig und kleine Schatten, illusionierten uns Trugbilder in den Kopf, worauf vermehrtes Kartenlesen und der Kompass zum Zuge kam. Nach ein-zwei vorsichtigen Verfahrern, gelangten wir aber ins flachere Gelände (gegen Norden zu) und bemerkten dadurch, dass wir den Gipfel erreicht hatten. Erst rund 10m vor dem Gipfelwegweiser sahen wir ihn dann auch, was doch aufzeigt wie schlecht die Sicht war. 

Doch Glück des Tüchtigen öffnete sich das Wolkenfenster und die dicken Wolken wurden vom kalten Westwind weggefegt. Ach, wie kalt es doch immer auf diesem Turnen ist..! ;-)

Die Abfahrt, nun über die Hintertäferte bis Alts Läger war ein Traum in Weiss mit wunderbarem Schnee. Nach der besagten Alp und der Traversierung auf dem Weg bis Punkt 1596, war der Schnee geprägt durch den nächtlichen Regen im Untergrund nur schwer befahrbar. Bald erreichten wir mehr oder weniger direkt Schwand bei Meniggrund. Da buckelten wir die Skier und liefen auf der Strasse bis kurz vor Hasli. Von da fuhren wir (mit relativ guten Bedingungen!) zurück bis zum Parkplatz. 

Eine lohnenswerte Tour bei genug Schnee! Der Gandgrabe komplettiert den Turnen, den Pfaffe oder auch den Abendberg zu veritablen Skitouren und verleiht dem Unterfangen einen gar sportlichen Anstrich. Schön wäre hier wohl auch - ebenfalls oder viel mehr noch mit genügend Schnee- nach dem Turnen auf den Puntel zu steigen und nach Därstetten abzufahren, wo man dann den Zug nach Hause nehmen könnte. 

Aufstieg/Abstieg: 1166Hm / Distanz: 12:58Km, Zeit: 5h. Musste die ganze Route gespurt werden. Im Aufstieg zum Pfaffe 30-50cm Neuschnee! Verhältnisse: Abwechselnder Schneefall, sehr kalter Wind im Übergang und auf dem Turnen, ansonsten relativ warm. Tendenzielle Wetterbesserung gegen Mittag, Verschlechterung Mitte Nachmittag. 

Hike partners: amphibol, berggiis


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