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Vom Klausenpass zur Glattalp


Published by Chrichen Pro , 10 September 2014, 22h54.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:19 July 2014
Hiking grading: T4- - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR   Ortstockgruppe   CH-SZ 
Time: 9:00
Height gain: 800 m 2624 ft.
Height loss: 850 m 2788 ft.
Route:ca. 13 km
Access to start point:Mit dem ÖV: Zug bis Linthal / Postauto bis Klausenpass
Access to end point:Mit dem ÖV: Luftseilbahn Sahli-Glattalp bis Sahli / Postauto bis Muotathal / Postauto bis Schwyz
Accommodation:Glattalphütte SAC

Schon bei einer früheren Wanderung von Braunwald zur Glattalp fanden meine Frau und ich grosse Freude an den bizarren Karst-Formationen in dieser Region. Deshalb wollten wir das Gebiet nochmals besuchen. Inspiriert von verschiedenen Tourenberichten auf Hikr entschieden wir uns für die Route vom Klausenpass zur Glattalp via Märcher Stöckli, Glatten, Firner Loch und Mären. Die ebenfalls interessant erscheinende Variante über das Balmer Grätli mit Start von der Unteren Balm erschien uns etwas lang, da wir gemütlich unterwegs sein wollten. Deshalb wählten wir den mehr oder weniger direkten Aufstieg vom Klausenpass zum Märcher Stöckli via Stellinossen.

Nachdem wir mit dem ersten Postauto beim Klausenpass (Passhöhe) angekommen sind, brechen wir auf in Richtung Märcher Stöckli. Von der Bushaltestelle aus laufen wir der Passstrasse entlang wenige Meter zurück in Richtung Linthal. Hier zweigt zunächst ein breites Strässchen ab, das zu zwei Gebäuden nahe der Passstrasse führt. Weiter geht es auf einem schmalen Wanderweg mehr oder weniger in Serpentinen recht steil hinauf nach Stellinossen. Der Weg ist auf der Karte eingezeichnet, aber nicht auf Wegweisern vermerkt.

Nach einer kleinen Pause bei Stellinossen machen wir uns auf zur etwas abenteuerlich anmutenden Querung auf dem Felsband direkt unterhalb der beinahe senkrechten Felsen des Märcher Stöckli, in Richtung Erst Chälen (T3+). Ein Weg, der sich recht gut und sicher begehen lässt, führt über das Band. Runter fallen möchte man hier aber nicht. Gegen Ende des Bandes wird der Weg etwas schmaler und ist mit Feinsplitt belegt. Dies ist für uns die unangenehmste Stelle, sie ist aber mit etwas Vorsicht problemlos zu machen.

Anschliessend steigen wir in der breiten Rinne durch den Erst Chälen weiter auf, bis das Gelände etwas abflacht und wir die rosa Punkte entdecken, welche die Route des Balmer Grätli markieren. Da der Gipfel des Märcher Stöckli nicht allzu weit entfernt ist, und der Weg dorthin kaum nennenswerte Steigungen aufweist, entscheiden wir uns den Punkten zu folgen und dem Gipfel einen Besuch abzustatten. Für diesen kurzen Abstecher bewegen wir uns kurz fast genau in die Gegenrichtung zu unserem eigentlichen Ziel. Das Karst-Landschaft hier ist sehr eindrücklich, mit vielen zum Teil tiefen Spalten. Fast auf dem Märcher Stöckli angekommen, sehen wir, dass wir einen Umweg gemacht hatten und dass es einen direkteren Weg aus dem Erst Chälen zum Gipfel hinauf gegeben hätte. Oben angekommen gönnen wir uns eine längere Pause und geniessen den Tiefblick auf den Klausenpass und die grandiosen Weitblicke.

Nach der ausgiebigen Rast wandern wir wieder zurück und weiter den rosa Punkten folgend bis ca. zum "E" von "Erst Chälen" auf der Karte. Hier scheiden sich die Wege und der Glatten kann jetzt in eher sanft geneigtem Gelände erstiegen werden. Anfangs führen Wegspuren durch einen zunächst etwas steileren kurzen Hang. Danach geht es weiter über Karst-Felsen. Zahlreiche Steinmännchen weisen den Weg zum höchsten Punkt mit Gipfelkreuz - oder auch nicht. Denn bisweilen sind die vielerorts aufgestellten Steinmännchen etwas verwirrend oder gar irreführend. Dennoch gestaltet sich hier die Wegfindung relativ einfach. Das Gipfelplateau des Glatten lädt mit einer herrlichen Aussicht erneut zum Verweilen ein.

Beim Abstieg zum Firner Loch ist es etwas schwieriger, den "richtigen" Weg zu finden. Die Felsspalten sind hier grösser, und es gibt einige steilere Stufen, die umgangen werden müssen. Auch hier sind die Steinmännchen zum Teil hilfreich, zum Teil auch weniger. Da die Richtung im grossen und ganzen klar ist, lässt sich mit ein bisschen "Backtracking" gut ein Weg finden. Insgesamt ist das Gelände relativ frei begehbar. Schneefelder erleichtern uns das Gehen teilweise etwas. Es ist aber zu beachten, dass diese auch ihre Tücken haben, da sie Felsspalten überdecken und einbrechen können. Wo möglich folgen wir bereits vorhandenen Spuren.

Ab dem Firner Loch kann den reichlich vorhandenen blau-weissen Markierungen des Weges zur Glattalp gefolgt werden. Der Weg umgeht grössere Spalten und führt mit etwas leichter Kraxelei zum Gebiet des Mären und schliesslich zum Inner Brüelchälen. Die grosse senkrechte Wand aus Karst-Fels ist beeindruckend! Sehr lohnend ist ein kurzer Abstecher zum Nordwestgipfel des Mären (P.2304). Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Glattalp und Sahli.

Der Abstieg durch den Inner Brüelchälen ist sehr steil. Zu Beginn gibt es einige leichte Kraxelstellen, dann geht es weiter über Schneefelder und Geröll. Einige etwas rutschige Passagen im Geröll machen uns etwas zu schaffen. Von der ganzen Wanderung erscheint uns dieser Abschnitt am anstrengendsten. Bald schon erreichen wir den Schafboden. Von hier aus marschieren wir in leichtem Gelände zur Glattalphütte. Es wartet ein feines Znacht auf uns :)

Eine durchweg schöne Wanderung mit einigen beeindruckenden Aussichtspunkten, perfekt für Liebhaber von Karst-Gestein. Von Stellinossen bis zum Firner Loch gibt es keinen offiziellen Weg. Bei Nebel ist die Wegfindung vermutlich heikel.

Hike partners: Chrichen, Aichen


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