Vom Kienjoch zum vorderen Felderkopf - Einmal rund ums Kuhalmbachtal


Published by Andy84 Pro , 21 August 2014, 13h02.

Region: World » Germany » Alpen » Ammergauer Alpen
Date of the hike:17 August 2014
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 6:30
Height gain: 1800 m 5904 ft.
Height loss: 1800 m 5904 ft.
Route:25km

In letzter Zeit ging es tourenmäßig hauptsächlich in die Allgäuer Alpen. Da es auf der Zugspitze, dem eigentlichen Ziel für den heutigen Tag geschneit hat und wir keine Lust auf Schnee hatten, wars mal wieder Zeit den schönen Ammergauern einen Besuch abzustatten. Mehrere Ziele stehen da noch auf dem Zettel, unter anderem der Kuchelbergkamm auf dem sich Maxl, Ali und Sven heute austobten. Wir wollten eine schöne, einfache und gerne auch längere Rundtour unternehmen.
Zwischen dem Kuchelbergkamm und der Notkarspitze bieten sich die Gipfel um das Kienjoch und den vorderen Felderkopf geradezu für eine schöne Kammüberschreitung an.
So fanden wir uns reichlich spät mit einigen Umwegen aufgrund des großen Sonntag-Schönwetter-Verkehrsaufkommen gegen halb 12 am Wanderparkplatz in Graswang ein.
Den Wegweisern Richtung Kienjoch folgen wir nun über die Linder hinweg und marschieren schnellen Schrittes auf dem Fahrweg in leichter Steigung den Wald hinauf. Bald treffen wir auch auf den Abzweig der direkt hinunter nach Graswang führt. Direkt gegenüber führt nun unser kleiner Aufstiegspfad den Kamm hinauf zum Mittagseck. Allerdings ist am Abzweig kein Wegweiser für diesen Aufstiegsweg angebracht.
Der Pfad schlängelt sich etwas steiler durch den Wald, in dem wir auf einige interessant aussehende Pilzarten treffen. Bis auf den Roten mit den weißen Punkten kennen wir leider keinen einzigen ;-)
Bald ist der Kamm erreicht und das Mittagseck zeigt sich erstmals.
Eigentlich ist das Mittagseck kein wirklicher Gipfel sondern nur die letzte Schulter im langen Kamm der Kieneckspitz, obwohl es je nach Sichtrichtung wie ein Gipfel wirkt.
Da wir nun ein paar andere Wanderer vor uns sehen machen wir hier in aller Ruhe eine kurze Rast, bevor es direkt am Kamm weiter in Richtung Kieneckspitz geht. Im nächsten Gratkopf führt ein kleiner schwacher Pfad durch die Latschen hindurch hinunter zum sogenannten "Dreierköpfle", welchem ich einen schnellen Besuch abstatte.
Die Kieneckspitze ist dann auch schnell erreicht, ein Steinmandl steht am höchsten Punkt.
Der nun folgende Übergang zum Kienjoch ist nun die anspruchsvollste Passage der heutigen Tour. Direkt am Grat geht es teilweise ausgesetzt hinüber. Mehr wie T3+, an 2-3 Stellen evtl. T4- ist es allerdings nicht.
Eine gute Trittsicherheit sollte allerdings vorhanden sein.
Den felsigen Schlussanstieg kann man leicht umgehen oder schöner, direkt übersteigen.
Am Gipfel befindet sich ein schönes Kreuz mit Sitzbank und ein Gipfelbuch, welches in einer komischen blau-weißen Tüte von einem baldigen Drittliga-Club steckt.  (sorry ;-)   )
Der bisherige Aufstieg hat uns sehr gut gefallen, vorallem auch weil er sehr natürlich gehalten wurde. Wir haben keine einzige Farbmarkierungen oder dergleichen gefunden. Einzig die Wegspur ist vorgegeben. So soll es sein.

Vom Gipfel geht es nun über den eigentlichen Aufstiegsweg hinab in die Scharte vor dem Windstierlkopf. Dabei wird noch der grasige Geißsprungkopf überschritten.
Der Abzweig zum Windstierlkopf und den folgenden Gipfeln ist ebenfalls nirgends ausgeschilderten. Man muss schon genau hinschauen um die schwache Wegspur, die vor der Scharte rechts abzweigt, nicht zu verpassen.
Der Windstierlkopf wird nun über einige Serpentinen erreicht, am Gipfel befindet sich nur ein kleines Steinmandl. Einen kurzen Abstecher machen wir noch hinunter zum Windstierleck, welches aber keinen wirklichen Gipfelcharakter hat. Auf gleichem Weg wieder zurück Richtung Windstierlkopf.
Hat man danach die Latschen und Bäume hinter sich gelassen, geht es weglos über die breite Hochebene des Felderkopfs, welcher dabei gar nicht als Gipfel auffällt.
Unzählige Kühe und auch einige Kühe weiden hier in aller Seelenruhe und können dabei noch die wunderschöne Aussicht auf das nahe Wettersteingebirge geniessen.
Im Aufstieg zum vorderen Felderkopf stößt man dann wieder auf eine Wegspur, die direkt zum Kreuzbeschmückten Gipfel führt. Hier findet man ebenfalls ein Gipfelbuch.
Die letzten beiden Erhebungen, der große Zunderkopf und der Brünstlkopf sind dann auch schnell erreicht.
Auf den letzten Metern zum Brünstlkopf haben wir dann noch Begleitung einer kleinen Schafherde, die direkt auf dem Weg in den Latschen Rast gemacht hat und uns nicht vorbeilassen wollte. So haben wir sie bis zum Brünstlkopf vor uns her "getrieben".
Nun steht uns leider noch der ewig weite Rückweg ins Tal an. Vom Hasenjöchl quert man beinahe den komplett überschritten Kamm unterhalb wieder zurück bis zur Kuhalm. Eigentlich wollten ab der Alm den Tobelweg zurück ins Tal nehmen, aber da es schon recht spät war und dämmerte und wir zudem keine Stirnlampen dabei hatten, gingen wir notgedrungen auf dem Fahrweg zurück ins Tal.


Schwierigkeiten und Zeiten:

T2-T3, einzig der Übergang zwischen Kieneckspitz und Kienjoch ist etwas anspruchsvoller T3+/T4-
Die Laufzeit betrug knapp 6 1/2 Stunden, wobei gut 1 1/2 Stunden auf den Rückweg ab dem Hasenjöchl entfallen.

Fazit:

Eine wunderschöne, bis aufs Kienjoch auch überraschend einsame Rundtour und etliche kleine Gipfelchen mit überragender Aussicht auf die Zugspitze.
Einzig der ewige Marsch zurück ins Tal ist etwas nervig.
 


Hike partners: Andy84, Diana


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