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Elmer Klassiker: Fanenstock (2235 m) - Grüenenspitz (2361 m)


Published by marmotta , 10 December 2013, 22h45. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike: 7 December 2013
Snowshoe grading: WT4 - High-level snowshoe hike
Ski grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Spitzmeilengruppe 
Time: 7:00
Height gain: 1650 m 5412 ft.
Height loss: 1650 m 5412 ft.
Route:Elm, Station - Wisli - Raminer Stäfeli - Gamperdunwald - Schindelegg - Mittler Stafel - Fanen - Fanenfurggeli - Fanenstock - Blattengrat - Grüenenspitz - Morgedweid - Chamm - Spilboden - Mittler Stafel - Schindelegg - Gamperdunwald - Wisli - Elm, Untertal
Access to start point:cff logo Elm, Station
Access to end point:cff logo Elm, Station

Der Fanenstock (2235 m) ist im Winter sicher kein Geheimtipp. An schönen Wochenenden pilgern jeweils Karawanen von Skitourengängern auf zigfach getretener Spur auf den aussichtsreichen Gipfel über dem Sernftal - zu recht, denn die schönen, südostexponierten Hänge hinunter zum Spilboden bieten einigen Abfahrtsspass und ausreichend Platz für eigene Spuren. Am benachbarten Grüenenspitz (2361 m) geht es dann schon etwas ruhiger zu und her, nicht viele machen sich nach der Abfahrt über den Gipfelhang des Fanenstocks wohl die Mühe der langen Traverse und des (zum Schluss sehr steilen) Gegenanstiegs. Mit Schneeschuhen hingegen bietet sich der lange Verbindungsgrat zwischen den beiden Gipfeln für eine herrliche Überschreitung mit grandiosen Tiefblicken ins Chrauchtal geradezu an!
 
Nachdem wir uns erst kürzlich davon überzeugen konnten, dass das Hintere Sernftal derzeit eine gute Adresse für Ski- und Schneeschuhtouren ist, ging es gleich noch einmal dort hin. Das schattige Elm scheint ein regelrechtes Schneeloch zu sein - während es beispielsweise im Churer Rheintal eher nach Herbst denn nach Hochwinter aussieht, kann man im Hintersten Sernftal die Skis momentan noch direkt an der Bushaltestelle im Tal an- und abziehen.
 
Da ich von vornherein eine Übschreitung des Blattengrats geplant hatte und zudem nach dem Sturm "Xaver" den Schneeverhältnissen nicht mehr recht traute, erschienen mir die Schneeschuhe das geeignetere Gerät. Nun, ganz glücklich war ich hinterher nicht mit dieser Wahl - aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer…
 
Wie nicht anders zu erwarten, führte ab Wisli (1025 m) bereits eine frische Spur durch den Neuschnee. Bis Mittler Stafel (1775 m) hatten wir einige der Vorspurer eingeholt, wurden aber just dort (wo wir eine längere Pause machten) von einem älteren Vertreter der "Ultralight-Race-Fraktion" überholt, der mich sofort (ungefragt, aber umso bestimmter) darauf hinwies, dass ich doch das falsche Gerät an den Füssen habe. Einfach nett, diese Einheimischen! ;-)
 
Allgemein war die Schneelage und -qualität deutlich besser, als ich dies erwartet hatte. Lediglich im Gamperdunwald war die Schneedecke so dünn, dass die Abfahrt hier derzeit nur auf der Alpstrasse möglich ist. Die Direktvariante via P. 1519 war jedoch im Aufstieg und im Abstieg mit den Schneeschuhen gut machbar. Die felsige Passage über die Schindelegg ist noch schlecht eingeschneit - hier ist Steinkontakt, zumindest auf der Abfahrt, praktisch unvermeidbar. Ab Mittler Stafel war der Schnee zunehmend vom Wind geprägt und entsprechend ungleich verteilt. Passagen mit südwestseitiger Exposition sind abgeblasen bzw. hart, während in nordostseitig ausgerichteten Hängen und vor allem Mulden und Rinnen soviel Triebschnee eingeblasen ist, dass man darin hüfttief versinkt! Als entsprechend heikel beurteilten wir daher die Lawinensituation in Steilhängen dieser Exposition.
 
Unser Aufstiegs-Timing passte perfekt zur vorübergehenden Wetterentwicklung: Genau im Gipfelhang des Fanenstocks (2235 m) riss die Wolkendecke auf und machte der wärmenden Sonne Platz. Bei völliger Windstille liess es sich während der Gipfelrast im T-Shirt gut aushalten. Erst als es wenig später wieder zuzog (wo kommen diese Wolken denn immer so plötzlich und entgegen aller Wetterprognosen her?) merkte man, dass es ja eigentlich Winter ist und man die Jacke nicht zum Spass dabei hat.
 
Um nicht auszukühlen, machten wir uns auf den Weiterweg Richtung Grüenenspitz. Während Becks, der mit Ski unterwegs war, vom Gipfel ein Stück nach SE abfuhr, folgte ich dem teils verwächteten Blattengrat. Da die Schneedecke jeweils auf der windzugewandten Nord(west)seite hartgepresst war, funktionierte der Gang entlang der Schneide so lange gut, wie der Grat nicht zu scharf wurde. Da ich den tückischen Wächten nicht traute, umging ich 2 besonders scharfe Abschnitte (von denen einer zudem einen Abbruch aufweist) weiträumig in der Südflanke. Bei dem nun sehr diffusen Licht, das keinerlei Konturen erkennen liess, konnte man überhaupt nicht einschätzen, wie steil die Flanke rechts unterhalb der Gratschneide effektiv gerade ist - ein Ausweichen in die zwar abgeblasene, aber sehr steil ins Chrauchtal abbrechende Nordflanke war grösstensteils auch nicht angezeigt. Also nahm ich aus Sicherheitsgründen lieber ein paar zusätzliche Höhenmeter in Kauf…
 
In der Traverse unterhalb des Blattengrats stiess nun auch Becks wieder zu mir, gemeinsam stiegen wir erneut zum Grat auf, den wir etwas östlich von P. 2248 wieder erreichten. Nun ohne Probleme auf dem hier weniger scharfen Grat bis unter den felsigen Aufschwung des Grüenenspitz-Westgrats. Während ich den Gipfel von dort direkt über den Grataufschwung erreichte (die schneebedeckten Platten können nordseitig auf Schneebändern gut umgangen werden) versuchte Becks den Gipfel über die steile Südwestflanke mit Ski zu erreichen. Dieser Versuch scheiterte jedoch an der harten und rutschigen Schneedecke in der vom Wind bearbeiteten Flanke, so dass die Ski ca. 100 m unterhalb des Gipfels auf dem Südgrat deponiert und die letzten steilen Meter entlang des Südgrats zu Fuss zurückgelegt wurden.
 
Leider war das Licht noch immer sehr diffus, so dass uns auf der Abfahrt bzw. dem Abstieg keine optimale Linie glückte. Zeitweise versanken wir in Triebschneepaketen, zeitweise gerieten wir auf abgeblasene, harte Partien - grösstenteils können die angetroffenen Schneeverhältnisse aber als sehr ordentlich (teils sogar herrlicher Pulver) bezeichnet werden. Skifahrerisch ist die Abfahrt vom Grüenenspitz sowieso nur im steilen Gipfelhang lohnend (wenn denn die Schneeverhältnisse dort mal günstig sind), in dieser Hinsicht bietet der Fanenstock deutlich mehr. Dafür fanden wir das gesamte Gebiet zwischen Fanenstock und Grüenenspitz völlig unberührt vor! Von den Hütten der Alp Chamm (1941 m) erreichten wir nach einer längeren Querung mit kurzem Gegenanstieg (aargh) am Spilboden wieder die Abfahrtsspuren vom Fanenstock. Endlich zeigte sich auch wieder die Sonne - die fast den ganzen Tag an den Bergriesen im Talschluss hängende Wolken- und Nebelbank hatte sich aufgelöst und gab faszinierende Blicke auf die eisüberzogenen Felszacken von Piz Sardona und Piz Segnas frei, die nun im Licht der tief stehenden Sonne leuchteten. Wunderschön!
 
Nach einer letzten Pause an der Lichtung vor Mittler Stafel ging es dann auf der Aufstiegsroute über nun schon ziemlich verfahrenes Gelände hinunter nach Elm, das ich im letzten Tageslicht erreichte. Becks hätte sich in der Zwischenzeit längst 2 Bier genehmigen können, wenn es denn an der Bushaltestelle cff logo Elm, Station eine Beiz gehabt hätte. Wenigstens konnte er sich im bezeizten Warteraum aufwärmen und musste nicht in der Kälte warten, bis der lahme Schneeschuhgänger endlich angezockelt kommt…
 
Schwierigkeitsbewertung:
 
Die Bewertung WT4 gilt einzig für den steilen Westgrat des Grüenenspitz, den ich allerdings ohne Schneeschuhe bewältigt habe. Der Rest ist max. WT3. Die Südwestflanke des Grüenenspitz weist oben eine Hangneigung von ca. 35 ° auf, der Skitourenführer gibt die Schwierigkeit mit S- an - das erscheint mir aber etwas gar hoch!
    
SLF:
 
erheblich für triebschneegefüllte Hänge oberhalb von 1800 m  

Hike partners: marmotta, Becks


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Comments (1)


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PStraub says: Wirtschaftskunde
Sent 11 December 2013, 07h16
>wenn es denn an der Bushaltestelle Elm, Station eine Beiz gehabt hätte.

Das 'Banhöfli' ist - seit mehr als 10 Jahren - "zur Zeit geschlossen".
Aber wenige Schritte Richtung Dorf ist die 'Sonne', die fast immer offen hat.
Man(n) müsste Elm also nicht durstig verlassen ..


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