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Let out your Tiger at the Eiger! W-Flanke in Perfektion


Published by danski , 3 June 2012, 14h54.

Region: World » Switzerland » Bern » Jungfraugebiet
Date of the hike: 2 June 2012
Mountaineering grading: AD
Ski grading: TD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 6:00
Height gain: 1650 m 5412 ft.
Height loss: 1650 m 5412 ft.
Route:Stn. Eigergletscher - W-Flanke - Eiger, Abfahrt dito

Die besten Dinge passieren meist ganz unverhofft! So war es auch mit dem Eiger, den ich für die Saison eigentlich schon abgeschrieben hatte... Hätte es da diese sms von einem beinahe Unbekannten am Freitagabend nicht auf das Display meines Handys geschafft. Eiger am Samstag? I'm IN!

Das Erlebnis startet jeweils schon in Zürich, wenn es gilt, frühmorgens mit Velo, Steileisgeräten und geschulterten Skis durch Zürich's Ausgehmeile zum vereinbarten Treffpunkt zu radeln. Etwas irritierte Blicke sind da vorprogrammiert... Das erste Tagesziel Lauterbrunnen erreichten wir um fast eine Stunde vor der Abfahrt des ersten Zuges zur Station Eigergletscher um 07:07. Die gear-Frage war schnell geklärt und ganz untypisch für eine hochalpine Skitour verzichteten wir auf so ziemlich alles ausser natürlich Skis, Steigeisen und 2 Steileisgeräte. Light&fast wollten wir auf den Eiger. Nach einstündiger ruckelnder Fahrt mit dem Zug standen wir neugierig beäugt an der Station Eigergleitscher. Schön, wir waren die einzigen Skifahrer, die hier den Zug verliessen. Von weitem konnten wir jedoch 2 Punkte beobachten, die langsam aber stetig Höhe in der Westflanke gewannen. Wir folgten zuerst dem Blau-Weiss markierten Bergweg zum Rotstock. Einige Fixseile helfen über abgeschliffene Steilstufen. Ein willkommenes warm-up. Bald machten wir uns mit Steigeisen und aufgebundenen Skis an der Westflanke zu schaffen. Noch brachen wir immer wieder durch den Schnee und hofften, dass dies bald ein Ende haben würde, wozu es nicht lange brauchte. Bald steilt es unter dem hängenden Sérac auf und immer etwas links haltend gings flott bergauf. Das vielzitierte Sérac sieht momentan kompakt aus und es sind in letzter Zeit keine Eisabbrüche niedergedonnert. Ein Helm gehört jedoch auf jeden Fall auf den Kopf. Die unteren Hänge sind von zahlreichen Lawinen regelrecht zerfurcht und kurz unterhalb des Sérac gilt es zwei blanke Stellen zu überwinden. Nach 2 Stunden und bereits 1000 Höhenmetern gönnten wir uns oberhalb des Séracs eine erste längere Pause. Hier ist das Gelände vergleichsweise flach bevor in nord-östlicher Richtung ein offensichtliches Schneefeld zum Grat hochzieht. Nach der Verflachung oberhalb des Sérac steilt es wieder spürbar auf. Der Schnee hielt sich hart, aber griffig und war perfekt zu gehen. Wir spürten, dass unser Zeitmanagement für die kommende Abfahrt perfekt aufgehen würde... Zwischenzeitlich kamen uns die beiden Voraussteiger mit Skis entgegen. Obwohl sie besser noch etwas gewartet hätten, sah es schon mal vielversprechend aus. Ca. 100HM unterhalb des Gipfels erreichten wir den Grat und es offenbarten sich uns endlich die mit Spannung erwarteten Blicke jäh hinunter in die Nordwand. Wow, was für ein Anblick!!! Die Faszination ist fast handgreiflich. Und dann standen wir nach genau 4 1/4 Stunden oben auf dem schönen Eiger. Wie immer in solchen Momenten läuft es mir kalt den Rücken runter... Die Emotionen kulminieren und der Blick rundherum ist einfach immer wieder fantastisch! Lässt man den Blick Richtung Süden schweifen, steht die crème de la crème immer noch herrlich winterlich da. Im Norden natürlich das jahreszeitliche Gegenteil. Wir nahmen uns viel Zeit, die Stimmung trotz kaltem Wind zu geniessen. Über die scharfe Schneide des Mittellegigrates waren übrigens noch keine Spuren auszumachen.

Um 12:55 eröffneten wir die langersehnte Abfahrt direkt vom Gipfel. Eine solche Exposition so nah an einem 1700m hohen Abgrund kann wohl nur am Eiger genossen werden. Dank pulvrigem Schnee und angenehmer Steilheit war das Ganze jedoch nur halb so dramatisch. Bald stachen wir in die Westflanke, die sich in perfektem Zustand präsentierte: Seidenfeiner Sulz! Wir liessen es trotz der Exposition laufen. Nicht vorzustellen, hier bei eisigen Verhältnissen runterzueiern... Bestimmt einige der besten Abfahrtshöhenmeter dieser Saison! Die blanken Stellen unterhalb des Séracs liessen sich noch gut skiers-left umfahren. Trotz der mittlerweile beträchtlichen Wärme, hielt sich der Schnee gut bis unterhalb des Rotstock, wo wir uns erst einmal ein zweites Mal mit high fives beglückwünschten. Dank den Fixseilen kann man recht mühelos über die Felsschrofen zur Station Eigergletscher absteigen. Zurück am Ausgangspunkt nach genau 6 Stunden. Ging irgendwie fast zu schnell und zu reibungslos... Auf der Sonnenterrasse der kleinen Scheidegg konnten Hunger und Durst endlich adäquat gestillt werden, aber wir kamen nicht drum herum, um schon das nächste potentielle Projekt einer genaueren Prüfung zu unterziehen: Mönch via Nollen. Sah in sehr gutem Zustand aus! Es darf also schon einmal davon geträumt werden.

Schon Wahnsinn, welcher Rummel an so einem Tag auf der kleinen Scheidegg herrscht. Ein solches "Dickicht" von Nationalitäten und sozialen Herkünften, wie es hier friedlich existiert, ist irgendwie schon faszinierend. Die majestätischen Berge machen eben vieles möglich! :)

Hike partners: danski


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Comments (7)


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Sputnik Pro says: Grosse Klasse
Sent 3 June 2012, 16h26
Hej Danski,

Gratuliere euch beiden zum Eiger! Der Berg ist wirklich etwas ganz besonderes und ganz eindrücklich habe ich auch den Tiefblick vor dem Gipfel in Erinnerung wenn man plötlich über der Nordwand steht.

Gruss, Sputnik

CarpeDiem says:
Sent 4 June 2012, 08h50
Complimenti und Respekt !!

IridePow says:
Sent 4 June 2012, 13h41
Gratulation!
Abfahrt für "advanced skiers only".
(Ich hingegen konzentriere mich nun aber eher wieder auf die zwei Räder anstatt die zwei Latten.)

danski says: RE:
Sent 4 June 2012, 18h59
Danke für die positiven Feedbacks! :)
Freue mich schon jetzt auf den Mittellegigrat... ;)

orome says:
Sent 5 June 2012, 00h17
ja super fotos hast da gemacht!
den eiger hatte ich eigentlich auch schon abgeschrieben, super dass es doch so gut ausgegangen ist.
das fletschhorn war am gleichen tag auch sehr fein ;)

danski says: RE:
Sent 5 June 2012, 08h41
Ciao Orome, Merci!
Dachte eben daran, am Samstag Fletschhorn zu versuchen. In diesem Falle ist meine Idee nicht ganz falsch... ;)
Gruess Danski

filips says:
Sent 5 September 2012, 22h35
affegeil...


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