Hillehorn-Bortelhorn-Traverse
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Zwischen dem Simplongebiet und dem Binntal liegt das markante Hillehorn. Ein wahrer Traumgipfel für Leute, die Freude an anspruchsvollen, brüchigen Aufstiegen auf wenig bekannte Berge haben!
Schwierig und unnahbar, so sieht das Hillehorn von fast überall her aus. Aufgrund des Gletscherschwundes gingen wir davon aus, dass die Route von Süden, von der Alpe Veglia, die beste Chance auf einen Gipfelerfolg bieten müsste. Damit war eine Tagestour kein Thema mehr, was aber angesichts der angenehmen Unterkunft im Rifugio Città d'Arona kein Drama ist.
Am Morgen sah der Himmel sehr bedeckt aus. Der Hüttenwart beruhigte uns: In der Höhe sei es sicher wolkenlos. Und siehe da, so war es auch...zunächst folgten wir dem markierten Pfad in die Conca del Mottiscia, dann weglos durch das Tälchen hinauf, bis wir auf etwa 2400 m aus dem Nebel kamen. Die ganze Alpensüdseite unter einem enormen Nebelmeer...traumhaft! Der Aufstieg zur Bocca Mottiscia (P. 2924) war problemlos, den Gletscher berührt man nicht mehr (es scheint, dass der Gletscherstand ennet der Grenze auf den Schweizer LK nicht nachgetragen wird).
Unmittelbar nach dem Pass folgte eher überraschend eine Steilstufe (III), die wir etwas heikel in der Südflanke umgingen. Danach führte der Grat ohne grössere Probleme zur Punta Mottiscia. Hier liessen wir die Rucksäcke zurück und stiegen die paar Meter zum Hillejoch hinab. Nun ging es über den obersten Hillegletscher bis man auf den Nordgrat des Hillehorns steigen konnte. Der Grat ist recht anspruchsvoll und an einzelnen Stellen sehr luftig. Der erste Aufschwung muss links umgangen werden, der zweite kann überklettert oder rechts umgangen werden. Das Ganze ist sehr brüchig; es ist anzunehmen, dass der Gipfel eher selten Besuch erhält. Gipfelbuch ist leider keines vorhanden.
Zurück in der Bocca Mottiscia folge eine nächste Überraschung: Die erste Stufe der Gratkante, die man (gemäss SAC-Führer) direkt erklettern soll, ist überhängend. Nun ja, irgendwo hat auch T6 seine Grenzen ;-) Wir querten also in der N-Flanke (eher heikel), bis sich eine Möglichkeit zum Wiederaufstieg bot. Das sah unangenehm aus, ging aber dann doch recht gut (steil aber gut gestuft). Nun ist der Grat ziemlich einfach, aber kurz vor dem Gipfel stiessen wir auf ein steiles, hartgefrorenes Firnfeld. Hatten wir die Steigeisen doch nicht vergeblich mitgeschleppt! Danach ging es links um einen letzten Turm herum und auf den Gipfel des Bortelhorns. Glücklich und ein wenig gezeichnet vom strapaziösen Aufstieg standen wir auf diesem herrlichen Aussichtspunkt.
Für den Abstieg wählten wir den NW-Grat. Das war nicht sehr weise, weil das Gelände hier erschreckend instabil ist. Der SW-Grat ist auf jeden Fall vorzuziehen (ausser, der Bortelgletscher ist aper und man hat keine Steigeisen dabei)! Kurz vor P. 2798 (Gendarm) stösst man auf ein erdiges Couloir (Schlinge am Einstieg), durch das man den Grat verlassen kann. Danach stiegen wir ohne weitere Probleme zur Bortelhütte (letzter Bewartungstag) und nach Berisal ab.
Alle Fotos sind von Omega3!
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