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Taminser Calanda, sonnige Herbstwanderung hoch über Chur


Published by Kik , 31 October 2011, 23h10.

Region: World » Switzerland » Grisons » Calanda
Date of the hike:30 October 2011
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: Calanda   CH-GR 
Time: 10:00
Height gain: 1900 m 6232 ft.
Height loss: 1800 m 5904 ft.
Access to start point:Bus bis Haldenstein Ausserdorf (Achtung, fährt ab Bahnhofplatz Chur, nicht ab Postautostation).
Accommodation:Calandahütte

Gesucht war eine südseitige Tour mit viel Sonne und Aussicht. Dafür bietet sich der breite Hang des Calanda über Chur geradezu an. Im Sommer viel zu heiss, habe ich den Hüttenaufstieg von Haldenstein noch nie unter die Füsse genommen. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt dafür.

Der Wanderweg beginnt beim mächtigen Schloss, das den alten Kern des Dorfes hinter sich versteckt, führt dann am hohlen Zahn der Ruine Haldenstein vorbei, und dann fast immer abseits des Strässchens  in weiten Schleifen den Hang empor via Arella, Nesselboden und Funtanolja (Brunnen). Bei Bärenhag liegt im Waldschatten der erste Schneerest, auf 1700m. Bis zur Hütte bleiben die Schneereste aber auf wenige schattige und ebene Flächen beschränkt. Das junge Hüttenpaar schliesst dieses Wochenende seine erste Saison ab, sie sind zufrieden mit dem Sommer, und die Gäste mit ihnen! Ein leuchtender Abend, prima Älplermagronen und eine Familie mit 4 Kindern, die um Saubohnen und Brechbohnen feilschen, stimmen alle vergnügt.

Am Morgen rumpelt ein Jeep an, vier Jäger steigen aus und verziehen sich sogleich Richtung Calandasiten. Dort oben weiden von Auge sichtbar, mindestens  40 Steinböcke.  5 Hüttengäste brechen ebenfalls dorthin auf, mit Ziel Haldensteiner Calanda. Ich mache mich auf den Höhenweg zum Taminser Älpli. Der Weg ist schlecht markiert und eine Spur nur stellenweise sichtbar. Im Haldensteiner Täli folge ich lieber der Spur weiter unten, als den Osthang durch den noch harten Schnee zu queren. Die Tobel nach der Älplihütte sind bis auf wenige Stellen schneefrei, alles andere Gelände sowieso. Nach dem Valturntöbeli biege ich um eine Ecke und bin fast so erschrocken, wie die drei Gemsen, die einige Meter vor mir aufschrecken und in den Wald hinab springen. Nun bewege ich mich vorsichtig, und doch gelingt mir kein einziges Foto der vielen Tiere, die in den nächsten 5 Minuten immer wieder hinter einer Rippe auftauchen und hangabwärts fliehen. Etwa bei Pt. 2044 steige ich über Weiden, Gras und Schieferplatten erst zum weit sichtbaren Steinmann auf einer Schulter, dann ebenso problemlos zu einem Gratkopf, auf dem ja tatsächlich ein mickriger Steinmann mit Gamelle steht, und der folglich schon der Gipfel sein muss.
Der Blick reicht von der Drusenfluh via Linard und Mte Disgrazia bis zum Finsteraarhorn, das sich den Galenstock an die Brust geheftet hat, und weiter zum Tödi und Ringelspitz. Das Schönste ist aber der Blick zum Felsberger Calanda mit seiner wilden Nordseite, darunter das tief eingeschnittene Taminatal und im Einschnitt weit weg das Massiv der drei Schwestern mit dem Alpspitz, darunter Triesenberg und ein ganz kleines Stück Bodensee!

Der Abstieg  direkt nach Süden zum Reservoir der Taminser Alp geht schnell. Der Weg hinab nach Kunkels ist breit und gut ausgetreten. In einer Runse liegt Schnee, darauf Gemshaare und ein frisches Knöchelchen - nicht alle haben also den starken Schneefall gut überstanden. Je näher dem Kunkelspass, desto mehr leuchten die Lärchen. Der Weg durchs Foppaloch wurde offensichtlich frisch ausgebessert, mit Stufen versehen, einige Blöcke zur Seite gewälzt, und um diese Zeit scheint sogar die Sonne zwischen die hohen Wände. In einer knappen Stunde vom Pass aus ist Tamins erreicht.

Fazit: Einfache Wanderung bei guten Sichtverhältnissen, auch für trittsichere Kinder. Das T3 bezieht sich  auf die Querung der Tobel bei Nässe oder Reste von hartem Schnee. 

Hike partners: Kik


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