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Auf die Große Riedlkarspitze und die Breitgrieskarspitze


Published by maxl , 8 October 2011, 17h36.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Date of the hike: 6 October 2011
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Mountain-bike grading: F - Easy
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 11:00
Height gain: 2000 m 6560 ft.
Height loss: 2000 m 6560 ft.
Access to start point:Nach Scharnitz. Kurz vor Ortsausgang links, über die Bahn und wieder links zum kostenlosen Parkplatz
Accommodation:Pleisenhütte

Die letzte Gelegenheit auf Sicht, eine Tour bei guten Verhältnissen und vor allem AKW zu unternehmen, war der Donnerstag. Ich beschloss, den Tag so richtig auszunutzen und mal wieder eine größere Runde im schönen Karwendel zu unternehmen. Dort konnte ich zwei stolze 2500er im Karwendel-Hauptkamm mitnehmen, allerdings verbunden mit doch einigen konditionellen Anforderungen. Aber es hat sich rundum gelohnt!!

Start in der Dunkelheit um halb sechs in Scharnitz. Im Licht der Stirnlampe fahre ich durch Scharnitz und zunächst ein bisschen ins Hinterautal hinein. Am Wiesenhof zweigt links der Fahrweg zur Pleisenhütte ab. Ich fahre ihn mit dem Fahrrad noch ein wenig hinauf, mache dann aber Depot am Abzweig ins Karwendeltal, da ich nicht sicher bin, wie steil der Weg weitergeht und ob noch markante Wegpunkte kommen (ich hatte Angst, das Radl auf dem Rückweg nicht wiederzufinden...). Allerdings hätte ich ruhig noch weiter rauffahren/-schieben können. Weiter geht's dann durch die Dunkelheit den Fahrweg zur Pleisenhütte, nach 01.45 komme ich schließlich dort an. Es dämmert gerade und ich genieße die herrliche Morgenstimmung an der noch ruhigen Hütte. Die aufgehende Sonne taucht die umliegenden Berge in ein schönes Licht, der Bodennebel verleiht dem ganzen eine etwas surreale Stimmung. Fast schon kitschig.

Nach der Rast geht's weiter: noch etwa zehn Minütchen den Weg zur Pleisenspitze weiter, dann bald rechts am Abzweig des Höhenwegs zum Karwendelhaus. Diesen verfolge ich nun bis kurz unter die Breitgrieskarspitze. Er verlangt einem zwar einige zusätzliche Höhenmeter ab, ist dafür aber auch landschaftlich außerordentlich reizvoll. Zunächst führt er durch Latschen unter der S-Flanke der Pleisenspitze dahin, quert dann ins Mitterkar, das zwischen der Pleisen und der Larchetkarspitze liegt, danach mit deutlichem Höhenverlust in einer sausteilen Rinne (bei der Kuchl) den Südausläufer der Larchetkarspitze (hier schon recht anspruchsvoll), um dann in das weitläufige Hinterkar zu gelangen. Dort erst eben dahin, bald recht steil durch schöne Grasschrofen hinauf (sehr angenehme Höhenmeter durch die gut gestuften Tritte) und schließlich über das kupierte Geröllgelände ins östliche Hinterkar, das vom westlichen durch den Südgrat der Riedlkarspitze getrennt ist. Kurz vor der Westflanke der Breitgrieskarspitze verlasse ich den markierten Weg und steige zum tiefsten Punkt der Scharte zwischen Breitgrieskarspitze und Großer Riedlkarspitze. Der Ostgrat der Riedlkar liegt nun vor mir und will gewonnen werden. Und er macht wirklich Spaß, ist nirgends schwierig oder heikel und erstaunlich schnell gewonnen. Zunächst sehr schuttig hinauf, dann angenehm auf dem breiten Grat fast horizontal dahin, bis der letzte Aufschwung näher rückt, der aber unglaublich gut gestuft ist. Am Gipfel bin ich knapp drei Stunden ab der Pleisenhütte, Bewertung T4-.

Oben ist's nur noch genial: ich genieße die schier unendliche Gipfelschau (vom Watzmann bis zum Krottenkopf!!), blättere in dem historischen Gipfelbuch von 1969 (warum dieser Gipfel so selten besucht wird, ist mir ein Rätsel), stelle fest, dass ADI ein verrückter, liebenswerter Hund ist (siehe Photo) und bin rundum zufrieden. Lediglich der böige Wind stört etwas und treibt mich nach einer guten halben Stunde wieder zurück in die Scharte. Dort angekommen beschließe ich, noch die Breitgrieskarspitze mitzunehmen. Ich quere also von der Scharte zum markierten Weg, der dann bald die steile und unglaublich bröselige W-Flanke der Breitgrieskarspitze erreicht. Dort ist ein schepses Seil, das - wenn überhaupt - wohl eher der psychischen als der materiellen Unterstützung dient. Ich fand das Gelände sehr unangenehm, m.E. mindestens T4+. Auch die Querung auf einem Band mitten in der Scharte danach ist nicht ohne, da durchgängig rutschig und ziemlich ausgesetzt. Ich fand das die anspruchsvollste Passage der Tour. Bald jedoch ist die Grathöhe gewonnen und ich steige dort weglos auf dem Südgrat der Breitgrieskarspitze bergwärts. Er ist leicht schwieriger als der Ostgrat der Riedlkar (T4), weil schuttiger und etwas ausgesetzer. Sauberes Steigen ist hier gerade in der Haupttourenzeit sehr wichtig, da ein Steinschlag wohl unvermeidlich den markierten Weg betrifft. Und die Griffe und Tritte da oben sind beileibe nicht zuverlässig, zudem liegt dort viel Schutt auf glatten Platten. Auch wenn nix los ist, steige ich also sehr besonnen hinauf und freue mich über den zweiten gewonnenen Gipfel, den ich eine Dreiviertelstunde nach der Scharte erreiche. Gipfelstange dort und GB (nicht gut erhalten) von 2004. Die Riedlkar ist schöner, eindeutig.

Retour dann auf dem gleichen Weg, der sich zwar beträchtlich zieht, aber bei so einem Wetter ist mir das auch egal. Ich brauche etwa 4h zurück nach Scharnitz, komme dort zwar ziemlich fertig, jedoch mit der Gewissheit, diese wunderbaren Tag angemessen ausgekostet zu haben, am Auto an.

Hike partners: maxl


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Comments (3)


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stefan87 says: Einfach nur eine schöne Gegend!
Sent 8 October 2011, 18h46
Freut mich das du auch noch bei bestem Wetter unterwegs warst.
Der Wahnsinn, wieviele Tourenmöglichkeiten mit unterschiedlichen Anforderungen es dort oben gibt. :o

Gruß Stefan.

sven86 says:
Sent 8 October 2011, 20h53
Ich sehe schon, im Karwendel hat sich diese Woche angesichts der Kaltfront massive Torschlusspanik breitgemacht :)

maxl says: RE:
Sent 9 October 2011, 15h17
merci! War schon komisch, als ich die Photos sortiert habe, dranzudenken, dass das jetzt alles weiß ist.... aber wirklich eine tolle Gegend, immer wieder schön!!


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