Böshorn und Galehorn
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Im Gegensatz zu den Voralpen liegt oberhalb von 2000m üppig Schnee für die Jahreszeit. So pilgere ich ein weiteres Mal ins Wallis, um meine Skipremiere am Simplon zu begehen - aber definitiv nicht meine Dernière. Bis zuletzt war ich unsicher, ob es ostwärts zum Monte Leone oder westwärts zum Böshorn gehen sollte. Erst im Postauto fiel der definitive Entscheid pro böses Horn, welches mir mehr Abwechslung und Einsamkeit zu versprechen schien.
Nach gutem Zureden lässt mich der Chauffeur bereits beim Parkplatz Chlusmatte (1810m) aussteigen. Wow, damit habe ich mir ganze fünf Minuten eingespart! Auf dem Strässchen runter zum Chrummbach und nach der Brücke auf die Ski - los geht's, gefolgt von zwei weiteren Gruppen. Die Route verläuft grösstenteils nordseitig und weist mehrere Steilpassagen auf, entsprechend sollten die Verhältnisse sein. Im Gegensatz zur Vorwoche (
Ginalser Haute Route) trägt die Unterlage einigermassen gut und der Spuraufwand bleibt vorerst überschaubar. So gelange ich effizient zum Sirwoltusee, ab wo sich der wenige Neuschnee erstmals bemerkbar macht.
Der längere Steilhang zum Pässchen P. 2811 markiert lawinentechnisch die Schlüsselstelle der Tour. Oben empfängt mich ein frischer Westwind und ich pausiere nur kurz für etwas Verpflegung. Ab sofort prägen Zastrugis die Landschaft, dankbar folge ich einer verblasenen Spur. Nach einem weiteren Steilaufschwung (zu P. 2983) öffnet sich der Blick auf die Nordwand des Böshorns. Es scheint bereits zum Greifen nah, doch es verbleiben ca. 250Hm bis zum Skidepot am Ostgrat. Zu Fuss geht es weiter über den halb aperen, halb verschneiten Felsgrat. Ein ca. 4 Meter hoher Absatz erfordert Kletterei im II. Grad, für mich gut machbar. Oben hängt eine Schlinge, welche v.a. im Abstieg durchaus nützlich sein könnte (allenfalls etwas Reepschnur mitnehmen). Die Steigeisen lasse ich heute im Rucksack. Nach 2:50 erreiche ich schneller als erwartet das Böshorn (3269m) und mache es mir für eine kurze (weil windige) Pause gemütlich. Gebannt blicke ich zum Fletschhorn, dem Berg meiner Sehnsüchte. Aber lohnendes Panorama findet man in alle Himmelsrichtungen.
Den Abstieg zurück zum Skidepot absolviere ich ohne grössere Probleme, aber stolpern ist nicht angebracht. Weiter geht's mit Ski über wüste Zastrugis der Aufstiegsroute entlang ins Pässchen P. 2811. Ab hier lässt sich das Sirwoltuhorn (2847m) recht zügig gewinnen; je nach Wechten-/Schneesituation weicht man mehr oder weniger in die Westflanke aus. Abfellen und eine zweite Abfahrt in den Sirwoltusattel (2620m), erneut geprägt durch Zastrugis. Im letzten, harmlosen Aufstieg zum Galehorn (2797m) werde ich durch die Mittagssonne recht gebraten, aber oben erneut schneller abgekühlt als mir lieb ist. So verlege ich die grosse Pause auf später und mache mich bald an die Alternativabfahrt nach Osten ins Ritzitälli. Auch hier sollten die Verhältnisse passen. Endlich findet sich der gewünschte Sulz und ich cruise genussvoll talwärts. Bei einem Felsen auf ca. 2100m wird die aufgeschobene Pause nachgeholt, Kaffee und Süssgebäck inklusive. Schliesslich bleibt mir noch viel Zeit bis zum nächsten Bus.
Irgendwann reisse ich mich los und absolviere die letzten Höhenmeter zurück zum Ausgangspunkt. Kurzer Fussmarsch der Passstrasse entlang zur Bushaltestelle. Auf der Terrasse des dauerhaft geschlossenen Restaurants Engeloch - was für ein trostloser Ort - lege ich meine Siebensachen zum Trocknen aus, helfe einem italienischen Taxifahrer mit überhitztem Motor und warte auf den Anschluss zurück nach Brig, im Gepäck mindestens drei neue Tourenideen (und leider ein schmerzendes Knie).
Zeiten (kum)
2:50 Böshorn
3:30 Sirwoltuhorn
4:10 Galehorn
4:30 Engeloch
Nach gutem Zureden lässt mich der Chauffeur bereits beim Parkplatz Chlusmatte (1810m) aussteigen. Wow, damit habe ich mir ganze fünf Minuten eingespart! Auf dem Strässchen runter zum Chrummbach und nach der Brücke auf die Ski - los geht's, gefolgt von zwei weiteren Gruppen. Die Route verläuft grösstenteils nordseitig und weist mehrere Steilpassagen auf, entsprechend sollten die Verhältnisse sein. Im Gegensatz zur Vorwoche (

Der längere Steilhang zum Pässchen P. 2811 markiert lawinentechnisch die Schlüsselstelle der Tour. Oben empfängt mich ein frischer Westwind und ich pausiere nur kurz für etwas Verpflegung. Ab sofort prägen Zastrugis die Landschaft, dankbar folge ich einer verblasenen Spur. Nach einem weiteren Steilaufschwung (zu P. 2983) öffnet sich der Blick auf die Nordwand des Böshorns. Es scheint bereits zum Greifen nah, doch es verbleiben ca. 250Hm bis zum Skidepot am Ostgrat. Zu Fuss geht es weiter über den halb aperen, halb verschneiten Felsgrat. Ein ca. 4 Meter hoher Absatz erfordert Kletterei im II. Grad, für mich gut machbar. Oben hängt eine Schlinge, welche v.a. im Abstieg durchaus nützlich sein könnte (allenfalls etwas Reepschnur mitnehmen). Die Steigeisen lasse ich heute im Rucksack. Nach 2:50 erreiche ich schneller als erwartet das Böshorn (3269m) und mache es mir für eine kurze (weil windige) Pause gemütlich. Gebannt blicke ich zum Fletschhorn, dem Berg meiner Sehnsüchte. Aber lohnendes Panorama findet man in alle Himmelsrichtungen.
Den Abstieg zurück zum Skidepot absolviere ich ohne grössere Probleme, aber stolpern ist nicht angebracht. Weiter geht's mit Ski über wüste Zastrugis der Aufstiegsroute entlang ins Pässchen P. 2811. Ab hier lässt sich das Sirwoltuhorn (2847m) recht zügig gewinnen; je nach Wechten-/Schneesituation weicht man mehr oder weniger in die Westflanke aus. Abfellen und eine zweite Abfahrt in den Sirwoltusattel (2620m), erneut geprägt durch Zastrugis. Im letzten, harmlosen Aufstieg zum Galehorn (2797m) werde ich durch die Mittagssonne recht gebraten, aber oben erneut schneller abgekühlt als mir lieb ist. So verlege ich die grosse Pause auf später und mache mich bald an die Alternativabfahrt nach Osten ins Ritzitälli. Auch hier sollten die Verhältnisse passen. Endlich findet sich der gewünschte Sulz und ich cruise genussvoll talwärts. Bei einem Felsen auf ca. 2100m wird die aufgeschobene Pause nachgeholt, Kaffee und Süssgebäck inklusive. Schliesslich bleibt mir noch viel Zeit bis zum nächsten Bus.
Irgendwann reisse ich mich los und absolviere die letzten Höhenmeter zurück zum Ausgangspunkt. Kurzer Fussmarsch der Passstrasse entlang zur Bushaltestelle. Auf der Terrasse des dauerhaft geschlossenen Restaurants Engeloch - was für ein trostloser Ort - lege ich meine Siebensachen zum Trocknen aus, helfe einem italienischen Taxifahrer mit überhitztem Motor und warte auf den Anschluss zurück nach Brig, im Gepäck mindestens drei neue Tourenideen (und leider ein schmerzendes Knie).
Zeiten (kum)
2:50 Böshorn
3:30 Sirwoltuhorn
4:10 Galehorn
4:30 Engeloch
Tourengänger:
Bergamotte

Communities: Skitouren
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