Rauher Kopf Anfang Oktober


Publiziert von J_Rekowski , 15. Oktober 2023 um 13:55.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Silvretta
Tour Datum: 1 Oktober 2023
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 12:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:21 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bielerhöhe, Silvrettastausee

Am 1. Oktober machte ich mich mit einer Freundin von der Bielerhöhe aus auf den Weg zum Rauhen Kopf.

Wir starteten gegen 8:30 am östlichen Ende der Passhöhe.

Unser Weg führte uns zunächst am östlichen Ufer des Silvretta-Stausees entlang bis wir kurz nach der Bieltalbachfassung auf den Sommerweg zur Wiesbadener Hütte abzweigten.

Dem Weg folgten wir bis zum Wegweiser Radsattel auf 2420 m.

Auf 2540 m teilt sich der Weg bei einem Wegweiser erneut und nun folgt man dem Edmund-Lorenz-Weg in südlicher Richtung bis auf eine Anhöhe (2590 m).

Hier verlässt man den Weg in ostsüdöstlicher Richtung, auf eine Moräne hinauf und sobald in Sichtweite auf Blockgelände weiter zum östlichen Ufer eines Sees (2670 m) und an diesem vorbei.

Bis hierher ist es nicht schwerer als T3.

Nun geht es durchgehend auf Blockgelände weiter bis man ein Plateu auf 2900 m direkt unterhalb des Rauhkopfgletschers erreicht hat (T4).

Achtung: bei hohen Temperaturen im Sommer hat es von allen Flanken im Osten herab teils minütlich faust- bis kopfgroßen Steinschlag. Die Steinschlagzone betrifft auch die steile Eisfläche zur Rauhkopfscharte hinauf. Große Flächen des Rauhkopfgletschers liegen bereits unter Schutt verborgen.

Links der Aufstiegseisfläche befinden sich Felsaufbauten die sich bis kurz unter die Rauhkopfscharte hinaufziehen.

Besonders die unteren sind ziemlich glatt und waren für uns nicht erkletterbar.

Die glatten Felsaufbauten haben wir links über steiles Blockgelände umgangen (T6-). Man muss bei jedem Schritt aufpassen. Hier rutscht fast alles. Immer nah an den Felsen bleiben da die Geröllflanken östlich des Gipfels stark steinschlaggefährdet sind.

Auf 2950 m hat man die unteren Felsaufbauten umgangen und kann auf die horizontalen Felsrippen wechseln die das Eisfeld am oberen linken Rand begrenzen.

Die Stufen können in leichter Kletterei (UIAA I+) überwunden werden. Zwischen den Stufen liegt Geröll (T5).

Nach wenigen Stufen erreicht man das obere Becken kurz unterhalb einer Scharte (etwas ostnördöstlich der Rauhkopfscharte) die in wenigen Minuten erreicht ist (3020 m).

Von hier aus geht es zunächst in nördöstlicher Richtung weiter. Ein Felsturm direkt an der Scharte wird links umgangen. Es folgt eine Rinne die zum Grat hoch führt (T5, I).

In nördlicher Richtung kurz den Grat folgen aber nicht direkt am Grat hochklettern. Dort ist es extrem ausgesetzt und mindestens UIAA III.

Dort wo das Gehgelände am Grat endet der Felswand nach links folgen bis sich auf 3050 m ein Kamin zeigt (II+). Teilweise wird dieser mit II- beschrieben. Das empfand ich aber nicht so.

Der Kamin ist nicht sehr hoch aber steil, brüchig und man kann tief fallen. Am unteren Ende, dort wo eingestiegen wird, geht es noch weit nach unten.

Man muss schon etwas nach Griffen suchen und auch wieder hinab. Der obere Ausstieg endet in losem Schutt.

Nach dem Kamin ist der Gipfel nicht mehr weit. Etwas Gehgelände und leichte Kletterei (I) und es ist geschafft.

Die Rundumsicht am Gipfel ist wunderbar. Es ist auch ein sehr einsamer Gipfel. Gipfelbucheinträge liegen teils Monate zurück. Die abweisende Nordostflanke des Tiroler Kopfes ist beeindruckend. Der Rauhe Kopf ist von allen Seiten von Gletschern umgeben: Rauhkopfgletscher, Totenfeld, Eisfeld nordöstlich des Tiroler Kopf.

Ohne Empfang und die Möglichkeit im Notfall Hilfe anzufordern ist man ab dem unterem Gletscherrand bis kurz unterhalb des Gipfels auf sich  gestellt wenn man alleine unterwegs ist. Die Tour erfolgte ab verlassen des Wanderweges auf 2590 m in totaler Einsamkeit.

Wir waren ohne Hochtourenausrüstung unterwegs.

Es ist eine lange Tour und wir kamen kurz vor Einbruch totaler Dunkelheit am Parkplatz an (19:45).

Es war eine wunderschöne Tour und ein echtes Abenteuer.

Tourengänger: J_Rekowski


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