Ein einzigen Föteli müsste reichen ..


Published by PStraub , 13 February 2023, 17h13.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:13 February 2023
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe   Zürcher Hausberge 
Height gain: 1200 m 3936 ft.
Height loss: 650 m 2132 ft.

.. um zu beweisen, dass Fotovoltaikanlagen in den Bergen sinnvoller sind als auf Häusern des Mittellandes.
Dazu unten mehr.

Einmal mehr ging ich heute vormittag bei perfektem Wetter aufs Hirzli. Der Schnee schwindet recht schnell und der Weg wird zunehmend eisig: Die letzten paar Mal waren trotz Spurerei angenehmer.
Das erste Mal hatte es "Gegenverkehr": ein Schneeschuhgänger. Schneeschuhe, das war heute keine besonders gute Wahl.

Oben angekommen, sah ich, dass es über der Linthenene Nebel hat.
Da habe ich mich daran erinnert, dass sich gewisse Kreise mit Zähnen und Klauen gegen Fotovoltaikanlagen in den Bergen wehren. Man solle besser die Dächer im Flachland entsprechend ausrüsten. Gut gemeint, aber schlecht gedacht.
Fotovoltaikanlagen im Berggebiet bringen rund die doppelte Ausbeute an Energie. Und das vor allem dann, wenn sie gebraucht wird: im Winter. Denn in der Höhe ist die UV-Strahlung höher, die Luft ist sauberer, es hat kaum Nebel und die Reflektion des Schnees bringt zusätzliche Leistung.

Wenn wir nur schon bei den hunderten von Lawinenverbauungen mit südlicher Ausrichtung Panels anbringen, wäre schon einiges erreicht.
Lawinenverbauungen sind meist seit dem Bau einigermassen erschlossen - und "verschandelt" ist die dortige Landschaft ohnehin. Da kann doch niemand ernsthaft etwas dagegen haben. Müsste man meinen ..

Hike partners: PStraub


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Open in a new window · Open in this window

WT5
9 Feb 22
Hirzli - heikler als erwartet · PStraub
T3+ I
16 Oct 19
Hirzli & Planggenstock · ᴅinu
T2 PD F
T2
31 Jan 23
Im Januarloch · PStraub
T3 F

Comments (4)


Post a comment

Alpin_Rise says: PV im Hochgebirge
Sent 14 February 2023, 17h10
Im westlichen Mittelland herrscht seit 9. Februar maximale Sonnenscheindauer, z.B. hier. Der reisefreudige hikr weiss: Es ist zum Glück selten im ganzen Land neblig.

> Lawinenverbauungen mit südlicher Ausrichtung Panels anbringen

So verlockend und logisch es klingt, einfach scheint es nicht zu sein, siehe SLF-Studie.

Anstatt grossflächige Solaranlagen in unerschlossenen, abgelegenen Alpentälern hinzuklotzen, müssen wir unsere Energie dort produziert werden, wo wir sie brauchen wird: Auf den Gebäuden.
Dies gelingt wenn

a) geeignete Infrastrukturen, bestehende Häuser und Neubauten konsequent mit einer Solarpflicht belegt werden, insbesondere sonnige Standorte z.B. im Wallis oder in anderen Hochtälern. Warum nur sehe ich z.B. in Crans Montana annähernd Null PV? Warum hat kein einziges Skigebiet eine nennenswert PV installiert?

b) Mehrere Gebäude zu Clustern zusammengefasst und mit intelligenten Geräten und Batterien auf 4 Rädern (aka Elektrofahrzeuge) teilautark werden. Stichwort Resilienz und Netzauslastung.

c) Die bestehenden, im Herbst vollen Stauseen wie bisher helfen, die sonnenarmen Monate Nov/Dez/Jan/Feb zu überbrücken. Die "Stromlücke" im Frühling lässt sich problemlos stopfen: Ab März produzieren PV Anlagen im Flachland ordentlich, ca. 50% der hochalpinen Anlagen.

d) der Strompreis so hoch ist, das er dazu motiviert, die übelsten Stromverschwendungen zu unterlassen. Als soziale Massnahme kann z.B. ein günstiges Grundkontigent pro Person/Haushalt definiert werden

e) es nicht am politischen Willen fehlen würde.

Das schiesst aber definitiv über die Kernanliegen von hikr.org hinaus

G, Rise

Bertrand says: RE:PV im Hochgebirge
Sent 17 February 2023, 12h38
>Das schiesst aber definitiv über die Kernanliegen von hikr.org hinaus

Mais c'est un résumé remarquable de ce que nous sommes sans doute nombreux à espérer...

PStraub says: RE:PV im Hochgebirge
Sent 18 February 2023, 15h21
Ich habe nichts gegen PV-Anlagen auf Gebäuden. In Irènes Überbauung in Unterterzen wird gerade für CHF 690'000 eine recht ansehnliche gebaut - die Anregung dafür kam übrigens von mir.

> ..müssen wir unsere Energie dort produzieren, wo wir sie brauchen ..

Sorry, aber das ist Ideologie, nicht Ökonomie. So läuft es nicht in der realen Wirtschaft.
Egal ob Billig-Klamotten, Roheisen oder Luxusuhren: Produziert wird nicht am Markt, sondern dort, wo die Produktionsfaktoren stimmen.
Und bei der (PV-)Elektrizität ist das nun einmal der Alpenraum. Sonst wäre die erste Staumauer der Schweiz bei Adliswil und nicht im Klöntal gebaut worden.

Kein HIKR-Thema? Ich denke, für jemanden, der (wie du und ich) ab und zu in den Bergen wandert, ist es das schon.

Gruss Peter

Alpin_Rise says: RE:PV im Hochgebirge
Sent 31 August 2023, 09h29
> Produziert wird nicht am Markt,
Die Nachfrage ist an der Steckdose zu Hause oder im Büro bzw. den wenigen CH-Industrien. Ich bin überzeugt, dass wir in einer einigermassen «zukunftsfähigen» Welt in der Nähe der Nachfrage produzieren müssen. Die Pandemie hat eine kleine Vorschau geliefert, welche Interessen bei Ressourcenknappheit Vorrang haben. Je lokaler ich mich mit Gütern versorgen kann, desto resilienter.

> sondern dort, wo die Produktionsfaktoren stimmen.
Für Wasserkraft ist die Höhendifferenzen DER zwingende Produktionsfaktor, unbestritten. Für Solaranlagen ist die Höhenlage nicht zwingend. Die Sonneneinstrahlung ist zwar in den Wintermonaten deutlich und im Sommer etwas höher. Dagegen ist der Aufwand für Planung, Bau und Unterhalt um Faktoren höher als im Siedlungsgebiet. Kollateralschäden sind Naturschäden über Jahrhunderte (sehr langsame Regeneration in der Höhe), und Emissionen von Erschliessungsbauten und Helikopterflüge für den Unterhalt. Diese Klumpfüsse hochalpiner Baustellen muss man keinem Bergler erklären. Wegen den Kosten alpiner Erschliessungen habe ich keine Sorge, denn das "regelt der Markt" - wie wir sehen realisieren die Projektanten jetzt die Fakten und ihre Projekte werden mehr oder weniger heimlich redimensionieret oder sistiert. Sofern wir nicht massiv Steuergelder als Subventionen in die alpine Solarindustrie in unerschlossenen Gebieten reinpumpen.

Einfach gefragt: Welche Anlage produziert pro Franken mehr Energie? Die höhere Rendite? Warum solllen wir 10 Quadratmeter alpine Solarfläche hinzwängen, wenn wir für das gleiche Geld 100 Quadratmeter im Flachland zubauen können?
(Auch wenn der Faktor nicht 1:10 sein sollte, bin ich überzeugt, dass eine Vollkostenrechnung über den gesamten Lebenszyklus mindestens 1:5 zu Gunsten der Flachlandanlage auf bestehender Infrastuktur ist - kennt jemand Zahlen?)

In zehn Jahren werden wir die Antwort haben, wie brillant die Idee alpiner Solaranlagen war. Entweder in Form intelligenter Projekte auf Infrastrukturen oder in Form von unterhalts intensiven Investitionsruinen in freier Natur, der Steuerzahler wirds schon richten *Polemik off*

G, Rise

> Sonst wäre die erste Staumauer der Schweiz bei Adliswil und nicht im Klöntal gebaut worden.
Randnotiz 1: Die ersten "Staumauern" kleiner Dimension aka Wehre wurden in den Tälern, nämlich genau dort gebaut, wo die Energie gebraucht wurde. Ein Glarner kann das aus der Nähe bezeugen ;-)
Randnotiz 2: Gerade in den alpinen Grossspeichern liegt unser Trumpf, wenn diese Anfang November randvoll sind, denn im Sommer decken wir den Strombedarf mit Solar auf Gebäuden locker. Volle Stauseen bringen sie uns duch die drei, vier sonnenarmen Monate. Im Februar, spätestens März kommt wieder genügend Strom von unseren Dächern. Damit das gelingt, müssen wir a) unseren Winterverbrauch senken, in dem wir aufhören, Strom in schlecht isolierten oder gar unbewohnten (Ferien-)häusern zu verbrennen. Sanieren mit Wärmepumpen ausrüsten und die Sommerwärme im Winter zum Heizen nutzen, das ist low tech und bei jedem Neubau einfach zu realisieren.
und b) ein halbes Dutzend Grossprojekte wie Trift und Grimsel realisieren und bestehende Stauanlagen sanieren/optimieren, um mit neuen Maschinen möglichst nahe am physischen Maximum zu produzieren.



Post a comment»