Piz Ot zum Sonnenaufgang - Trais Fluors - Padella
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Ein eiskalter aber traumhafter Herbstmorgen im Engadin - eine geologisch spannende Rundtour über Gipfel und Grate
Der Piz Ot dürfte einer der markantesten und formschönsten Gipfel über dem Oberengadiner Hochtal sein. Mein letzter Besuch liegt 21 Jahre zurück. Mehr als ein halbes Leben... Obwohl ich des Kurierens einer Erkältung zuliebe wohl besser ausgeschlafen hätte, konnte ich es mir nicht verkneifen (wie so oft) zwei Stunden vor Sonnenaufgang loszuziehen um einen Gipfel zu besteigen. Während der Piz Ot den höchsten Punkt der Tour darstellt, hatte ich mir danach eine logische und spannende Rundtour für den Abschnitt mit herbstlicher Morgensonne zusammenbastelt. Der durch raue Dolomit- und Kalk-Felsen geprägte Kamm von der Fuorcla Valetta zum Piz Padella lässt das Herz des Alpinwanderers (oder Trailrunners?) höher schlagen. Höhepunkt sind die Trais Fluors, die Drei Blumen, vom Tal aus sehr markant, vor Ort eher unbedeutende Felsspitzen. Im Alleingang ist eine Überschreitung nicht ratsam, aber die erste Blume lässt sich einfach erklimmen. Sie lässt mich in Erinnerungen an eine der ersten alpinen Klettertouren zusammen mit
xinyca (heute ist sie unten im Tal mit den Kindern beim Zmorge) vor 2 Jahrzehnten schwelgen - noch immer die einzige auf Hikr dokumentierte Traverse der Trais Fluors.
Um halb sechs laufe ich bei -4 Grad und kompletter Dunkelheit in Celerina los. Kalt, aber im Vergleich zu den letzten Morgen doch deutlich wärmer, da die Nacht teils bewölkt war. Ab Christolais folgt ein schöner nur leicht ansteigender Trail. Dann steiler hinauf zur Alp Munt und mit dem allerersten, fahlen Licht in die Valetta, wo sich die Silhouette des Piz Ot weit oben abzeichnet. In der Dämmerung verliere ich den Weg, komme nach etwas mühsamen Geröllfeldern aber wieder darauf zurück. Der Aufstieg über einen Felsrücken ist fast durchgehend schneefrei. Dennoch haben sich an wenigen Stellen unsichtbare, fiese Eisblatern auf dem Geröll gebildet. Ohne Probleme erreiche ich auf dem gut markierten Pfad die Fixseile, teils Geländer, im Gipfelbereich (T4). Da der Weg dort auf die Nordseite wechselt, liegt noch recht viel Schnee und die Kälte des Morgens macht sich nun spürbar. Genau als ich den Gipfel erreiche, steigt die Sonne über den Horizont - ein geniales Bergerlebnis!
Nach einer Fotopause, bei der ich dankbar für alle mitgetragenen (dünnen) Kleidungsschichten bin, steige ich wieder ab - Morgensonne vom ersten Meter an! Nach der Querung durch eine Mondlandschaft geht es hinauf zur Fuorcla Valetta und gegen den Piz dal Büz. Obwohl ich (vor langer Zeit) schon dreimal dort oben war, sehe ich nun, dass der Gipfel auf den meisten Seiten recht rauh ist. Erst glaube ich den NW-Grat direkt machen zu können. Das wird mir dann aber zu steil und brüchig und ich weiche durch die Nordflanke aus (unangenehm, nach Westen wäre besser). Von Süden gelangt man dann einfach zum Gipfel (T4). Durch spannendes, wildes Gelände geht es auf die Trais Fluors zu, ein markanter Turm wird südlich umgangen. Um auf die erste Blume zu gelangen folgt man einem recht scharfen, aber gutgriffigem Felsgrätchen und dann einer markanten Rinne rechts (T5, II). Nach ein paar weiteren Schritten auf dem Grat ist der Gipfel erreicht. Nun würde es anspruchsvoller, was ich mir nicht zumute ohne Sicherung. Also zurück und durch das von
Tobi beschriebe "Konfrontations-"Couloir effizient auf die Südseite runter, wo ich durch feine, kiesige Geröllhalden zur Fuorcla Padella quere. Der Aufstieg zum Pizzatsch ist ein weiteres Highlight der Tour: abwechslungsreich und kraxlig (T5-, II). Im Gipfelbereich klettert man in kompaktem Nagelfluh-Fels, was merkwürdig anmutet. Dann in der Morgensonne zum Piz Padella. Obwohl es wie ein Katzensprung aussieht, ist das nicht geschenkt - es geht mehrmals hoch und runter und das Gelände ist felsig und coupiert, macht aber viel Spass zum rennen. Nach einer kurzen Rast beginnt der "Sturzflug" nach Celerina - 1150 Höhenmeter in 35min. Eine direktere Route hätte ich aber auch nicht finden können. Da ich keine Lust habe auf die Karte zu blicken, erwische ich den Wiesenkamm östlich des Val Zuondra und muss merken, dass dieser in eine Felswand ausläuft. Per Zufall finde ich aber im ersten Versuch einen Durchschlupf in sehr steile, aber schnelle Wiesen hinab zu Pt 1985.
Durchgangszeiten:
Celerina: 5.30
Piz Ot: 7.42
Piz dal Büz: 8.40
Piz Padella (via Trais Fluors, Pizzatsch): 9.30
Celerina: 10.11
Der Piz Ot dürfte einer der markantesten und formschönsten Gipfel über dem Oberengadiner Hochtal sein. Mein letzter Besuch liegt 21 Jahre zurück. Mehr als ein halbes Leben... Obwohl ich des Kurierens einer Erkältung zuliebe wohl besser ausgeschlafen hätte, konnte ich es mir nicht verkneifen (wie so oft) zwei Stunden vor Sonnenaufgang loszuziehen um einen Gipfel zu besteigen. Während der Piz Ot den höchsten Punkt der Tour darstellt, hatte ich mir danach eine logische und spannende Rundtour für den Abschnitt mit herbstlicher Morgensonne zusammenbastelt. Der durch raue Dolomit- und Kalk-Felsen geprägte Kamm von der Fuorcla Valetta zum Piz Padella lässt das Herz des Alpinwanderers (oder Trailrunners?) höher schlagen. Höhepunkt sind die Trais Fluors, die Drei Blumen, vom Tal aus sehr markant, vor Ort eher unbedeutende Felsspitzen. Im Alleingang ist eine Überschreitung nicht ratsam, aber die erste Blume lässt sich einfach erklimmen. Sie lässt mich in Erinnerungen an eine der ersten alpinen Klettertouren zusammen mit

Um halb sechs laufe ich bei -4 Grad und kompletter Dunkelheit in Celerina los. Kalt, aber im Vergleich zu den letzten Morgen doch deutlich wärmer, da die Nacht teils bewölkt war. Ab Christolais folgt ein schöner nur leicht ansteigender Trail. Dann steiler hinauf zur Alp Munt und mit dem allerersten, fahlen Licht in die Valetta, wo sich die Silhouette des Piz Ot weit oben abzeichnet. In der Dämmerung verliere ich den Weg, komme nach etwas mühsamen Geröllfeldern aber wieder darauf zurück. Der Aufstieg über einen Felsrücken ist fast durchgehend schneefrei. Dennoch haben sich an wenigen Stellen unsichtbare, fiese Eisblatern auf dem Geröll gebildet. Ohne Probleme erreiche ich auf dem gut markierten Pfad die Fixseile, teils Geländer, im Gipfelbereich (T4). Da der Weg dort auf die Nordseite wechselt, liegt noch recht viel Schnee und die Kälte des Morgens macht sich nun spürbar. Genau als ich den Gipfel erreiche, steigt die Sonne über den Horizont - ein geniales Bergerlebnis!
Nach einer Fotopause, bei der ich dankbar für alle mitgetragenen (dünnen) Kleidungsschichten bin, steige ich wieder ab - Morgensonne vom ersten Meter an! Nach der Querung durch eine Mondlandschaft geht es hinauf zur Fuorcla Valetta und gegen den Piz dal Büz. Obwohl ich (vor langer Zeit) schon dreimal dort oben war, sehe ich nun, dass der Gipfel auf den meisten Seiten recht rauh ist. Erst glaube ich den NW-Grat direkt machen zu können. Das wird mir dann aber zu steil und brüchig und ich weiche durch die Nordflanke aus (unangenehm, nach Westen wäre besser). Von Süden gelangt man dann einfach zum Gipfel (T4). Durch spannendes, wildes Gelände geht es auf die Trais Fluors zu, ein markanter Turm wird südlich umgangen. Um auf die erste Blume zu gelangen folgt man einem recht scharfen, aber gutgriffigem Felsgrätchen und dann einer markanten Rinne rechts (T5, II). Nach ein paar weiteren Schritten auf dem Grat ist der Gipfel erreicht. Nun würde es anspruchsvoller, was ich mir nicht zumute ohne Sicherung. Also zurück und durch das von

Durchgangszeiten:
Celerina: 5.30
Piz Ot: 7.42
Piz dal Büz: 8.40
Piz Padella (via Trais Fluors, Pizzatsch): 9.30
Celerina: 10.11
Tourengänger:
Delta

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