Widderstein (2533 m) im Herbstlicht-Spektakel


Published by alpstein Pro , 27 October 2018, 10h40.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Date of the hike:26 October 2018
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Height gain: 920 m 3018 ft.
Height loss: 920 m 3018 ft.
Access to start point:über Konstanz - Lustenau - Dornbirn - Bödele - B200 bis Hochtannbergpass, PP an der Straße vor dem Gasthaus Adler
Maps:Kompass Oberstdorf Kleinwalsertal

Das Ende der langen Schönwetterperiode war definitiv abzusehen. Die letzte Chance für eine alpine Bergwanderung in obere Regionen wollte ich mir nicht entgehen lassen. Als Ziel kam mir den Widderstein (2533 m) am Hochtannberpass in den Sinn. Vor genau 5 Jahren haben wir damals ebenfalls am 26.10. eine fantastische Morgenstimmung erlebt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man rechtzeitig zum Tagesanbruch dort eintrifft.

Das Timing stimmte perfekt. Kaum dem PKW entstiegen, färbten sich die wenigen Wölkchen über dem Tiroler Lechtal feuerrot. Die höheren Bergspitzen begannen zu leuchten. Während des Aufstiegs Richtung Widdersteinhütte wurden schließlich auch die Hänge von der Morgensonne geflutet. Es war fast unwirklich, was sich dem Auge für ein Farbenspektakel bot. Das Herbstlicht macht es möglich. Auf jeden Fall hatte sich das frühe Aufstehen schon mal gelohnt.

Zur wbw markierten Route selbst gibt es nicht mehr allzuviel zu schreiben. Unterhalb des steinschlägigen Trichters auf 2120 m habe ich die Stöcke am Rucksack befestigt und den Helm aufgesetzt. Über gut 400 Hm folgte eine muntere Kraxelei, bei der auch immer wieder die Hände gebraucht werden. Nicht immer war ich auf der Ideallinie unterwegs. Eine gute Trittsicherheit ist unerlässlich und aufpassen sollte man, keine Steine loszutreten. Kurz vor dem Gipfel kam mir ein Vater mit Sohn entgegen. Fast 50 Jahre ist es her, als ich mit meinem Vater zum ersten Mal auf den Widderstein gestiegen bin.

Ein jüngerer Wandersmann aus Bludesch hat mich kurz vor dem Gipfel überholt. Ihn möchte ich besonders grüßen, gehört er auch zu den stillen Lesern der Hikr-Berichte. Am Gipfel angekommen, war es nicht wirklich gemütlich. Ein recht frischer Wind blies mir um die Ohren. Eine Gipfeljause ließ ich mir dadurch aber nicht vermiesen. Das Gipfelpanorama auf dem Widderstein ist vom Feinsten. Wildspitze, Weißkugel, Piz Linard, Gross Spannort, Wetterhorn und sogar das 173 km entfernte Finsteraarhorn, um nur einige zu nenen, präsentierten sich im weiten Rund.

Der Abstieg führte mich bis unter den Trichter zurück. Dort nahm ich den wbw Pfad Richtung Hochalppass. Das Terrain wechselte bald einmal von Schrofen in Almgelände. Über den Südostrücken der Höferspitze kam ich schließlich an den Ausgangspunkt zurück.

Fazit: Der Tag war einfach perfekt. Dass an diesem Freitag doch einige Leute mehr als erwartet unterwegs waren, lag am österreichischen Nationalfeiertag. In der Hauptsaison oder an schönen Wochenenden würde ich den Widderstein nur Ultra-Frühaufstehern oder am Spätnachmittag empfehlen.

Hike partners: alpstein


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Comments (6)


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erico Pro says:
Sent 27 October 2018, 14h20
Sooo schööön kann Wandern sein!, Vielen Dank für die tollen Bilder aus den Allgäuer und Vorarlbergischen Alpen. Wenn man diese Bilder sieht möchte man am liebsten alles liegen lassen und sofort in die Berge entfliehen. Gruss Erich

alpstein Pro says: RE:
Sent 27 October 2018, 18h06
Besten Dank, Erich

Ich kann mir vorstellen, dass die Bilder Lust auf Wandern machen. Heute liegt schon 20-30 cm Neuschnee auf 2500 m. Der nächste Sommer kommt aber bestimmt.

Grüße
Hanspeter

Menek says:
Sent 27 October 2018, 14h47
Bel giro, Hans, e bellissimi colori.
Tchuss
Menek

alpstein Pro says: RE:
Sent 27 October 2018, 18h07
Mille Grazie, Menek

Ciao, Gianpietro


Sent 27 October 2018, 19h10
Hallo Hanspeter,

ein toller Tag und schöne Bilder!

Ich hätte gestern an der Üntschenspitze fast einen Typen angesprochen, den ich mit Dir verwechselt habe.
Hätte ja schon gut sein können...
Wollte ursprünglich auch auf den Widderstein, habe aber gedacht, dass es da am Feiertag recht voll sein könnte.

Gruß
Ulf


alpstein Pro says: RE:
Sent 28 October 2018, 08h59
Hallo Ulf,

Besten Dank für Deinen (positiven) Kommentar.

So ganz abwegig ist es nicht gewesen mit den Üntschenspitzen. In der engeren Auswahl war die Gratttour. Ein noch höheres Ziel habe ich dann aber wegen der immer noch guten Verhältnisse vorgezogen. Auf der Üntschen war ich zuletzt an Silvester 2016. Ob das dieses Jahr noch möglich sein wird ist fraglich.

Grüße und weiterhin gute Touren
Hanspeter


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