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Großer Wilder-Nordgrat


Published by quacamozza , 13 August 2018, 15h43.

Region: World » Germany » Alpen » Allgäuer Alpen
Date of the hike: 9 August 2018
Hiking grading: T5+ - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: D   A 
Time: 5:30
Height gain: 1700 m 5576 ft.
Maps:AV-Karte Bayerische Alpen BY 4 1:25 000 Hochvogel, Krottenkopf

Der Große Wilde ist ein mächtiges, dreigipfeliges Felsmassiv, das mit steilen Wänden zur Oberstdorfer Seite abbricht. Der Nordgipfel bildet mit der bis weit in den Sommer schneegefüllten Gamswanne das Schaustück des hinteren Bärgündeletals.

Da die drei Gipfel recht abgelegen sind und weite Zustiege erfordern ist für die Annäherung ein Fahrrad sinnvoll. Ab den Radldepots kurz hinter der Pointhütte oder der Käseralpe sind die zurückzulegenden Wegstrecken dann schon deutlich überschaubarer.

Ich entscheide mich heute für die Zufahrt aus dem Oytal, das ich früher regelmäßig rauf- und runtergelaufen bin. Diese Zeiten sind längst vorbei. Wen keine überschüssigen Kräfte plagen, nimmt als älteres Semester am besten ein E-Bike. Das bringt zwar nur 20-30 Minuten Zeitersparnis, aber man kommt nicht völlig fertig am Bergfuß an. Gerade erst vor wenigen Tagen habe ich eine Mail von Jens bekommen mit der gleichen Argumentation. Natürlich ist es nicht verboten, den steilen Schinder vom Prinzenkreuz zur Käseralpe per Muskelkraft zu bewältigen, aber das wird bei mir zukünftig die Ausnahme sein.



Zur Schwierigkeit:

Großer Wilder Nordgrat: Eine Stelle II+, mehrere Stellen II und Gehgelände bis T 5+
Übergang zum Mittelgipfel: T 5 und I-II
Übergang zum Südgipfel: T 4 und I
ansonsten leichte Wanderung auf guten Wegen


Zum Zeitbedarf:

Talstation Nebelhornbahn-Käseralpe: 35-40 min radeln
Käseralpe-Wildenfeldhüttchen-Mitteleck: 40-45 min
Mitteleck-Himmelecksattel: 15-20 min
Himmelecksattel-Großer Wilder Nordgipfel: 50 min
Großer Wilder Nordgipfel-Mittelgipfel: 15 min
Mittelgipfel-Südgipfel: 10-15 min
zurück zum Nordgipfel: 25 min
Abstieg über Nordgrat: 50 min
Himmelecksattel-Käseralpe: 40 min
Käseralpe-Talstation Nebelhornbahn: 25 min radeln


Die Tour wurde letzten Sommer bereits vom Nico behikrt und *hier gut beschrieben, so dass ich mich auf Ergänzungen beschränke.

Zwischen den Wildenfeldhüttchen und dem Himmeleck führen auf ca. 1820m Reste des alten, 2011 aufgelösten Wanderwegs auf einen Geländevorsprung namens Mitteleck (1835m). Auch wenn es sich bei diesem Punkt nicht um einen Gipfel handelt (bei 1 Meter Schartenhöhe eigentlich klar), so steht diese Aussichtskanzel in vielen Gipfellisten, unter anderem bei dein-allgaeu.de. Der Abstecher lohnt sich aber vor allem wegen des wirklich einmaligen Nahblicks auf den Rädlergrat. Eine unglaubliche Linie. 
Vom Mitteleck geht es dann ostwärts mit immer noch deutlichen Markierungen wieder zurück auf den Hauptweg, den man auf ca. 1900m erreicht.

Der erste felsige Steilaufschwung des Nordgrates kann direkt erklettert werden (dann kurz II+, bisher bei drei Begehungen immer meine Variante). Die Markierungen leiten aber in die Ostseite und in steiles Schrofengelände (unterhalb des Grates Gedenktafel), das ganz schön kraxelig und ausgesetzt (T 5+ und I+) ist und bei weitem nicht so festen Fels aufweist wie die Gratkante. Wie Nico schon berichtete, ist das die gehtechnische Schlüsselstelle des Nordgrates.

Die anspruchsvollste Kletterstelle ist nach wie vor der Abstieg von einem Turm (II+). Hier ist die Felsqualität aber gut, ebenso wie an den teils ausgesetzten Platten (II). Im Abstieg ist dann die Plattenschleicherei deutlich anspruchsvoller als die II+-Stelle. Generell ist der Abstieg über den Nordgrat trotz der Markierungen nicht zu unterschätzen. Ich habe bisher bei drei Begehungen noch nie die Aufstiegszeit unterboten.

Ein Abstieg durch die Gamswanne, wie von Nico durchgeführt, ist einfacher, aber sehr geröllig und vor allem im Frühsommer zu empfehlen, wenn man noch Restschneefelder zum Abfahren nutzen kann. Bei hartgefrorenem Schnee dagegen dürfte dieser Abstieg ungemütlich sein. Ich entscheide mich wie immer fürs Abklettern.

Die Markierungen vom Nordgipfel zum Hauptgipfel werden immer undeutlicher. Manche sind auch schon überstrichen. Die Wegfindung ist aber kein Problem.

Der Übergang vom Mittelgipfel zum Südgipfel ist eine recht leichte Übung und erfolgt immer nahe des Grates. Hin und wieder sind schwache Spuren und gelegentliche Steinmännchen auszumachen. Auf Mittel- und Südgipfel befinden sich nach wie vor keine GB.

Vom Südgipfel lässt sich auch über die Wildenfeldscharte zu den Wildenfeldhüttchen absteigen. Dies ist nicht schwierig, aber ebenfalls sehr geröllig. 






Hike partners: quacamozza


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