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Grenzwanderung Schweiz * Etappe 26 * La Cure - Divonne-les-Bains


Published by laurentbor , 22 October 2019, 08h52.

Region: World » Switzerland » Vaud » Waadtländer Jura
Date of the hike:16 October 2019
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VD 
Time: 6:30
Height gain: 576 m 1889 ft.
Height loss: 1248 m 4093 ft.
Route:22,8 km
Access to start point:Zürich - Nyon - La Cure
Access to end point:Divonne - Coppet - Lausanne - Zürich

Die Anreise mit der Jura-Stichbahn von Nyon bis La Cure ist eine wunderschöne Gelegenheit durch ein für Deutschschweizer unbekannten Gebiet zu fahren. Das diese alte Eisenbahnlinie überhaupt noch existiert ist ein kleines Wunder. Einst als grenzübergreifende Strecke geplant bis ins französische Morez, trägt die Bahn immer noch den Namen "NStCM" was Nyon-St.Cergue-Morez bedeutet. Jedoch wurde der französiche Streckenabschnitt 1958 stillgelegt und durch den zunehmenden Autoverkehr war auch die schweizer Strecke unrentabel geworden. 1982 half der Bund bei einer kompletten Renovation und daher konnte die malerische Bahnlinie durch den Hochjura erhalten werden.

Direkt neben dem Bahnhof von La Cure fällt einem ein Gasthaus auf mit einem schönen Wandgemälde. Es it das Hotel Arbez Franco-Suisse.Es ist das einzige Hotel der Welt welches direkt auf einer Landesgrenze steht. Als 1862 das Dappental in einem Abkommen an Frankreich fiel wurde das Dörfchen La Cure getrennt. Das Grundstück auf welchem das Hotel heute steht, gehörte einem französichen Scmuggler. Dieser errichtete in der kurzen Zeit zwischen dem unterzeichnen des Abkommens und dem Inkrafttreten ein Haus auf seinem Grundstück auf welchem die Grenzziehung bereits beschlossen war. Obwohl die Behörden protestierten war rechtlich alles in Ordnung. Anfänglich betrieb der Besitzer einen Laden auf schweizer und ein Restaurant auf französischer Seite bis 1921 das Haus zur Familie Arbez kam welche ein Hotel darin eröffneten.

Nach der Entdeckung dieses weiteren Kuriosums auf meiner Reise der Grenze entlang, gehe ich durch das Dörfchen La Cure welches heute vorallem durch Ferienchalets besteht. Entlang der Eisenbahnstrecke geht der Pfad weiter und biegt etwas erhöht rechts ab in den Bois de la Pile. Durch den schönen Mischwald führt ein Fahrweg bis zum Gehöft La Pile Dessus. Von hier aus führt die Wanderung quer über die im Hochjura so typischen Weiden mit allein stehenden Fichtengruppen. Das Vieh ist jetzt im Oktober bereits in tiefere Lagen gezogen. Nach gut einer Stunde komme ich nach Les Dappes, dem Zentrum des kleinen grenzübergreifenden Skigebiets La Dôle-Les Tuffes. Über Pistenschneisen geht der Weg zum Restaurant Cuvaloup de Crans welches vorallem die Skigäste bewirtet, jedoch auch jetzt im Herbst geöffnet hat.

Es sind einige Wanderer unterwegs, das liegt sicherlich daran, dass der bekannte Aussichtsberg La Dôle von hier aus am einfachsten zu besteigen ist. Der Weg hinauf auf den Gipfel ist allerdings nicht sehr sehenswert, da er vollständig über Pisten verläuft und die Wiesen dadurch arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nach einer Stunde Aufstieg erreiche ich den Gipfel des westlichsten Schweizer Juragipfel und staune ob der klaren Fernsicht. Überragend strahlt der Mont-Blanc über den Alpenkamm und der gesamte Genfersee liegt mir zu Füssen. Auf dem La Dôle fällt einem als erstes die riesige runde Kugel auf - dabei handelt es sich um eine Radaranlage für den Schweizer Wetterdienst sowie dem Flugsicherungsradar für den Genfer Flughafen. Ich mache eine Rast und überlege mir einen geeigneten grenznahen Abstieg.

Die happigen 1200 Höhenmeter welche ich nun absteigen muss beginnen recht sanft über den Südwesthang des Gipfels über Weiden und lichte Fichtenwäldchen. Bei Sonnailley erreiche ich die Landesgrenze. Hier steht ein schöner Grenzstein und ich verlasse den Jurahauptkamm nun definitiv. Über eine Fahrstrasse erreiche ich die Combe du Faoug welche mit 1272 Metern Höhe bereits dicht im Wald liegt. Nun beginnt der steilste Teil meines Abstiegs. Ein kleiner unmarkierter Pfad kürzt die Kehren der Fahrstrasse ab und lässt mich fast senkrecht an Höhe verlieren. Durch die Combe de la May im schattigen und feuchten Wald rutsche ich hinunter. Ich bin froh als ich bei der Ferienhaussiedlung Vendôme aus dem dunklen Wald hervortrete.

Über die Strasse erreiche ich den Ort La Rippe, welcher dicht an der französischen Grenze liegt. Noch bin ich unsicher wo ich meine Tour beenden werde, den klassisches Wanderland ist dies hier nicht mehr. Hinter dem Ort führt ein Wanderweg am schwer einsehbaren Château de Crassy vorbei. Dieses schöne Schloss mit einem riesigen Anwesen steht unter Privatbesitz und liegt im französischen Ort Crassy. Dass der schweizer Ort Crassier fast einen gleichen Namen hält ist kein Zufall. Der Ort wurde 1564 durch die Grenzziehung geteilt. Crassier ist heute ein viel befahrener Übergang ins Pays de Gex und ich komme fast nicht über die Strasse. 

Nun kann ich mich entscheiden entweder über Bogis-Bossey der Schweizer Seite der Grenze zu folgen, jedoch ohne Wanderweg der Hauptstrasse entlang oder über das französische Gebiet Richtung Divonne zu spazieren. Ich entscheide mich für letzteres und tauche kurz hinter der Grenze in ein wunderschönes Naturschutzgebiet ein. Hier am Oberlauf der Versoix liegt ein grosses Sumpfgebiet namens Les Bidonnes welche die Gemeinde Divonne mit Holzstegen und Aussichtsplattformen sehr schön erschlossen hat. Entlang eines alten Entwässerungskanals führt mich der Pfad bis zum Lac de Divonne. Dieser 1964 erschaffene künstliche See speist sich aus dem Wasser der Versoix und sollte den damals bekannten Kurort Divonne-les-Bains aufwerten. Rund um den See ist alles auf Freizeitaktivitäten ausgerichtet, doch wirkt alles etwas künstlich für meinen Geschmack. Nach 15 weiteren Minuten ist das Zentrum von Divonne erreicht.

Hier geht es zur Etappe 27

Hike partners: laurentbor


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