COVID-19: Current situation

Piz Sardona via Geissegg durch den nördlichen Kamin


Published by Schlomsch , 12 October 2016, 13h57.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike: 9 September 2016
Hiking grading: T6- - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SG   Segnas-Vorabgruppe   CH-GR 
Time: 8:45
Height gain: 2400 m 7872 ft.
Height loss: 1900 m 6232 ft.

Test des nördlichen Kamins als Alternative zu den Sardonakaminen.

Nördlich des Geissegggrats zerreissen zwei Couloirs die Felsenwand des Piz Sardonas. Vom Geisseggrat ist das erste und nähere Couloir zur Hälfte einsehbar, das zweite weiter entfernte Couloir bleibt verborgen. Im aktuellen Glarner Führer der 11. Auflage wird das erste Couloir als "nördlichen Kamin" bezeichnet, das zweite Couloir als "nördliches Couloir".

Tatsächlich ist der nördliche Kamin eher ein Kamin und das nördliche Couloir eher eine breite Schutthalde. So gesehen ist die Benennung in Ordnung. Selber hätte ich die einfachere Bezeichnung "erstes" bzw. "zweites nördliches Couloir" vorgezogen. 

Wichtiger ist, dass im aktuellen Glarner Führer (a) überhaupt zwei nördliche Couloirs aufgeführt sind und (b) erstmals der korrekte Aufstieg zum Sardonakamin beschrieben wird. Zu den Sardonakaminen verlässt man den Geissegggrat auf etwa 2450m, quert unter der das Schuttfeld teilenden Rippe durch und steigt südlich der Rippe hoch.

Die alten Führer bis und mit PStraub-Ausgabe schicken einen stattdessen über die Geissegg zum Wandfuss und erst da oben hinüber zum Sardonakamin. Und das soll erst noch einfacher sein als die Querung nach Norden. In Tat und Wahrheit ist das gerade umgekehrt: Nach Süden ist T6 und nach Norden geht es einfacher.

Den nördlichen Kamin habe ich pendent seit ich hier Einblick in den Kamin hatte. Mein Ziel war *damals meine alte Route zum Piz Sardona. Der heutige Tag gehört nun definitiv dem nördlichen Kamin.


Piz Sardona (3056m) durch den nördlichen Kamin

Mit dem Bus nach Elm Station, wo ich um 8:05 starte. Von Elm nach Horn geht in 2h, wenn man die *hier beschriebene Abkürzungen "Bärenfad" nimmt, egal ob man danach auf dem Wanderweg bleibt oder den "Horenrain" nimmt. Heute bin ich durch den "Horenrain" und ab Horn alles über den Geissegggrat. Bis kurz vor der Grenzlinie der Glarner Hauptüberschiebung ist das maximal T4.

Etwa 15m vor der Hauptüberschiebungslinie führt ein ausgeprägtes aber etwas abschüssiges Band nach Norden absteigend zum ersten mit Felsblöcken gefüllten nördlichen Couloir bzw. Kamin (T5). Das Couloir hoch bis auf Höhe der Hauptüberschiebungslinie geht einfach. Von hier quert man ins zweite nördliche Couloir entlang der Hauptüberschiebungslinie.

Ich will aber durch den "Kamin" und steige von hier anspruchsvoller durch das immer enger werdende Couloir hoch. Schliesslich strande ich vor einem für mich unbezwingbaren Kamin mit Klemmblock. Also wieder ein gutes Stück zurück, bis ein Schuttband in die südliche Flanke des Kamins leitet.

Ab da klettert man die südliche Flanke und umgeht so zwei Felsstufen im Kamin (T6-). Erst im obersten Drittel kehrt man zurück in den Kamin, von wo das Gipfelplateau über Schutt erreicht wird (T4). Übers Gipfelplateau dann leicht zum Piz Sardona (T2).

Piz Segnas (3099m)

Vom Piz Sardona zum Piz Segnas ist eine leichte Wanderung auf 3000m Höhe mit wunderbarem Ausblick (T2). Heute wegen der Quellbewölkung mit etwas wenig Aussicht.

Auf dem Piz Segnas ersetze ich hier das durchnässte Gipfelbuch. Durch die Westflanke des Piz Segnas hinunter geht es wie immer zu dieser Jahreszeit völlig unproblematisch (T4). In der Segnespass Mountain Lodge übergebe ich das nasse Gipfelbuch Raini, dem Hüttenwart und Besitzer der Lodge. Ist wohl der beste Ort für die alten Gipfelbücher des Piz Segnas.

Auf der Terrasse der Lodge geniesse ich dann noch die wunderbare Aussicht, die Sonne, das Bügelbier und natürlich den Schwatz mit Raini. Dann geht es in einer guten Stunde hinunter zur Bergstation der Tschinglenbahn. Das ist Raini's Vorgabe - eher knapp bemessen;-)

Fazit: Via Geissegg durch den nördlichen Kamin ist die direkteste Route von Elm zum Piz Sardona. Die einfachste ist das aber sicher nicht. Die Kletterei in der Südflanke des Kamins ist bei trockenen Verhältnissen einfach (II). Hauptschwierigkeit heute war, dass ich nie wusste, ob es oben auch wirklich weiter geht.

Hike partners: Schlomsch


Gallery


Open in a new window · Open in this window


Post a comment»