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Der Hitze entflohen: Piz Sardona durch den kleinen Sardonakamin


Published by Schlomsch , 8 July 2015, 18h50.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike: 4 July 2015
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SG   Segnas-Vorabgruppe   CH-GR 
Time: 9:15
Height gain: 2400 m 7872 ft.
Height loss: 1900 m 6232 ft.
Accommodation:Segnespass Mountain Lodge

Bei den heute gemessenen 35 Grad ist der Aufstieg via Geissegg zum Piz Sardona wohl die ideale Routenwahl.

Für mich als ÖV'ler allerdings nur fast ideal, denn mit ÖV starte ich erst um 8:05 in Elm Station. Zwar liegen die Abkürzungen "Bärenfad" (auf der Karte eingezeichneter Pfad von Punkt 1266 nach Chalberweid) und "Horenrain" noch im Schatten, ab Horn bis zu den Sardonakaminen brennt dann aber die Sonne gnadenlos.

Da haben es die Autofahrer besser: Drei weitere Wanderer sind heute durch den grossen Sardonakamin. Habe die alle später noch getroffen - zwei in der Segnespass Mountain Lodge und den dritten auf der Talfahrt mit der Tschinglenbahn. Letzterer ist bereits um 5 Uhr früh los und hat die Sonne, wie er sagt, zum ersten Mal auf dem Gipfelplateau gesehen.


Piz Sardona durch den kleinen Sardonakamin

Von Elm nach Horn schaffe ich es Dank den oben genannten Abkürzungen "Bärenfad" und "Horenrain" locker in zwei Stunden. Ab Horn dann auf der Geissegg-Seite weiter bis zur Vegetationsgrenze auf etwa 2460m.

An der Stelle muss man sich entscheiden: Wer durch die nordseitigen Couloirs will, der steigt weiter über den Grat; wer durch die Sardonakamine will, der muss jetzt nach rechts den Hang queren. Die Route auf Höhe der Hauptüberschiebungslinie zu wechseln kann ich nicht empfehlen (T6, Foto).

Da ich zu den Sardonakaminen will, verlasse ich den Grat und folge den gelben Markierungen horizontal zum unteren Ende der Rippe, welche das Schuttfeld bis zum Wandfuss teilt. Noch liegt rechts der Rippe genügend Schnee, sodass mit Steigeisen bequem aufgestiegen werden kann. Bei Ausaperung kann alternativ über die Rippe geklettert werden (vgl. *hier).

Im grossen Sardonakamin liegt noch reichlich Schnee, und nach einer warmen Nacht ist das auch keine  *Bobbahn wie vor 2 Jahren. Der  kleine Sardonakamin, d.h. die Rinne links vom grossen, hat mir aber *letztes Jahr so gut gefallen, dass ich da noch einmal durch will.
 
Der Einstieg befindet sich gute 10m links der Rinne. Man klettert da durch einen griffigen Kamin hoch auf eine grössere Terrasse (I - II). Von der Terasse folgt man dem Bachlauf linksseitig in den Felsen bis zur Schlüsselstelle, wo ein 3m Brocken den Weiterweg versperrt. Hier lasse ich den Rucksack zurück und klettere die rechtsseitigen Felsen um von da auf den Brocken zu gelangen. Bei trockenen Verhältnissen und ohne Rucksack geht das wunderbar.
 
Den Rucksack ziehe ich am Seil nach, und finde dann auch noch eine gute Stelle, um das Seil zu fixieren. Ab sofort hängt also links des Brockens ein 11mm Seil, mit dessen Hilfe man sich und/oder den Rucksack über diese je nach Verhältnissen doch recht unangenehme Stelle ziehen kann.

Den nächsten Felsen umgeht man rechtsseitig und klettert dann leicht (I-II) zum Gipfelplateau hoch. Letztes Jahr hatte ich den Eindruck, dass da noch weitere Aufstiege möglich sind. Ich wandere da oben also noch etwas hin und her - ohne etwas konkret zu entdecken. Dafür gewinne ich Einblick in die nordseitigen Couloirs.

Piz Sardona - Piz Segnas - Segnespass - Nideren

Der Übergang vom Piz Sardona zum Piz Segnas ist eine genussvolle Wanderung, nebst Hausstock - Ruchi wohl die schönste entlang des Glarner Hauptkamms. "*Mein" Gipfelbuch auf dem Piz Segnas hat den Winter schlecht überstanden und ist nun nass. Aber wenn die Gamelle halt statt oben auf einem Steinhaufen unten in einem Loch steckt, und das erst noch schräg, so darf man sich auch nicht wundern.

Vom Piz Segnas durch die Südwestflanke gehe ich noch einmal mit Steigeisen und Pickel. Das wäre nicht zwingend notwendig, aber seit ich am Hausstock mit Pickel und Steigeisen im Rucksack auf Schnee ausgerutscht bin, den Wanderstock gebrochen habe und mit Tempo recht unsanft im darunterliegenden Schuttfeld gelandet bin, ja seither übe ich gerne wieder das Montieren der Eisen ;-)

Auf dem Segnespass konsumiere ich noch ein Bügelspez bei Raini auf der Terrasse der wunderbaren Segnespass Mountain Lodge. Raini war inzwischen in Indien zum Bau einer Transport-Seilbahn und hat entsprechend viel Interessantes zu berichten. Auch treffe ich hier zwei der drei Wanderer, welche heute via grossem Sardonakamin aufgestiegen sind. Für Gesprächsstoff ist also ausreichend gesorgt. Schon bald muss ich aber wieder los, um die 17:20 Fahrt mit der Tschinglenbahn zu erreichen. Nur diese passt zum ÖV.

Fazit: Der kleine Sardonakamin ist eine valable Alternative zum grossen, denn (1) ist er weniger schuttig, (2) weniger steinschlägig (man geht meist links der Rinne), und (3) ist er früher schneefrei, was hier von Vorteil ist. Die Kletterei ist nirgends exponiert und (4) hängt neu in der 3m Schlüsselstelle ein Seil.

Hike partners: Schlomsch


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