In 2 Tagen von der Grütschalp zum Schilthorn


Published by Kopfsalat Pro , 10 August 2016, 20h20. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Bern » Jungfraugebiet
Date of the hike: 6 August 2016
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 2 days
Access to start point:cff logo Grütschalp
Access to end point:cff logo Schilthorn
Accommodation:www.von-kaenel.ch/alp_hohkien.html
Maps:map.geo.admin.ch

Eine zweitägige Bergtour sollte es sein, aber wenn möglich ohne SAC-Hütte. Die Berner Voralpen sehen vielversprechend aus. Auf hikr dann über saebu's Bericht gestolpert. Ein kurzer Anruf, (nein, nicht bei saebu) ja es hat noch Platz für zwei. Jetzt mussten wir nur noch eine Tour erfinden, die zur Unterkunft passt. lemon brauchte nicht lange, um auch hier eine Lösung zu finden.

Sa, 06.08.2016 Grütschalp - Alp Hohkien


Mit Bahn, Bähnlein und Luftseilbahn fahren wir zur Grütschalp und genehmigen uns erst einmal einen Milchkaffee auf der Terrasse in der Bähnlibeiz. Auf dem Weg durch den Spryssewald scheuchen wir drei Haselhühner auf, die unmittelbar aber unsichtbar in nächster Nähe des Wanderweges sassen. Leider sind sie schon weg, bis ich die Kamera zücken kann.

Beim grosszügig vollgegüllerten Wegweiser beim Sousläger nehmen wir den Weg Richtung Sous Oberläger / Chilchfluepass. Je weiter wir ins Soustal hineinwandern, desto mehr nimmt die Bewölkung zu.

Etwa auf 1780m werden wir von einem Wanderer der am Wegesrand eine Pause macht mit "kopfsalat" und "lemon" begrüsst. Wir sind erstaunt aber das Rätsel klärt sich schnell. Er surft viel auf hikr und findet hier zahlreiche Ideen für seine Wanderungen. Auch stellt sich heraus, dass er im selben Ort wohnt wie wir. Er will via Bietenlücke nach Mürren wandern.

Wir verabschieden uns und steigen zum Oberläger auf. Die Bäche sind gut gefüllt und oft ist auch der Weg ein Bach. Auf 2220m, wo der WW nicht mehr so deutlich zu erkennen ist, ist dann auch die ganze Ebene ein sumpfige Wiese.

Um die Hüenderegg steigen wir zum Chilchfluepass auf. Auf der kientaler zieht dichter Nebel bis unter den Pass hinauf. Wir sind froh, dass der schmale, anscheinend nicht sehr oft begangene Pfad sehr gut mit rot-weissen Pföstchen markiert ist.

Auf 2200m lichtet sich der Nebel und gibt die Sicht auf die Alp Hohkien, sowie die nun folgende Schlüsselstelle frei. Die ca. 50m hohe Felsstufe wird auf einem schmalen Band, das aber mit einem Kabel und Metalbügeln vorbildlich gesichert ist, gequert.

Danach ist es nicht mehr weit zu den Gebäuden der Alp Hohkien, wo wir freundlich empfangen werden und uns unsere Unterkunft im Dachboden des Käsekellers gezeigt wird.

Die Zeit bis zum Nachtessen vertun wir mit einem Spaziergang in die nähere Umgebung. Zum Znacht sitzen wir, zusammen mit einer vierköpfigen Familie und dem Älplerehepaar am langen Tisch in der Alphütte. Über eine hervorragende Rösti mit Bratwürsten und vielen interessanten Gesprächen vergeht die Zeit wie im Fluge und schon bald ist Zeit zum Zähneputzen und Schlafen gehen.

Wir sind froh, dass wir unsere Daunenschlafsäcke mitgenommen haben, denn die Temperaturen erreichen in der Nacht fast den Gefrierpunkt.

So, 07.08.2016 Alp Hohkien - Schilthorn

Da für die heutige Wanderung nur rund 3h angegeben sind, schlafen wir ein wenig aus und warten, bis die Sonne die Alp erreicht hat. Ein herzhaftes Zmorge legt ein währschaftes Bödeli für den Tag. Nachdem wir noch rund 2.5kg Käse und eine Wurst gekauft haben, brechen wir auf.

Leider verträgt sich der volle Bauch nicht so mit den Höhenmetern, weshalb wir immer wieder eine Pause einlegen. Ein Felsband oberhalb Pt. 2226 wird über ein paar, mit Kabel versicherte, Stufen erklommen. Ansonsten ist der Weg bis zum Rote Härd problemlos.

Hier treffen wir eine rüstige Seniorin, welche uns wortreich erklärt, dass sie den steilen Schutthang oberhalb Pt. 2226 in der Direttissima erklimmen wollte. Als wir sie darauf hinweisen, dass der Wegverlauf auf der Landkarte aber genau eingezeichnet sei, erwidert sie, sie habe schon eine Karte 1:50k von 1964 aber die sei unten im Rucksack. Naja.

Ab jetzt ist die Wegführung hingegen eindeutig und schon von hier klar erkennbar. Sie führt alles dem Grat entlang. Mit dem Feldstecher sehen wir, dass sie zudem mit zahllosen Geländern, Stufen und Leitern versichert ist.

Bis zum Sattel steigt der Weg in einigen Zickzacks durch den lehmig, schuttigen Hang. Bald danach folgt der Einstieg in den Grat. Stellenweise sind wir sehr froh um all die Versicherungen, auch wenn oft weniger aus physischen Gründen, geben sie aber guten mentalen Halt vor den abrupten nordseitigen Abbrüchen.

Eigentlich hatten wir mit einem heftigen Kulturschock gerechnet aber der Trubel auf dem Schilthorn hält sich in Grenzen. Auf einem netten Bänkli machen wir eine Rast und geniessen den hochgeschleppten Ziger vor der phänomenalen Alpenkulisse.

Für den Abstieg wählen wir die knieschonende Variante mit den Seilbahnen bis nach Mürren. Zügig schlendern wir duch das Postkartenkitschdorf zum Bahnhöfli, von wo uns das Bähnli zurück zur Bergstation Grütschalp fährt. Leider ist das Bähnlibeizli geschlossen, so stärken wir uns in einer Gartenbeiz in Lauterbrunnen, bevors auf die - für einmal - nicht ganz so lange Heimreise geht.

Hike partners: Kopfsalat, lemon


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Comments (1)


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muellerto says:
Sent 11 August 2016, 07h00
Ich wollte mal hinter dem Chilchfluepass links abbiegen und auf der 2500m-Linie um die Chilchflue herum, um die Höhe zu halten. Hab's aber dann seinlassen ...


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