Endlich wieder einmal auf meinem Hohgant


Publiziert von laponia41 Pro , 23. September 2015 um 10:24.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Emmental
Tour Datum:20 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   Schrattenflue-Gruppe   CH-LU 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:22 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Habkern Post
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Kemmeriboden
Unterkunftmöglichkeiten:www.sac-emmental.ch/huetten/hohganthuette

Ich war sieben Jahre alt, als mich mein Vater im Jahr 1948 zum ersten Mal auf einen seiner Hohgantgänge mitnahm.  Vom Kemmeribodenbad stiegen wir über Schärpfenberg zur Alp Schluecht auf. Unterwegs  sammelten wir Heidel- und Preiselbeeren, bis die grosse Holzkiste in Vaters Rucksack gefüllt war. Beeren waren in den entbehrungsreichen Kriegsjahren eine wertvolle Bereicherung des Speisezettels.

Mein Vater hatte vom Hirten Zurbuchen die Erlaubnis, in der Schluechthütte zu übernachten. Mit Suppe, Wurst und Brot stillten wir unseren Hunger und legten uns dann auf Lischesäcken schlafen. Am folgenden Tag stiegen Vater und ich die Karhole hinauf zum Kalten Brünnli und weiter zum Sattel Pt. 2117.  Der erstmalige Tiefblick in den Bumbach hinunter und hinaus ins Mittelland belohnte mich reichlich für die Strapazen.

Ab 1988 organisierte oich im Naturschutzgebiet Hohgant-Seefeld die Naturschutzaufsicht und war im Sommer fast wöchentlich in meinem geliebten Hohgant unterwegs. Später packte mich die Leidenschaft für das skandinavische Fjäll - der Hohgant rückte mehr und mehr in den Hintergrund. Ganz vergessen hatte ich sie natürlich nicht, diese erste Liebe. Das Wiedersehen in Kürze:

Sonntag, 20. September
Mit dem Bus alpin fahren Käthi, Daniel, Verena und ich von Habkern auf die Lombachalp. Es ist neblig, kühl und feucht. Eine erste negative Überraschung: das Strässchen durch die eindrückliche Moorlandschaft ist fast durchgehend asphaltiert. Moorschutz und Asphalt - das stimmt für mich nicht.

Nach ca. zwei Stunden kommen wir bei der Hohganthütte an und steigen auf dem morastigen Pfad am Nachmittag hinüber zum Ostgrat. Ganz kurz öffnet sich der Nebelvorhang - mein Heimatort Schangnau ist nur schemenhaft zu erblicken. Zurück in der Hütte erlaben wir uns an einem Fondue, legen uns zur Ruhe und hoffen auf schöneres Wetter.

Montag, 21. September
Das schöne Wetter ist da - und wie! Wir steigen die Karhole hoch und bewundern die Kulisse, die sich heute auftut. Das Chalte Brünnli ist scheinbar versiegt, mit dem Stock gelingt es mir, das verstopfte Rohr zu reinigen. Es sprudelt nun wie eh und je. Nach einer steilen und ausgesetzten Traverse erreichen wir den Vorgipfel. Meine Begleiter warten hier auf mich. Ohne Furggegütsch wäre dies für mich nur eine halbe Sache. Hier erst öffnet sich der Blick zur Schratteflue. Das Vergnügen wird ein bisschen getrübt durch die Schwarzhals-Geissen, die den Gipfel buchstäblich belagern. 

Für den Abstieg zur Hütte nehmen wir uns viel Zeit. Einen so schönen Tag muss man doch geniessen! Der Abstieg durch die Schluecht zum Schärpfenberg ist besonders im unteren Drittel mühsam. Wir stapfen durch Wasser und Morast. Zum Dessert wartet dann jeweils der steinige und ausgewaschene Weg hinunter zum Hübeli. Es begegnen uns Biker, die ihre Räder mehr tragen als schieben. Fahren ist hier auch abwärts fast unmöglich.

Im Kemmeriboden reicht die Zeit für das obligate Panache. Über Bumbach, Schangnau und Marbach fährt uns Walter mit der Gelben Klasse nach Escholzmatt.

Es hat mich wieder gepackt. Hohgant - ich komme bald wieder!


Tourengänger: laponia41, Diapensia


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