Im Nebel um die Priener Hütte


Publiziert von hikemania , 7. Mai 2014 um 09:50.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Chiemgauer Alpen
Tour Datum:28 April 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2800 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Sachrang nördlicher Parkplatz
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Sachrang nördlicher Parkplatz
Unterkunftmöglichkeiten:Priener Hütte (ganzjährig geöffnet)
Kartennummer:Kompass Nr. 10

Da ich ein kleines Zeitfenster von drei Tagen für eine längere Wanderung hatte und am Mittwoch ohnehin nach Österreich weiter reisen musste, bot sich die Priener Hütte (ganzjährig geöffnet) als Stützpunkt an.

Tag 1:
Anfahrt nach Sachrang, Aufstieg auch gemächlich steigendem Forstweg. Dieser langweilige Abschnitt (vor dem Jägersteig) brachte mich auf die Idee, via Schachenalm/Schachenberg weglos über das Mühlhörndl zur Schreckalm zu steigen.

Nachdem allerdings bereits auf der Schachenalm dichter Nebel die Orientierung schwierig machte und es ununterbrochen nieselte, war dies eine eher sinnfreie Unternehmung. Denn in der Detailkarte der Gegend zeigt sich eine größere Lücke (NW-Anstieg) zwischen zwei Felsriegeln, welche ich allerdings trotz häufiger Kompassnutzung und längerer Suche zwischen Latschenfeldern nicht finden konnte. Zudem steilt der NW Hang des Mühlhörndl bei ca. 1300 m deutlich an, sodass ich bei den regnerischen Bedingungen irgendwann keinen sicheren Halt mehr fand und umkehren musste.

So ging ich via Schachenalm zuück zum markierten Weg und wanderte über den derzeit recht schlammigen Jägersteig gen Schreckalm, welche in dichtestem Nebel lag. Der einfache Weg von dort bis zur Oberkaseralm ist bei Null Sicht zwar etwas langweilig, jedoch konnte ich mich so von dem zermürbenden Anstiegsversuch auf das Mühlhörndl erholen.

In W-Anstieg zum Geigelstein war der Altschnee auf dem Pfad komplett abgetaut, nur am Kamm (NE-Seite) lag noch einigermaßen trittfester Altschnee. Den Gipfel des Geigelsteins hatte ich ganz für mich, allerdings luden Nebel, Wind und Regen nicht wirklich zum Verweilen ein. 

Der Kammweg in südlicher Richtung war etwas rutschig, mit Stöcken aber gut gehbar. Bei der Ankunft auf der Priener Hütte konnte ich mich am herrlich warmen Kamin aufwärmen und die ausgesprochen gute Küche dieser Hütte genießen.
Das Matratzenlager hatte ich ganz für mich - was für ein Luxus nach dieser regnerischen Hatsch...

Tag 2: 
Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Priener Hütte startete ich östlichen Steig auf den Breitenstein, auf dem Kamm war der Trittschnee bereits recht aufgeweicht, der Abstieg nach Süden unproblematisch. Von dort zur Karlalm klarte es etwas auf, sodass ich zum Karkopf aufstieg, um das Tal besser in Gänze sehen zu können. Allerdings war die Sicht nach wenigen Minuten wieder zähem Nebel gewichen.

Der breite Weg Richtung Rudersburg weicht auf Höhe Grießelberg einer Markierung auf schlammigen Almwiesen. Am Pfad zur Rudersburg hatte ich einige Probleme mit dem Vorwärtskommen, da sich wurzelige Tritte nicht ideal mit schlammigen Stiefeln vertragen.

Um Nebel und Regen zu  entkommen, stieg ich nach Ettenhausen ab. In Schleching kehrte ich für einen neuen trockenen Baselayer bei Sport Lukas ein (etwas Luxus darf im Urlaub schon sein :)) und nach einem netten Gespräch über die Pfade der Region mit dem Verkäufer entschied ich mich via Blasialm/Roßalm zurück zur Priener Hütte zu gehen. Der Pfad zur Blasialm verläuft leicht steigend im Wald, ab dort nah an einem Bach. Durch die tagelangen Regenfälle war der durchaus steile Pfad zur Haidenholzalm durchzogen von kleinen Nebenbächen.

Ab der Haidenholzalm beginnt ein etwas blockiger Steig Richtung Weitlahnerkopf. Die Markierung (500m Zeitansatz 1 1/2 Stunden verrät vorher schon, dass dies ein für diese Gegend ausgesprochen harter Steig ist.
Nach einer tänzelnden Steigeinlage flacht das Gelände wieder ab und der Weg führt unschwierig zur Gabelung Roßalm/Weitlahnerkopf. Ca.30 min später erreiche ich nach zähem Kraxeln an der heute sehr nützlichen Sicherung den Gipfel (M.E. die schwierigste Stelle der gesamten Wanderung - daher T3-Gesamtbewertung).
Auf dem Hinweg zurück zur Weggabelung an der Latschengasse. Von dort ging ich auf sanftem Pfad zur Roßalm. Bei zwei Meter Sicht und Altschnee war der Kompass wieder sehr hilfreich bei der Wegfindung, wobei der Weg trotz Sperrung (was ich leider erst nach der Wanderung erfuhr) deutliche Spuren zeigt.

Der Abstieg zur Priener Hütte gestaltete sich relativ einfach und das geräucherte Wammerl an Tiroler Gröstl mundete sehr.

Am Abend zeigte sich das Wetter so gnädig mit mir, dass ich kurz einen fantastischen Fernblick genießen konnte.

Tag 3:
Abstieg nach Sachrang via Schreckalm/Jägersteig.

Fazit:
Für eine Frühjahrstour ist diese Gegend wie gemacht, an einigen Stellen (Pfad zur Rudersburg, Steig zum Weitlahnerkopf) hatte ich einige schwierige Situationen, sodass die Tour in Summe doch anspruchsvoller war, als gedacht. Aufgrund dieser Stellen sehe ich in Summe eine T3, wenngleich die restlichen Wege und Pfade recht einfach zu gehen sind.

Mir hat der Aufenthalt auf der Hütte sehr gut gefallen und dies war sicher nicht meine letzte Wanderung um den Geigelstein.

Tourengänger: hikemania


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