Vrenelisgärtli 2904m (Guppengrat), Ruchen 2901m, Bächistock 2914m


Publiziert von Schlumpf , 29. Juni 2008 um 16:22.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:28 Juni 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 
Zeitbedarf: 15:00
Aufstieg: 2650 m
Abstieg: 2530 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Netstal - Glarus - Schwanden - Schwändi (mit Auto oder ÖV)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Netstal - Klöntalersee - Hinter Klöntal (mit Auto oder ÖV)
Unterkunftmöglichkeiten:Guppenalp-Oberstafel 1658m, Glärnischhütte SAC 1990m, Chäseren 1272m

Eintages - Glärnisch - Trilogie

Um 3.30Uhr ging es los vom Parkplatz P.683 der Badi Schwändi. Auf der Strasse bis zum Wegweiser P.738, dort auf dem markierten Wanderweg die Guppenrus hinauf nach Guppen Unterstafel 916m und via Mittler Guppen 1233m, Isenberg, Stelli 1449m nach Oberstafel 1658m. Leider musste uns hier Tanja wegen Schuhproblemen verlassen und steigte wieder ab.

Weiter auf dem Weg zum grossen Felsbrocken bei Heuberg, ab hier wird es interessant. Man folgt den Wegpuren und zwei Markierungen (weisser Kreis mit Pfeil) östlich vom P.1995 bis zum oberen Geröllfeld. Von dort steigt man einfach auf den Nordgrat vom Mittelstock 1995m auf. Man folgt dem Grat, teilweise links (westlich) ausweichend zum markanten Turm. Links von der Rinne in der felsdurchsetzten Grasflanke immer den Wegspuren nach bis kurz vor dem flachen Firnfeld eine Platte mit Riss und praktisch keinen weiteren Griffe überklettert wird.

Beim Firnfeld angekommen sieht man den Guppengrat und Gipfel des Vrenelisgärtli 2904m in voller Grösse. Im ersten Augenblick sieht der Grat sehr abweisend aus, dass ändert sich aber spätesten vor Ort. Im guten Trittschnee (ohne Schnee über Platten) gelangt man auf die Chanzle 2604m und so zum Einstieg vom Guppengrat. Im guten griffigen Fels hält man sich am besten dem Grat nach, auch hier sind meistens Spuren zu erkennen die einem Richtung Gipfel führen. Im oberen Teil in der Flanke über Geröll, vor dem Gipfel nochmal etwas kletternd zum höchsten Punkt vom Vrenelisgärtli 2904m. Ein Helm ist empfehlenswert da es fast unmöglich ist ohne mal ein Stein auszulösen, dass wird voraussteigenden nicht anderst gehen.


Vom Vrenelisgärtli genossen wir bei kaltem Wind die Aussicht über das Glarnerland und die weitere Tour die noch lange nicht zu Ende war.


Vom Gipfel zum P.2799 absteigen und über den Schwandergrat unter den mit Ketten gesicherten Felskopf P.2830. Bei vielen Leuten kann hier gut mal ein Stau entstehen. Wir hatten Glück und konnten uns schnell an der Kette hinaufziehen.

Auf dem Glärnischfirn zum Südostgrat vom Ruchen und mit einfacher Kletterei am P.2861 vorbei dem Grat folgend zum Ruchen-Gipfel 2901m.

Der Ruchen ist von der Form her kein besondes schöner Berg, der Tiefblick aber zum 2100 Meter weiter unten liegenden Klöntalersee beeindruckend.

Wir steigten in etwa der Aufstiegsroute hinunter zum Glärnischfirn und querten den zum Windkessel nördlich vom P.2755. Steil zuerst auf Schnee dann im sehr brüchigen Fels, da hält überhaupt nichts, hinauf zum P.2755. Von oben her gesehen hält man sich besser in der Nordwestflanke und nicht wie wir dem Nordostgrat nach. Oben angekommen einfach dem Grat folgen zur Wetterstation auf 2915m, der höchste Punkt vom Glärnischmassiv, dennoch ist der eigentliche Gipfel der Bächistock 2914m noch nicht erreicht.

Im nassen Schnee folgten wir Spuren zum Bächistockfirn und so zum Gipfelkopf den man im T5 Bereich erklettert und zum Gipfelkreuz gelangt.

Gleicher Abstieg zum Firn, von da wollten wir im schmalen von den beiden Couloir absteigen, kamen aber in ein falsches dass wir zuerst versuchten abzuklettern aber wieder kehren mussten. Später von unten her gesehen sicher die richtige Entscheidung. Dann gab es nichts anderes als wieder aufzusteigen zu unseren Spuren und zurück Richtung P.2915 wo wir im breiten Couloir absteigten, besser gesagt  hinunter sausten.

Wieder auf dem Glärnischfirn querten wir den zur vielbegangenen Aufstiegsroute zum Vrenelisgärtli unterhalb vom Inner Fürberg 2627m und so zum Wanderweg der zur Glärnischhütte 1990m führt. Über den Gletscher hatten wir uns mit zwei zusammengebunden Reepschnüren gesichert da der untere Teil vom Firn gemäss Karte Spalten aufweist.

Auf dem Wanderweg an der Glärnischhütte vorbei, die aufgeweichten Füsse schmerzend hinunter via Wärben 1385m nach Chäseren 1272m wo das wohlverdiente Bier und die Rösti wartete. Nach der Verpflegung namen wir noch den Schlussspurt in Angriff nach Hinter Klöntal 853m dass wir nach insgesammt 17,5 Stund erreichten.

Lange und unvergessliche Tour mit Dominik bei bestem Wetter.

Tourenbericht von Bombo


Tourengänger: Schlumpf, Bombo

Galerie


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Kommentare (11)


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HBT hat gesagt: Gratulation
Gesendet am 29. Juni 2008 um 19:51
Gratuliere euch beiden zu dieser genialen Tour!
Sieht genial und anspruchsvoll aus!
Gruss
HBT

Zaza hat gesagt: sehr schön
Gesendet am 29. Juni 2008 um 21:14
Salut Schlumpf,

hmm, das deutet darauf hin, dass meine Idee einer öV-Tagestour (ab/nach Bern) über den Guppengrat nicht so realistisch ist...

Wie auch immer, wir hätten einander zuwinken können, denn ossi und ich standen gestern auf dem Vorder Glärnisch, nach dem Aufstieg über die Schwösteren. Ossi wird über diese Tour "im extremen Gras" gelegentlich berichten.

Gruess, zaza

Delta Pro hat gesagt: RE:sehr schön
Gesendet am 30. Juni 2008 um 09:38
Herzliche Gratulation euch beiden! Eine super-Tour!

@ zaza: Seid ihr dem Alpin_Rise und mir doch noch zuvorgekommen an den Sisters... Gratulation! Der Donnerstag war wirklich Waschküche - ein Tag zum Vergessen. Durfte dafür gestern steiles Gras an der Gauschla Chammegg erleben - eine Reise wert (auch mit öV!).

Gruss Delta

Zaza hat gesagt: RE:sehr schön
Gesendet am 30. Juni 2008 um 11:36
Salut Delta,

die Sisters of Mercy war wirklich eine strenge Sache...aber doch irgendwie schön. Die Route ist auf relativ lange Strecken im gehobenen Alpinwanderbereich, das fängt schon unter dem Forenstock an.

Chammegg - Gauschla klingt sehr interessant...und lässt sich sicher gut mit anderen schönen Routen in der Gegend verbinden. Dann lohnt sich die Anreise erst recht!

Beim Durchblättern des Glarner Führers im Zug ist uns übrigens noch eingefallen, dass wir dir die Gründung der Community "Kein Nachweis von Begehungen in den letzten Jahren" empfehlen könnten...Frifad z.B., das wär doch was!

Gruess, zaza

PStraub hat gesagt: ÖV-Tagestour
Gesendet am 1. Juli 2008 um 15:14
Falls Du (auch) Biker bist, ist das schon zu machen.
Du fährst ab Schwanden SBB mit dem Bike bis kurz vor das Restaurant in Leuggelen. Der markierte Weg beginnt bei 205 900 / 722 600. Dank dem steilen Gelände bist Du sehr effizient unterwegs. Ich habe den Guppengrat von dort aus hin und zurück schon in gut 5 Stunden gemacht.

Zaza hat gesagt: RE:ÖV-Tagestour
Gesendet am 1. Juli 2008 um 19:22
Salut Peter,

danke für den Tipp! Das klingt nicht schlecht...mal sehen, ob sich einer der Bike&Hike Experten (wie Markom oder Bertrand) dafür begeistern lässt!

Gruess, zaza

AnderL hat gesagt: eine sehr schöne Tour
Gesendet am 30. Juni 2008 um 09:35
Hi,

eine Tour die mich auch seit langem reizt!

Wie ist es mit der Qualität der Felsen, insbesondere an den luftigen Stellen (ich sehe mir eben das "Bombo klettert dem Turm entgegen" und das nächste Bild an)? Wie fühlt es sich unter den Füssen-Händen?

ciao, Andrei

Schlumpf hat gesagt: RE:eine sehr schöne Tour
Gesendet am 30. Juni 2008 um 12:46
Sali zäme!

Danke Euch!

Es ist wirklich eine sehr schöne Tour, absolut lohnenswert so früh aufzustehen.

@ Zaza, mit dem ÖV von Bern wirst Du um eine Übernachtung nicht herum kommen, am besten am Tag zuvor anreisen und so früh wie möglich los. Wenn Du nur den Guppengrat machst und gleich über die Glärnischhütte in's Klöntal absteigst sollte es denke ich machbar sein in einem Tag.
Wir hatten zwei Leute gesehen auf dem Vorder Glärnisch, wer weiss, vielleicht waren dass ja Zaza und ossi.

@ AnderL, bis und mit Guppengrat ist der Fels gut und Griffe sind meistens genügend vorhanden. Der Aufstieg vom Windkessel zum P.2015 ist brüchig und so wie wir aufgestiegen sind am Grat entlang auch sehr ausgesetzt, dieser Aufstieg würde ich nicht mehr wiederholen.

Gruess Schlumpf

PStraub hat gesagt: Grifflose Platte
Gesendet am 1. Juli 2008 um 15:03
".. bis kurz vor dem flachen Firnfeld eine Platte mit Riss und praktisch keinen weiteren Griffe überklettert wird."

In Aufstiegsrichtung links (südlich) davon hat es eine ehemalige Wasserrinne. Das ist für Alleinbegeher - vor allem auch im Abstieg - die sicherere Variante.

Im Übrigen: Tolle Leistung in einer tollen Umgebung, Gratulation!

Delta Pro hat gesagt: RE:Grifflose Platte
Gesendet am 1. Juli 2008 um 18:01
@ PStraub:
Wenn gerade vom Glärnisch gesprochen wird: Wir sind heute durchs Chalttäli auf das Vreneli gestiegen - eine sehr schöne Route! Nur: In der nächsten Auflage des Führers sollte der Routenverlauf deutlicher beschrieben werden. "Aufwärts über mehrere Wandstufen und Bänder ..." reicht kaum und die Nicht-Ortskundigen kommen hier schwerlich ohne (teilweise gefährliche) Verhauer durch.
Gruss Delta

PStraub hat gesagt: Chalttäli
Gesendet am 1. Juli 2008 um 19:00
Na ja, direkter gehts nimmer aufs "Vreni".
Gratuliere, denn das ist eine Route, die durch den Gletscherschwund arg leidet.

Bezüglich Beschreibung(en): Ich bitte Euch alle, mir jeglichen Änderungs- oder Verbesserungswunsch entweder hier oder direkt per E-Mail [info-at-berge.gl] mitzuteilen. Obwohl ich mit Sicherheit weiss, wer die nächste Ausgabe NICHT machen wird, werde ich dem Nachfolger gerne ein möglichst komplettes Dossier überreichen.

Ich bin übrigens auch auf die Beschreibung der "Schwöschtern"-Besteigung gespannt.

Peter Straub


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