Waldweid Extra


Publiziert von ossi , 23. Mai 2008 um 12:37.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:19 März 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-ZH 
Zeitbedarf: 3:15
Aufstieg: 500 m
Abstieg: 500 m
Strecke:Orüti-Brüttental-Waldweid-Vorderschür-Hinter Warten-Stralegg-Chleger-Orüti
Zufahrt zum Ausgangspunkt:S26
Kartennummer:1:25000 Hörnli

Allgemeines: Unter Waldweid wird ein Stück sehr steiles, teilweise Nagelfluh durchsetztes Gelände im hinteren Brüttental verstanden. Es lehnt sich westlich des von weitem sichtbaren, auffälligen Nordostsporns des Wartens an eben dessen Nordflanke an und verliert sich dann im flacher werdenden Wald unterhalb der Schotterstrasse Bärloch-Vorderschür.

 

Die Waldweid bietet eine Reihe äusserst reizvoller Aufstiege aus dem Brüttental und darf zurecht als Gourmethäppchen bezeichnet werden. Kombiniert mit dem Früetobel oder einem der leckeren Aufstiege durch die Hinter Warten Nordwand lassen sich hübsche Alpintouren durchführen. Die hier beschriebene Tour ist eigentlich nur in der Schlüsselstelle sehr anspruchsvoll, da allerdings wirklich nur etwas für den gehobenen Fetischbereich. Vernünftigerweise umgeht man den entsprechenden Sporn oder allenfalls die ganze Fluh, was möglich scheint.

 

Brüttental-Waldweid-Vorderschür: Von Steg bzw. Orüti aus folgt man der Strasse weit ins Brüttental hinein. Ganz zuhinterst im Tal, wo der Südwestsporn von der Hirzegg her kommend ins Brüttental-Bachbett einmündet (auf der Karte bei Punkt 863), verlassen wir den offiziellen Wanderweg. Statt diesem zur Grossegg zu folgen, nehmen wir das Waldsträsschen aufwärts haltend ins schmale Seitental hinein, das ein Bach vom Bärloch kommend ins Gelände gefressen hat. Genau an der Stelle, wo der Weg eine Kehre macht und den Bach überquert, verlassen wir die Zivilisation und folgen dem Bach in dessen Bett aufwärts.

 

Kurze Zeit später erblicken wir zu unserer Linken (südlich) einen Sporn, der zum Aufstieg einlädt. Wir belassen ihn in seiner jungfräulichen Unschuld und steigen weiter, bis sich der Fluss gabelt und wir in der Mitte einen sehr stark erodierten, flach ansetzenden Sporn erreichen. Auch diesen überlassen wir sich selbst und wählen den linken, südlichen Bachlauf. Ein kurzes Stück später erkennen wir von links (Süden) her kommend ein Rinnsal. Das Rinnsal sowie der Bach umschliessen einen breiten Sporn, der nun endlich zum Aufstieg gewählt wird. Bereits nach wenigen Metern gilt’s eine steile Nagelfluh-Wurzelstelle zu meistern. Anschliessend spitzt sich der Sporn zu, wird aber auch einfacher und führt auf ein beinahe ebenes Stück Wald.

 

Hier wendet man sich im Aufstieg gesehen nach links und hält auf die obere Nagelfluhwand zu. Bald wird auch der Schlüsselsporn erreicht (siehe dazu Bild)

Die untersten Meter des Sporns können linksseitig recht ansprechend umgangen werden und man gewinnt die Kante des Sporns. Hier bieten sich zwei Varianten für den weiteren Aufstieg an. Die Eine führt zu einem sehr schmutzigen Couloir mit herabhängenden Wurzeln. Leider hält man bei einem Besteigungsversuch auch gleich ein ganzes Bündel in den Händen, das scheint hier also nix zu werden.

 

Man hält also –auch wenn einem gar nicht danach ist- von der Kante des Sporns aus besser nach rechts. Zuerst quere ich etwa drei Meter über sehr abschüssiges Grasgelände nach rechts, wobei ich auf meiner Begehung sogar den einen oder andern Tritt geschlagen habe. Nach der Querung bietet ein lausig-fauler Baumstrunk etwas Halt. Nun ist ein kleiner, beinahe senkrechter Graswulst zu überwinden, der leider keine Wurzel bietet. Der Pickel muss also weit über dem Kopf im Gelände platziert werden, dann wird mit dem linken Fuss sehr hoch und ebenso vorsichtig angetreten und schliesslich zieht man sich hoch. Bleibt zu hoffen, dass auch alles hält….Über einen Zwischenzug an einer halbwegs erfreulichen Wurzel erreicht man günstigeres Gelände, geniesst den Rest des Sporns, steigt schliesslich einfach über steilen Wald auf die Schotterstrasse aus und folgt ihr bis zur Vorderschür. Anfänglich fand ich mein Abenteuer noch lustig, die heitere Stimmung hat aber spätestens beim Graswulst umgeschlagen, uff.

 

 

Hinter Warten Nordwand: Dies würde bereits meine dritte Begehung dieser Wand sein, allerdings hatte ich dann doch nicht mit diesen Schneeverhältnissen gerechnet. Die Route ist unter www.hikr.org/tour/post2738.html beschrieben und folgt dem einfachsten Weg. Die Wandquerung unter der Gipfelwand hindurch war ziemlich heikel zu begehen, namentlich ein ganz kurzes Stück vereister Querung bot einige Schwierigkeiten. Die Gipfelschrofen waren dank eines umgestürzten Baumes ordentlich zu bewältigen. Der Direktaufstieg durch die nasse, Nagelfluh durchsetzte Grashalde schien mir wenig verlockend.

 

Anschliessend über die Stralegg auf schönem Weg direkt hinunter ins junge Tösstal (T2) und nach Steg.

 

Tour im Alleingang.


Tourengänger: ossi

Galerie


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