Gnipen (1567 m) und Wildspitz (1580 m)


Publiziert von rkroebl Pro , 5. Mai 2013 um 20:31.

Region: Welt » Schweiz » Zug
Tour Datum: 5 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Ross- und Zugerberggebiet   CH-SZ   CH-ZG 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 990 m
Abstieg: 1060 m
Strecke:Bergstation Zugerbergbahn - Langmösli - Gnipen - Wildspitz - Halsegg - Bahnhof Sattel-Aegeri (16 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Zugerberg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Sattel-Aegeri
Kartennummer:Ausschnitt map.geo.admin.ch / GPS etrex 30

Ich wusste es. Ich wusste, dass dies eine Schlammschlacht werden würde. Da war ja das Wetter der letzten Tage und da war ja der Tourenbericht von Linard03, der mich überhaupt dazu inspiriert hatte, mal auf den höchsten Zuger zu steigen. Mein Inspirator hatte nämlich - wenn auch vor einiger Zeit und zu einer anderen Saison - ebenfalls nasse Verhältnisse für diese Tour. Aus seinem Bericht leitete ich primär ab, dass ich sie in umgekehrter Richtung machen sollte. Ein guter Entscheid, wie sich herausstellte.

Mit einer ausserfahrplanlich verkehrenden Komposition der Seilbahn hinauf auf den Zugerberg gefahren (da oben fand irgend ein Sportevent statt, scheinbar) und erst mal aus dem Nebel in die zaghafte Sonne. Immerhin, ein Bluestspaziergang für die ersten paar Kilometer war drin. Irgendwo vor dem Langmösli im Wald zweigt die perfekt signalisierte Route (ab hier Bergwanderweg wrw) vom schönen Wanderweg in Richtung Gnipen und Wildspitz rechts ab, wird zum schmalen Pfad und es wird ernst. Bald findet man sich in tiefem Morast wieder - und der ist nur die Ankündigung für das was noch kommen würde. Ab diesem Langmösli wird die Sache steiler und steiler, matschiger und matschiger. Der Weg ist an unzähligen Stellen von umgestürzten Bäumen und Bäumchen blockiert, welche die Unwetter der letzten Tage hinterlassen haben. Es wird also im teilweise knöcheltiefen Morast und in sehr steilem Gelände über Geäst und auf Nagelfluh gekraxelt. Weiter oben, immer noch in sehr steilem Gelände gesellen sich dann noch die letzten Schneeresten in die Party, fehlte eigentlich nur noch Regen. Der kam aber trotz dunklem Himmel heute nicht, in der Gegend.

Wie schon erwähnt, hier runter, bei den Bedingungen hätte ich echt nicht wollen. Da ohne Sturz in den Matsch runter zu kommen, wäre mir kaum gelungen. Bösartig schmierig, seifig, alles. Das Licht am Ende des Tunnels kommt erst, wenn man nach der Querung eines kleinen Schneefelds eine Rinne in den Felsen erreicht, die wie ein kleiner Klettersteig mit Aluminiumbügeln und Stahlseilen garniert ist. Schnell die Stöcke wegpacken, den Morast von den Schuhen putzen im Schnee und dann rauf, durch die Rinne. Problemlos, wenn auch dreckig.

Oben angekommen sind es nur noch ein paar Hm hinauf zum Gnipen, der sich heute im Nebel präsentiert. Wäre sicher sehr schön da oben, eine Gipfelwiese mit vielen Primeln, Feuerstelle. Aber heute lud das nicht zum Verweilen ein. Auf einem gut ausgebauten Wanderweg hinüber zum Wildspitz , der vielleicht eine schöne Aussicht hat (nicht heute) und sonst, mit dem hässlichen Bergrestaurant und der Strasse nur zur Flucht ermuntert. Schnell Fotos am höchsten Punkt des Kanton Zug und gleich weiter in Richtung Halsegg. Da geht's erst mal noch über längere Strecken durch tiefen Schnee. Der Trampelpfad ist aber so verdichtet, dass man nicht gross einbricht. Bei der Alpwirtschaft Halsegg dann steil nach rechts hinunter (nicht wirklich ein Kniebrecher) zum Bahnhof Sattel-Aegeri, von wo man die Heimreise - in meinem Fall nach Zürich - antreten kann.

Irgendwas muss man ja machen am Wochenende, auch wenn man wegen *Bruchs gerade keine Schneeschuhe mehr hat. Diese Tour hat sich angeboten und sie hat schon Spass gemacht, war auch nicht komplett anspruchslos.

Ich geh' jetzt in die Waschküche mit den verdreckten Klamotten, während die Bergschuhe auf dem Balkon noch zu trocknen haben.

Tourengänger: rkroebl

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Geodaten
 15725.gpx Gnipen und Wildspitz

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