Güggisgrat - lieber dem Schneehuhn folgen als den Gämsen


Publiziert von Mo6451 Pro , 22. November 2012 um 22:59.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Voralpen
Tour Datum:22 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 947 m
Abstieg: 1011 m
Strecke:13,3 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Luzern - Interlaken.-Ost - Interlaken-West, Postbus Interlaken-West - Beatenberg-Waldegg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Postbus Beatenberg-Station - Interlaken-West, cff logo Interlaken-West - Bern - Luzern
Kartennummer:map.wanderland.ch

Für die Region Bern war heute einigermaßen stabiles Wetter angesagt und so konnten wir unsere geplante Tour auf den Güggisgrat durchführen. Die Frage war nur, wie sind die Verhältnisse auf 2.000 m. Sollten sie schlecht sein, so hatten wir die Möglichkeit, die Tour an zwei Stellen zu verkürzen.

Um 10.30 Uhr trafen wir in Beatenberg-Waldegg ein. Der Himmel war noch trüb, aber die Sonne kämpfte sich tapfer durch die Nebel. Das erste kurze Stück ging es noch über Asphaltstrasse, aber schon bald konnten wir die Strasse verlassen und auf den Waldweg einbiegen. Hier sahen und hörten wir, dass die Forstarbeiter mächtig Holz schlugen, große Bäume fielen um und wurden mit LKW abtransportiert. Hoffentlich war unser Weg nicht davon betroffen. Bei Rotmoos, in der Karte eingezeichnet aber nicht auf den Wegweisern haben wir uns "verlaufen". Bei Mittelhaag entdeckten wir den Fehler und gingen querfeldein zurück auf den Weg hinauf zum Gemmenalphorn.

Bis P 1432 ist der Weg breit und gut gängig. Kein Asphalt sondern Schotterpiste. Ab P 1532  verengt er sich zu einem schmalen Pfad, der nun steiler hinauf zur Chüematte führt. Schaut man sich um, sieht man erstmals die berühmten drei Berner. 

Bei Chüematte öffnet sich das Gelände, hier hat man die Möglichkeit abzubiegen über Oberfeld zum Niederhorn. Wir aber stiegen weiter aufwärts nach Oberberg. Sowohl auf Chüematte als auch auf Oberberg sind alle Gebäude schon geschlossen. Oberberg war der ideale Platz für die Mittagspause, eine Bank an der Sonne und den Blick auf EMJ, Schreckhorn, Finsterahorn und Wetterhorn, einfach nur traumhaft. Mittlerweile hatte sich die Sonne auch durchgesetzt und wärmte uns wunderbar.

Nach der Mittagspause ging es nun weiter Richtung Gemmenalphorn. Die Schneeflecken wurden etwas größer, der Aufstieg war aber immer noch gut zu bewältigen. Bei P 1980 ließen wir das Gemmenalphorn aus und hielten uns links hinauf zu P 2050 und weiter zum Burgfeldstand. Nun gab es etwas mehr Schnee und Eis, Vorsicht konnte nicht verkehrt sein.

Der Weg über Burgfeldstand bis hinunter zu P 1980, also das erste Stück des Güggisgrates war wohl das Schönste der gesamten Wanderung. Der Weg war nun komplett mit Schnee bedeckt aber gut gespurt. Auf einmal flog vor mir etwas hoch, ein Schneehahn. Der machte sich sofort aus dem Staub, während das Schneehuhn gemütlich weiter fraß und uns bis auf 2 m heranließ. Auch dann flog es nicht weg, sondern ging vor uns her, als wollte es uns den Weg weisen. Erst am Ende der Strecke, wo wir links hoch abbiegen mussten blieb das Schneehuhn stehen und flog, nachdem wir vorbei gegangen waren hinüber zu seinem Hahn. So nah lies uns das Tier an sich heran. Für mich war es das erste Mal, dass ich ein Schneehuhn in natura gesehen habe. Ein wunderbarer Anblick, der auch von meinem Wanderkollegen Eduard geteilt wurde.

Bei P 1918 stießen wir dann auf den Wanderweg, der von Oberburgfeld kommt und als Schneeschuhtour ausgewiesen ist. Trotz der Schneereste gab es hier keine Schwierigkeiten mehr, der Grat erweitert sich zu einer Fläche, das Niederhorn schon ganz nah.

Am Niederhorn angekommen gingen wir hinauf zu den Panoramatafeln um uns zu orientieren. Und da standen, nicht weit weg, aber auf ziemlich abschüssigem Geländen zwei Gämsen. Obwohl sonst sehr scheu blieben sie stehen und schauten uns über ihren Rücken an, als wüssten sie, dass wir auf diesen Felsabsatz nicht steigen würden.

Nach ausgiebiger Fotopause ging es nun an den Abstieg. Zur Zeit fährt die Seilbahn nur zweimal täglich, nachmittags um 17.45 h. Der Weg hinunter nach Beatenberg führt durch den Wald und ist ziemlich steil. Nach knapp 1,5 h standen wir an der Talstation der Seilbahn. Da der Postbus nach Interlaken erst in 25 Minuten fuhr, haben wir ein Restaurant gesucht um noch etwas zu trinken. Das ist um diese Zeit nicht einfach, die meisten haben bis Dezember Betriebsferien. Im Dorint-Hotel wurden wir dann fündig.

Aber erst noch konnten wir einen wunderbaren Sonnenuntergang genießen.

Mit Bus und Bahn ging es dann zurück nach Luzern. Allerdings haben wir in Interlaken-West erst noch einen Umweg über Interlaken-Ost gemacht, weil wir gedankenverloren in den falschen Zug gestiegen sind.

Diese Tour gehört mit zu den Highlights. Auf dem ganzen Weg ist uns nicht ein einziger Wanderer begegnet, nur die Tiere, die uns mit ihrem Anblick sehr erfreut haben.

Tour mit Eduard.

Route: Beatenberg-Waldegg - Rotmoos - Mittelhag - P 1371 - Wyhelmooswald - Chüematte - Oberberg - P 1980 - Burgfeldstand - Niederhorn - Beatenberg-Station

Tourengänger: Mo6451

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Kommentare (1)


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Baldy und Conny Pro hat gesagt: 1a Bilder
Gesendet am 23. November 2012 um 08:50
vom Schneehuhn. Gratuliere
Gruess Angelo und Conny


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