Von Elm via Schwarz Tschingel (2426 m) nach Schwanden


Publiziert von PStraub , 18. September 2012 um 21:09.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:18 September 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Chärpfgruppe 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 2300 m

Gebirgsbildungen sind normalerweise von heftigem Vulkanismus begleitet. Merkwürdigerweise stimmt das ausgerechnet bei der "Mutter aller Gebirge", den Alpen nicht. Ausser dem Bergeller Granit sind hier Spuren von vulkanischer Aktivität rar, und zudem stammen diese nicht aus der alpinen, sondern aus der (nach-)variskischen Zeit.
Und wo finden wir diese Gesteine? Natürlich in den Glarner Alpen, genauer in der Chärpfgruppe.
Hier sind nicht nur in der Magmakammer oder dem Schlot "steckengebliebene" Gesteine wie Rhyolith und Spilite zu finden, hier hats sogar Laven und Tuffe von zumindest einem ausgebrochenen Vulkan.
 
Von Obererbs steige ich via Hanegghüttli auf den Rotstock. Wenn es eine Liste der häufigst nicht bestiegenen Gipfel gäbe, der Rotstock würde weit vorne figurieren. Im Winter ziehen Heerscharen von Kärpf-Besteigern achtlos an ihm vorbei. Und selbst die (nicht wenigen), die in seiner Umgebung kapitulieren, verzichten auf eine Besteigung.
Er besteht aus zwei Verrucano-Teilen. Der vordere Turm ist äusserst schwierig zu besteigen, der hintere und höhere Rücken jedoch einfach (T4). 
 
Von hier in die Mulde runter und auf den namenlosen Grat, der den Rotstock vom Grat des Tierbodenhorns trennt. Und gleich noch einmal runter. Hier scheuche ich ein paar Gemsen auf, die offensichtlich nicht mit Besuch gerechnet hatten. Den Tierbodenhorn-Grat erreiche ich auf ca. 2290 m und begehe ihn - meist einfach - nach vorn. Es ist ein typischer Verrucano-Grat, meist bewachsen, aber mit einigen steileren Stufen (T4).
 
Von oben gibt auch dieser Gipfel nicht viel her, von Bischof aus gesehen ist er jedoch recht eindrücklich.
 
Und einmal mehr in die nächste Mulde hinunter. Das ist doch etwas steiler als bisher, ausserdem liegt noch Schnee vom letzten Kälteeinbruch.
Hier wechselt das Gestein. Der helle Rhyolith, der die Hänge des Chli Chärpf bildet, dominiert jetzt auch die Blockschutthalden. Dieser Stein erodiert zu groben Blöcken, das Traversieren erfordert einige Aufmerksamkeit.
 
Ich steige zum Südwestgrat des Schwarz Tschingels auf, den ich vor P. 2341 erreiche. Dem Grat entlang zum tiefsten Punkt, dann auf dem Grat oder durch die Flanke hoch. Bis auf das Gipfelplateau besteht der ganze Berg aus Rhyolith, das ist ein ausgezeichnetes Klettergestein, der Aufsteig durch die Platten ein reines Vergnügen.
Auf dem Gipfel hats ein lädiertes Kreuz und ein Gipfelbuch von 1994. Trotz guter Erreichbarkeit und schöner Aussicht ist es immer noch ein Insider-Berg.
 
Jetzt auf der Ostseite hinab und zum Sattel P. 2243, dann um den Mittler Blistock herum zur "Furggel" und hinab zu den Seen im Wildmad. Ich gehe davon aus, dass die Felsen unter P. 2220 als "Gelb Chopf" bezeichnet werden und habe das in der Wegpunktliste entsprechend geändert. Das ist dort, wo sich der Wanderweg durchzwängt. Über den bisher erfassten P. 2134 führt eine Wegspur zum Schabell. 
 
Jetzt über die Wildmad-Furggel und auf dem "oberen" Weg Richtung Mettmen. Um das Berglihorn dominiert ein dunkler, basaltartiger Stein die Hänge, beim Charenstock ist es wieder der helle Quarzporphyr. Also alles Gestein aus einem vor fast 300 Millionen Jahren erloschenen Vulkan. 
 
Am Klettergarten Widerstein vorbei hinunter bis zur Abzweigung des Weges zum Naturfreundehaus und auf diesem direkt zum Stafel Mettmen.
Im Naturfreundehaus gibts ein Bügelspez und ein Stück Kuchen. Dann folgen noch gut 1000 m Abstieg zum Bahnhof Schwanden.
 
Eine hübsche, wenn auch etwas umständliche Tour durch den "Glarus Volcanic Parc".
Tuffe und Lava findet man übrigens direkt am Weg zur Leglerhütte, auf ca. 2000 m Höhe.

Tourengänger: PStraub


Galerie


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