Fuorcla Surlej (2.755m) - Panoramawanderung von Sils nach St. Moritz


Publiziert von dulac Pro , 5. September 2012 um 23:15.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:24 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Bernina-Gruppe   Corvatsch-Sella-Gruppe 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1050 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bus von St. Moritz-Bahnhof
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo St. Moritz
Kartennummer:SLK 1:50 000 Oberengadin

Eigentlich hatte ich für heute, angeregt durch einen aktuellen Bericht von ivo66 eine Wanderung ins Val Mulix geplant. Doch bei der Ankunft in Preda hingen dort tiefe Wolken.
Drum einfach im Zug sitzengeblieben, in der Hoffnung auf bessere Verhältnisse auf der anderen Seite des Albula.
 
Doch nun mußte ich ein wenig improvisieren. Ich entschied mich, von St. Moritz mit dem Bus weiterzufahren bis Sils-Maria (Segl Maria), am Eingang zum Val Fex. Das kannte ich noch nicht. Zwar wäre auch der Piz da la Margna reizvoll gewesen, über dessen Besteigung kroebl einen interessanten Tourbericht ins Netz gestellt hatte. Doch dafür war heute die Zeit zu knapp. Und das Wetter auch auf dieser Seite des Albula war nicht unbedingt dazu angetan, auf höhere Gipfel zu steigen.
 
Bei Ankunft in St. Moritz hatte die Rhätische eine Verspätung von fast einer Viertelstunde. Der eigentlich vorgesehene Bus war längst weg, doch der nach Chiavenna hatte gewartet, und, wie ich erfreut feststellte, er würde auch Sils-Maria anfahren.
 
Der Weg zum Val Fex beginnt dort direkt am Nietzsche-Haus, einfach rechts an ihm vorbei.
Danach ca. 400 Höhenmeter hinauf wo mit Marmorè, auf einer Schulter gelegen, ein guter Aussichtspunkt erreicht wird. Zugleich aber auch eine Weggabelung: Entweder weiter ins Val Fex hinein und dort etwa eine Rundtour zum Lej Sgrischusch. Oder aber sich linkshaltend eine Höhenwanderung oberhalb des Silvaplaner-Sees.
 
Dies schien mir bei den heutigen Voraussetzungen die bessere Wahl: Als Ziel hatte ich mir jetzt Murtèl, die Mittelstation der Corvatsch-Bahn, und danach eventuell die Fuorcla Surlej gesetzt.
 
Auf gutem Weg geht es zunächst fast eben in Richtung Bergstation der Furtschellas-Bahn. Diese ist in ca. einer halben Stunde erreicht, wobei der Weg die Bergstation 100 Meter höher rechts liegen läßt.
 
Kurze Zeit später führt er um einen Grat herum, nicht wirklich ausgesetzt, aber dennoch mit einem Drahtseil als Sicherung. Danach wenige Meter hinab, ein Abzweig zu tiefer gelegenen Zielen, doch mein Weg verläuft auch weiterhin nur unmerklich ansteigend. Es ist ein sehr aussichtsreicher Weg, zumindest theoretisch. Heute hat es Richtung Maloja jedoch viele Wolken.
 
Mit Erreichen von P2340 beginnt es allmählich zu steigen und nach Überquerung des Bachs Ova dal´Alp habe ich mich dann für den direkt in Serpentinen zur Station Murtèl hinaufführenden Steig entschieden.
 
Die Station schien wie ausgestorben, auf der Terrasse des Restaurants kein Mensch zu sehen.
Zuvor während der letzten halben Stunde waren mir zumindest einige wenige Wanderer entgegengekommen, die wie sich herausgestellt hatte, überwiegend auf dem Weg zur Furtschellas-Bergstation waren.
 
Ich machte jetzt aber erstmals eine kurze Mittagspause. Kurz auch deshalb, weil ich die Wetterbedingungen und auch das Umfeld nicht als übermäßig einladend empfand. Lieber wollte ich auf der Fuorcla Surlej später noch eine Pause einlegen.
 
Als Wegezeit dorthin war eine Stunde angeschrieben, tatsächlich war es jedoch in einer halben gut zu schaffen. Zunächst auf einem breiten Fahrweg, danach auf direktem Weg, wieder über Serpentinen, hinauf zur nur wenig höher gelegenen Fuorcla mit Berggasthaus.
 
Auch hier die Terrasse menschenleer, dennoch einladender durch das direkte Gegenüber der Bernina, auch wenn die Wolken die Sicht ein wenig eintrübten und ein paar Sonnenstrahlen mehr den Anblick noch imposanter gemacht hätten. Dennoch immer wieder ein eindrückliches Erlebnis.
 
Nach Kaffee und einem Stück Engadiner Nußtorte eine kurze Diskussion mit der Hüttenwirtin zur Frage, steige ich besser zur Bahnstation in Pontresina ab oder zu der in St. Moritz.
 
Da sie meine Meinung stützte, zu beiden bräuchte es etwa gleich lang, und der Abstieg über den Hahnensee (Lej dals Chöds) wäre wohl der schönere, fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Das Argument, ab dem Hotel Roseg könnte man aber auch mit der Pferdekutsche nach Pontresina fahren, wäre für mich ohnehin nicht ernsthaft in Frage gekommen. Überdies war ich dieses Wegstück bereits 2 Wochen zuvor gegangen, das letzte Mal über den Hahnensee lag dagegen schon Jahre zurück.
 
Auf den ersten Höhenmetern Richtung Hahnensee geht es über Abkürzungen rasch hinab. Doch dann folgt ein langes, ebenes Stück, sogar mit geringfügigen Gegenanstiegen. Zeitweise war ich drum sogar im Zweifel, ob dies überhaupt der richtige Weg wäre. Erst auf der Höhe von Silvaplana und als tief drunten die Talstation der Corvatsch-Bahn sichtbar wurde, war klar, ich bin auf dem richtigen Weg.
 
Kurze Zeit später tat er dann auch, was ein Abstiegsweg tun sollte, er führte zügig hinunter. Nach 1h20 war ich am Hahnensee. Auch hier hätte etwas mehr Sonne die Szenerie noch etwas eindrücklicher gestalten können. Doch ich will nicht undankbar sein, immerhin war es ein Tag ohne Regen, trotz der manchmal bedrohlich wirkenden Wolken.
 
Um den See herum eine Reihe von kleinen Pfaden. Für den weiteren Abstieg entschied ich mich für den nächstbesten. Da ich versuchen wollte, noch den Zug kurz nach 6 Uhr zu erreichen, mußte ich mich ein wenig sputen und wollte keine Zeit verlieren.
 
Mit etwas Glück hatte ich tatsächlich den richtigen erwischt. Noch eine halbe Stunde, dann hatte ich den südlichen Ausläufer von St.-Moritz-Bad erreicht. Jetzt blieb mir noch eine weitere halbe Stunde. Und daß sich das restliche Stück bis zum Bahnhof ziehen würde, war mir von früherer Gelegenheit klar. Drum keine Zeit verlieren!
 
Der Weg durch den Ortsteil, zwischen Hotels, anderen teils hohen Gebäuden und großflächigen Parkplätzen langweilig. Erst mit dem Erreichen des St.Moritzer-Sees änderte sich das Umfeld zu seinen Gunsten.
 
Daß der Bahnhof erst am Ende des Sees liegen würde, wußte ich. So war ich froh, daß ich den anvisierten Zug gerade noch erreicht habe, wenn es auch , bei weniger als 2 Minuten Spielraum bis zur Abfahrt äußerst knapp geworden war.
 
Trotz suboptimalem Wetter eine aussichtsreiche und lohnende Tour, bei klarer Sicht und Sonnenschein gewiss traumhaft.

Tourengänger: dulac

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