Aiguille de la Tsa - Westcouloir (Couloir Anzevui)


Publiziert von orome , 27. August 2012 um 23:52.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:11 März 2012
Ski Schwierigkeit: SS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m

In Erwartung des Winters ...

Nachdem es von den Zähnen über Arolla schon sehr schöne Berichte aus dem Sommer gibt, wäre hier noch ein etwas kälterer Beitrag. Um Arolla im Winter gibt es vor allem eins, und zwar Couloirs soviel das Herz begehrt. Das folgende hat den Vorteil, dass es vom Parkplatz sehr gut einzusehen ist, und wenn man sich der Verhältnisse sicher ist, kann man es sogar technisch unschwierig über die Bertolhütte erreichen.

So bin auch ich etwas aufgeregt nach Arolla gefahren. Das Couloir habe ich schon mehrfach von der gegenüberliegenden Talseite gesehen und es hatte immer einen sehr steilen Eindruck gemacht. Nachdem aber bereits 3 Leute sich im Aufstieg durch den lichten Wald Richtung Couloir befanden, musste ich natürlich hinterher. Nach der Bachüberquerung geht es zunächst etwas mühsam durch Sträucher und niedrige Bäume auf hartem Schnee. Danach wird das Gelände weiter und es zeigen sich perfekte Skihänge die mit ca 30-35° eine perfekte Neigung haben. Man erreicht einen (Moränen?)Rücken und schon steht man am Couloirauslauf. Das Ambiente ist gewaltig, links der Grat zur Tsailon, rechts thront weit über einem die Tsa und ins Tal gehts steil abwärts.

Also Ski auf den Rücken und los. Der Aufstieg ist etwas mühsam, das Couloir eingefahren und man muss irgendwie trotzdem Spuren. Ich wechsle mich mit einem der drei Italienern ab, und so gehts gut voran. Das Couloir hat eine Länge von 500m und wird oben whs etwas über 45° steil. Hier ist es auch a schmalsten. Während des Aufstiegs würde man förmlich erdrückt werden von den beiden Nadeln links und rechts, wäre da nicht der weite Blick nach unten und nach Westen. Am Austieg hat man dann das erste mal Sonne, was auch gleich zur ausgiebigen paue genutzt wird. Gipfelambitionen hat keiner, obwohl die drei anderen ursprünglich gehen wollten. Viel zu sehr freut man sich auf die Abfahrt. Allerdings sollte man sich hiermit Zeit lassen, das Couloir geht nach Westen und bekommt erst nach dem Mittag Sonne. Vorher ist es zum Geniessen zu hart. Aber gegen eine lange Pause kann man ja nichts einwenden ...

Irgendwann gehts dann doch nach unten. Unverfahrenen Schnee hat man zwar bei einer Breite von wenigen Metern wohl nur äusserst selten, es macht aber trotzdem sehr viel Spass. Das Gelände ist steil in alle Richtungen und durch die geringe Breite dard man oft springen.  Es ist schon etwas desillusionierend: Beim Aufstieg konnte ich die drei abhängen, bei der Abfahrt machen mir die beiden 20 Jahre älteren Männer einiges vor und sind in der Tiefe verschwunden bevor ich richtig angefangen habe. Das macht aber gar nichts, so konnte ich ihre weibliche Begleitung gang Gentleman-like ins nach unten begleiten.

Der Spass ist nach dem Couloir aber längst nicht vorbei. Die steilen Hänge sulzen gegen 14.00 perfekt auf, sodass man in Riesenkurven dem Bier entgegendüsen kann.


Das Couloir eignet sich besonders für Spätaufsteher. Der gesamte Aufstieg ist westlich ausgerichtet und eine Abfahrt vor 13.00 macht gar keinen Sinn, eher noch später. Wie so oft schaut das ganze wenn man von vorne drauf schaut viel wilder aus als es ist. Vom Bier auf der Terasse sieht man direkt frontal drauf, also fühlt man sich nochmals besser ;)


Es hat 4 Westcouloirs, am häufigsten Befahren wird das nördlichste, welches meist die besten Verhältnisse aufweist. Die 3 anderen sind im oberen Teil oft steindurchsetzt bzw. schlecht eingeschneit.

40-45°, 500m, technische Skischwierigkeit 5.1.


Tourengänger: orome

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