Mittagfluh, am Morgen...


Publiziert von Scout , 20. August 2012 um 20:11.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:19 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: 5c (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 

Was tun, wenn einem das Wetter viel zu heiss für "ernsthaftere" Unternehmungen ist?!
Speleo liegt mir nicht besonders, Canyoning noch weniger.
Zu Hause bleiben kommt beim aktuellen Superwetter erst recht nicht in Frage.

Nach einiger Beratung kommen wir zum Schluss, dass es eine möglichst schattige Kletterei mit möglichst frühem Start werden soll. Und nicht allzu schwer oder abenteuerlich.
Da die Mittagfluh ihren Namen von der Tatsache hat, dass sie (erst) um Mittag vollständig in der Sonne liegt, entschieden wir uns für das allseits bekannte und beliebte Gebiet oberhalb Guttannen.
Da sich meine Partnerin schon lange einmal selbst davon überzeugen wollte, dass der legendäre Wasserhahn tatsächlich NICHT ans örtliche Netz angeschlossen ist, wählten wir die Route "Durststrecke". Das passt ja ausserdem auch perfekt zum Wetter...

Dank dem am sehr frühen Sonntagmorgen praktisch nicht existierenden Verkehr, sind wir gut 1/4h früher als geplant am Parkplatz Tschingelmad. Und weil es uns beiden nicht in den Sinn kam, die Stirnlampe auch für diese Plaisir-Kletterei einzupacken, kamen wir ungeplant noch in den Genuss eines Nickerchens im Auto.

Kurz nach 6.00h ist es dann aber auch für unsere verwöhnten Verhältnisse hell genug für den Zustieg.
Dieser benötigt gut eine halbe Stunde und wäre mit Stirnlampe auch im Dunkeln absolut problemlos zu finden.... Nach einer Pause mit Essen, Trinken etc. steigen wir dann kurz vor 7.00h ein. Die Temperatur ist jetzt schon so, dass ich in T-Shirt und kurzen Hosen 20min. herumsitzen kann, ohne im Geringsten zu frieren!

Laut Topo ist die erste Länge gleich 5b+. Vielleicht war ich doch noch nicht wach genug um die Schwierigkeiten einschätzen zu können, jedenfalls fiel mir die Länge leichter als manche 4c..... Die zweite Länge ist dann mit 4c bewertet und in meinen Augen nicht viel anders als die erste?! Bis auf die letzte sind dann laut Topo alle weiteren Längen 5a - 5b. Dem kann ich zustimmen.
Endlich wach?!:-)
Die letzte ist dann recht feine Steilplattenkletterei, in meinen Augen ein eher anspruchsvolles 5b+. Die einzelnen Längen sind jeweils recht anhaltend, deutlich einfachere Abschnitte sind selten.

Das "gut" im Plaisir-Führer geht aus meiner Sicht in Ordnung: die Hakenabstände betragen meistens ca. 5m, in den wenigen einfachen Abschnitten aber auch mal gut das Doppelte. Dafür verdient dann die letzte Länge ein "gut+". Die Standplätze und einige Zwischenhaken sind neu, sonst stecken noch die Originalhaken. Diese sind z.T. nicht ganz leicht zu finden, da sie praktisch die gleiche Farbe wie der Fels haben. Da die Route ziemlich genau geradeaus verläuft, sind Verhauer wohl trotzdem nicht zu befürchten.

Unser Zeitplan ging trotz zu Hause gebliebener Stirnlampen dann doch noch beinahe perfekt auf: Die Sonne erwischt mich im Vorstieg der letzten Länge, wenige Meter vor dem Ausstieg.

Nach einem vorgezogenen Mittagessen machen wir uns um 10.30h an den Abstieg.
Dieser verlangt noch einmal etwas Aufmerksamkeit (ca. T4 - T5 mit Stellen II + Abseilen) und bringt uns so richtig zum Schwitzen: pralle Sonne, kein Lüftchen und Temperaturen die anscheinend durch die Decke gehen wollen.
Als wir um 11.45h am Einstieg die Seile in den Rucksack stopfen, macht sich gerade die letzte (?) Seilschaft des Tages bereit zum Einsteigen. Wir wünschen ihnen in Gedanken viel Glück bei ihrem Einsatz als lebends (?) Grillgut....... und schauen, dass wir ein kühles Plätzchen finden.





Tourengänger: Scout

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