Die lange Gratwanderung zum Gfroren Horn


Publiziert von Delta Pro , 3. September 2012 um 19:56. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum: 9 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 1550 m

Ein verlängerter Grat-Wanderklassiker über Davos – Gipfelsammeln im Plaisir-Modus
 
Wir hatten nur eine Karte im Massstab 1:300’000 zur Hand und suchten nach Wanderideen. sglider zeigte auf den langen, gestreckten Kamm zwischen Dischma und Sertig Tal und schlug vor darüber zu wandeln. Meine Fragezeichen lösten sich nach einer kurzen Hikr-Konsultation auf. Eine Gratwanderung, so logisch, dass man sie auf der Autokarte erkennt.
In der Tat ist der lange Kamm, welcher beim Jakobshorn ob Davos beginnt und beim Chüealphorn endet in seiner ganzen Länge begehbar. Ganz so weit hat es dann aber doch nicht gereicht. Doch bis zum Gfroren Horn, wo der Grat felsiger wird überschreitet man immerhin 7 Gipfel – eine ganz schöne Ausbeute. Die Tour ist auf Hikr schon von Munggaloch beschrieben, sowie, ganz neu von marmotta. Er hat jedoch die steileren Passagen der Gratwanderung grosszügig umgangen, so dass dieser Bericht die erste direkte Linie beschreibt, welche durchweg der Wasserscheide folgt.

 
Für stolze 29.- pro Person (GA nicht gültig!) reisen wir aufs Jakobshorn. Der anfängliche Trubel löst sich bald auf, als wir dem Gratweg zum Jatzhorn folgen. Der Weg ist sehr aussichtsreich, jedoch ausgetreten und nicht sonderlich spannend (T2-T3). Nach einer guten Stunde erreichen wir die Tälifurgge, wo uns zwei Mitwanderer freudig zurufen: „Jetzt geht’s nur noch runter“. Nach nur gerade 200 Höhenmeter Aufstieg teilen wir ihre Freude nicht und nehmen den recht abweisenden Felsgrat zum Tälihorn in Angriff. Diesen könnte man einfach links durch Gras umgehen. Die Kraxelei über die Schneide ist aber nicht schwierig und abwechslungsreich (max. T5). In schöner Gratwanderung geht es weiter übers Felahorn aufs Wuosthorn. Meist sind Wegspuren zu sehen und das Gelände ist nirgends ausgesetzt (T3-T4). Der anspruchsvollste Abschnitt befindet sich zwischen dem Wuosthorn und seinem Vorgipfel Pt. 2755. Man steigt über den erst breiten Grat ab, bis er in zackige Felsaufschwünge mündet. Dort geht es auf Tierspuren ca. 30m ziemlich steil gegen rechts eine Rinne hinunter, bevor man auf einem Felssims zu einer Scharte im Grat queren kann (T5). Die nächsten Aufschwünge umgeht man linksseitig (teils etwas exponiert) und gelangt so in den Sattel Pt. 2682. Von hier bleibt man in der Dischmaflanke und umgeht die Felsaufschwünge bis man zurück auf den Kamm und an Pt 2755 steigen kann. Weiter auf dem Wiesen- und Geröllgrat zum Ostgipfel des Gfroren Horns und über den hübschen Grat zum Hauptgipfel. Abstieg über den NW-Kamm durch teilweise steile Grasflanken (T4) auf die Alp „Uf den Gfrorenen“. Mit etwas Spürsinn findet man die Reste des alten Weges, der ins Sertigtal führt. Am Schluss wählen wir die Direttissima über einen schönen Sporn durch Heidelbeeren und Alprosen direkt nach Sertig Sand, wo es vorbei ist mit der Wandereinsamkeit.  

Tourengänger: Delta, sglider

Galerie


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T3
T4-
11 Okt 17
Wuosthorn · StefanP
T4
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