Höhenwanderung Jakobshorn-Tällifurgga-Wuosthorn-Sertig: Vom Rummel in die Einsamkeit und zurück


Publiziert von marmotta , 14. August 2012 um 20:40.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:12 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 500 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Jakobshorn - Jatzhorn - Tällifurgga - Tällihorn - Felahorn - Wuosthorn - Bärentälli - Felabach - Sertig, Dörfli
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Davos, Platz
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Sertig, Dörfli

Die Gegend rund um das Jakobshorn (2590 m) ist jetzt nicht gerade das, was der Einsamkeit und unberührte Natur liebende Wanderer sucht. Aber wie heisst es so schön: "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul". Und da wir aus gegebenem Anlass (der überhaupt nichts mit Bergsport oder Hikr zu tun hatte) schon mal in der Gegend waren und die Tourismusregion Davos jedem Übernachtungsgast kostenfreie Fahrt auf diversen Bergbahnen und anderen Verkehrsmitteln gewährt, liessen wir uns eben zusammen mit vielen anderen Touristen bis zur Bergstation der Jakobshorn-Seilbahn hinaufbefördern.
 
Von dort kann man dem aussichtsreichen Kamm entlang nach Süden Richtung Sertig wandern. Wir wählten den Wanderweg, welcher mehr oder weniger auf der Kammhöhe verläuft, dabei lassen sich 2 Gipfelchen "mitnehmen". Der eine, das Jatzhorn (2682 m), ist sozusagen zwingend, der andere, das Witihüreli (2635 m) optional - der Wanderweg weicht dieser Graterhebung in der Ostflanke aus. Wir liessen diesen unbedeutenden Zacken aus, Gipfelsammler werden sich den unschwierigen Abstecher aber sicher nicht nehmen lassen.
 
Bei leichtem Wind, aber strahlendem Sonnenschein genossen wir die schöne, aber (für meine Begriffe) doch recht kurze Höhenwanderung bis zur Tällifurgga (2568 m), welche man nach 1 ¼ h erreicht. Bis hierhin sind keine nennenswerten Höhenunterschiede zu meistern, es geht jedoch immer etwas auf und ab und die Wegspur ist teilweise schmal und felsig (T3).
 
Will man die Gratwanderung noch etwas verlängern (neudeutsch "upgraden"), kann man von der Tällifurgga -nun weglos- weiter dem Grat folgen und so über das Tällihorn (2684 m) und das Felahorn (2729 m) ohne Schwierigkeiten das Wuosthorn (2815 m) erreichen. Mit Verlassen des markierten Wanderwegs an der Tällifurgga wird es schlagartig einsam. Wem die direkte Überschreitung des abschnittsweise mit blockigen Felsen bestückten Nordgrats des Tällihorns zu schwierig oder mühsam ist, kann gut in die Flanken ausweichen (meist in die östliche) und wenig später wieder den Grat gewinnen (T4). Der höchste Punkt wird von einem grossen Steinmann geziert.
 
Auf dem anschliessenden Abschnitt finden sich immer wieder passable Wegspuren, die das Vorwärtskommen erleichtern und beschleunigen, teilweise weicht man auch hier mit Vorteil in die (West-)Flanke aus (T3-T4). Das letzte Stück ab dem Felahorn, welcher eher als Gratschulter denn als eigenständiger Gipfel wahrgenommen wird, ist dann geprägt von Schutt und Blockwerk - der Eindruck hat von weitem nicht getäuscht. Die Kraxelei ist jedoch (bei Trockenheit) völlig problemlos, die Hände müssen höchstens zur Stabilisierung auf den wackeligen Blöcken aus dem Sack.
 
Die Aussicht vom Wuosthorn ist hübsch, insbesondere auf Piz Kesch und die Gipfel im hinteren Dischmatal, allen voran Piz Grialetsch, Scalettahorn und (dahinter) Piz Vadret. Jenseits des Sertigtals dominiert das Älplihorn (3006 m) und über dem Dischmatal thront das Flüela Schwarzhorn (3146 m).
 
Will man nicht mehr den ganzen Grat zurück zur Tällifurgga laufen, kann man durch die Rasenmulde zwischen Wuosthorn und Felahorn direkt zu den riesigen Block- und Geröllfeldern im Bärentälli absteigen (T4). Dieser Abstieg ist sehr steil, jedoch gut gestuft, so dass er bei Trockenheit durchaus empfohlen werden kann. Was danach kommt, ist weniger spassig: Von weitem sieht man zwar bereits den guten Pfad, der dem Felabach entlang ins Sertigtal führt - das Erreichen dieses Pfades will jedoch verdient werden! Nicht enden wollende Blockhalden müssen durchschritten werden, am besten hält man sich von Anfang an etwas links (Westen) - erst nach Überschreiten des Felabach-Zulaufs ist das Gelände wieder angenehmer zu begehen. Der gute Pfad setzt etwa auf einer Höhe von 2260 m ein. Von dort ist Sertig Dörfli (1860 m) in ca. 30 min erreicht.
 
Wer in Sertig Dörfli nicht sofort Richtung Davos fahren will oder muss, der sollte sich die feinen, hausgemachten Fruchtwähen im Restaurant Bergführer nicht entgehen lassen. Etwas weiter taleinwärts speist man auch im Walserhuus vorzüglich.           

Tourengänger: marmotta

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Kommentare (2)


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MunggaLoch hat gesagt: :-)
Gesendet am 15. August 2012 um 08:31
Eine ganz tolle Wanderung, gell?
Mein Bericht ist noch gleich weit wie Sonntag Abend ;-)
Gruass,
Martin

Delta Pro hat gesagt: schneller
Gesendet am 15. August 2012 um 23:03
Wir haben die Tour drei Tage vor Dir gemacht - Dein Bericht ist jetzt schneller aufgetaucht. Ganz schöne Gegend! Zwischen Wuosthorn und Gfroren Horn sind wir alles dem Grat nach, was durchaus empfehlenswert ist.
Gruss


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