Münstertal


Publiziert von Kik Pro , 10. April 2012 um 23:00.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Val Müstair
Tour Datum:24 Februar 2012
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: Münstertaler Berge   CH-GR   Starlex-Terza-Gruppe   I   Tavrü-Vallatscha-Gruppe 
Zeitbedarf: 5 Tage

Fasnachtsskitouren mit der Sektion Basel, 24.-28. 2.2012

Piz Terza/Urtirolaspitz 2909m (Aufstieg 1000m,  L, Abfahrt 1500m, WS)

Mit Postauto bis Lü. Der Aufstieg führte über Valmorein und das Tälchen Valbella zur abgeblasenen Westseite des Piz Terza, wo ein Adlerpaar über uns kreiste. Auf dem Gipfel genossen wir die wunderbare Aussicht ins Vintschgau und bis zu den Dolomiten. Nach einem positiven Augenschein fuhren wir über die Südseite ab. Einem wunderbaren Hang mit tragendem Schnee und frischer Pulverauflage folgte ein ebensolches Tälchen nach SW. Das Tälchen endete in einer steilen Rinne, die etwas vorsichtig, aber ebenso problemlos bewältigt wurde.  Sie lief auf eine Terrasse in prächtiger Lage aus, mit den ersten Arven und bequemen Felsblöcke zur gemütlichen Rast (2312m). Das Abverdienen kam anschliessend. Die folgende Traverse nach Osten durch den mit vielen jungen Arven bestockten Hang im tiefen schweren Schnee testeten Beweglichkeit, Kraft und Sicherheitsbindungen. Beim Lai da Valpaschun  wird das Gelände flacher, die Bäume stehen weniger dicht und die weitere Abfahrt via Valpaschun nach Valchava durch den nassen Schnee verlangte zwar Muskeln, bot aber keine Routenprobleme mehr. Besser das Tälchen bereits zwischen etwa 2600-2520m nach Süden verlassen und gerade zum Lai da Valpaschun hinunter fahren.
 
Piz Daint 2968m (Aufstieg 900m, WS, Abfahrt 1280m, ZS)
Start bei der Ebene Plaun dals Bovs bei bedecktem Himmel. Im Tälchen unter dem Jalet war der Schnee vom Wind hart; eine feine Pulverschneeschicht liess Abfahrtsfreuden erwarten. Der NW-Grat des Piz Daint war abgeblasen und steinig, die Sicht wechselte dauernd. Auf etwas 2850m beschloss der grössere Teil, es dabei bleiben zu lassen.  Vier Unentwegte machten sich zum Gipfel auf. Die ersten Abfahrtsmeter und danach bis 2800m etwas unterhalb der Krete gingen recht gut. Dann erhob sich ein Sturmwind, der uns die Schneekristalle wie ein Sandstrahlgebläse ins Gesicht jagte. Augen zu und durch, über die Kante auf die Nordseite, wo uns nach einigen windharschigen Metern ein prächtiger Hang mit tiefem Pulver erwartete. Auch die Sonne zeigte sich wieder, und vergnügt fuhren wir schräg hinab über das weite Gelände von Murtaröl und bis zur Rinne östlich von Punkt 2406m. Sie war oben bis auf einen abrutschbaren Streifen frei geblasen.  Dann folgten einige Meter harte Windgangeln. Von der steilsten Stelle an war der Schnee aber gut fahrbar und alle bewältigten das steile Stück ohne Sturz. Die folgende Waldpassage, wieder mit schwerem Schnee, fuhren wir nun schon routiniert und rasch gings danach über die Piste nach Tschierv zu Kaffee oder Bier.
 
Piz Vallatscha 3021m (Aufstieg 610m, Abfahrt 1580m,  WS+)
Mit dem Sportbus zur Alp da Munt und mit drei Liften bis auf 2660m. Bei strahlendem Wetter und angenehmsten Temperaturen stiegen wir gemütlich ins Tälchen unter dem Piz Vallatscha, das von spektakulären rotbraunen Felstürmchen eingerahmt wird. Auf und über den Gipfelgrat müssen die Skier getragen werden (Vorsicht wegen der Wächte). An diesem Glanztag blieb an der Aussicht nichts zu wünschen übrig. Den steilen Gipfelkopf rutschten die Mutigeren ab, die „Vorsichtigeren“ stapften die ersten Meter. Der Nordhang trug tiefen Pulver, auf den Sonnenhängen des anschliessenden Tälchens trug ein Harschdeckel etwas Neuschnee, prima zu fahren. Das absolute Highlight folgte zwischen etwa 2700 und 2400m, ein Südhang (westl. 2637m), oben schön steil, unten auslaufend, einfach genial. Der Schnee trug uns wunderbar leicht bis fast zur Alp Astras hinab, wo wir lange genüsslich in der Sonne sassen.  In leichter Steigung geht’s zum Skigebiet zurück.
 
Munt Buffalora 2627m (Auf- und Abstieg 660m, L )
Bei sonnigem Wetter folgten wir  von der Haltestelle Buffalora den vielen Spuren über die Alp und dem Weg nach bis zur Waldgrenze auf etwa 2200m. Statt direkt über die ehemaligen Eisengruben liefen wir in weitem Bogen nach Westen ausholend und dann der Parkgrenze entlang. Für die glänzenden  abgeblasenen Partien im Schlussanstieg montierten wir  wieder Harscheisen. Oben sahen wir die Gipfel der letzten Tage und den leeren Stausee dal Gall. Abfahrt direkt bis zum Hüttlein auf 2195m, das noch tief im Schnee vergraben war, aber trotzdem ein trockenes Bänklein offerierte, danach grösstenteils auf der harten Piste zurück. (Auf eigene Spuren im Bruchharst verzichteten wir gern).  Die Wirtschaft Buffalora hatte Wirtesonntag, aber wir erhielten trotzdem die ersehnte Tranksame. 

--> die Verhältnisse wurden von Tag zu Tag besser, die Skikünste auch, die Unterkunft (Hotel Central in Valchava) optimal, so dass sich alle schon auf nächstes Jahr freuen.

Tourengänger: Kik

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Kommentare (1)


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CarpeDiem hat gesagt:
Gesendet am 11. April 2012 um 21:49
Was für eine schöne Fastnachtstour...

lg, Anne-Catherine


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