..von einer Frenke zur nächsten ...via Vogelberg!


Publiziert von Henrik , 8. Dezember 2011 um 22:39. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Basel Land
Tour Datum:30 November 2011
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BL   CH-SO 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 912 m
Abstieg: 921 m
Strecke:Waldenburg - Gagsen - Waldweid - Vorderi Egg - Passwang - Vogelberg - Bürtis - Reigoldswil
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:map wanderland

 .... ich wunderte mich noch auf dem Weg nach Liestal, dass der IC nicht via Adlertunnel fuhr... die zwei Minuten mehr sind es nicht, die die Aufmerksamkeit auslösen, sondern die etwas andere Richtung bzw. der Sound der Geleise...früher geriet ich ins Schwärmen, wenn nach dem Start des Range Rovers der V8-Motor seinen typischen Brummelton abgab – jetzt führen „Unebenheiten“ auf dem Geleise zu einem andern Wachheitszustand...in Liestal nieselte es bereits. Auf dem Bahnhofsplatz, der zu Rushhourzeiten keine freundliche Note verströmt, lag eine ungewohnte Ruhe ... aber die Menschen, die den Platz bevölkerten, waren wie entrückt und vor allem allerorten Gemurmel und Geplapper....Um neun fuhr Pfaelzer aus Zürich an, mit dem „Waldenburgerli“ setzten wir zusammen die Fahrt fort nach Waldenburg, mit Ziel „Vogelberg“ – TuTen, ein Vorschlag von Wolfgang, das Planerische übernahm ich. Wir befinden uns zuerst im Tal der Vorderen Frenke mit den Strassendörfern Bubendorf, Hölstein, Nieder- und Oberdorf wie zuletzt dann das historische „Städtchen“ Waldenburg, der Endstation der Schmalspurbahn, eine der wenigen in der CH – die wenigen Passagiere um diese Tageszeit täuschen über den Erfolg dieser Kleinbahn, sie ist die Lebensader im Oberen Baselbiet. Dieses ist vor allem noch Landwirtschaftszone und aber auch gesuchtes Gewerbe mit internationalen Namen wie z. B. Synthes!
 
 .... Ausgangspunkt ist bereits der Bahnhof, nur ein paar Schritte weiter steigen wir bereits den Hang hinauf, ziemlich steil, zum Hof Wil. Während der Anfahrt hat es zu regnen begonnen, jetzt sind es nur vereinzelte Tropfen, die Regenjacke  wie der Schirm verbleiben im Rucksack, dafür klaubt Wolfgang seine neue Lumix hervor. Mein Gerät hole ich gar nicht erst hervor – die Bilder unseres erneuten Zusammengehens sind in seinem Bericht eingeflochten. Der Asphalt wechselt auf Mergel und Wirtschaftsweg, der heute erstmalig nicht knochentrocken ist, sondern durch den ersten Regen dieses Monates feucht und klebrig! Daran müssen wir uns erst wieder gewöhnen, nach diesem Herbst der Herbste, sozusagen am letzten Tag des Novembers wird die Witterung saisongerecht. Die Wolken ihrerseits hängen tief und doch sehen wir genügend Hügel und Erhebungen, die anfänglich noch als südbadische von mir interpretiert und schliesslich doch als Sissacherflue und Farnsburg erkannt werden...Es folgen Waldabschnitte, dann erreichen wir die Flur „Gagsen“, wo Wolfgang ins Schwärmen gerät, als er die Zipfelchen und Kretchen der Gerstelflue bestimmen kann. Beim Punkt 907 verheisst das WW-Schild noch 20 Minuten zur Waldweid, das Gastschild 30.... nochmals ein paar HM, vor uns die einzigen Mitwanderer, eine Dreiergruppe, vermutlich Veteranen – sie sind jedenfalls schneller als wir! Die vor einiger Zeit renovierte Bergwirtschaft Waldweid ist über eine serpentinenreiche Strasse auch mit dem PW erreichbar, zwei grosse PP sind vorhanden und die Umgebung ist auch als LL-Zentrum bekannt. Wir entscheiden uns, wenn schon so nahe, doch dem höchsten Baselbieter einen Besuch abzustatten, deshalb folgen wir dem Südanstieg zur Hinteren Egg, nur einen Steinwurf vom Kanton Solothurn entfernt. Wir befinden uns nach wie vor unter und in den Wolken – irgendwelches Schalenwild quert uns nicht und auch sonst ist der Wald überraschenderweise still...und klamm die Finger. 

 .... während Pfaelzer die Hinteri Egg bezwingt, verweile ich am Wegweiser  und rätsle über den Hinweis bzw. die Aussage was die Zahl 175 in Bezug auf den höchsten Baselbieter bedeutet? Die rutschige Wiese hinab und hinüber zum Chellenchöpfli mit Null Sicht sowie dem nachfolgenden Abstieg Richtung Hintere Wasserfallen. Nach der Kapelle auf dem Grat, folgt man gut beschildert dem Gratweg hinauf zum Passwang, erhält durch neuerliche Rodungen hin und wieder Blicke nach Mümliswil und ahnt, was das Mittelland einen bieten könnte, hätten wir einen Sonnentag erwischt...  Irritierend ist der Umstand, dass der Aussichtspunkt Passwang auf der Karte als Vogelberg figuriert und aber auf dem Wegweiser Passwang angeschrieben ist – der Platz, der bei guten Witterung aber aufgesucht wird, liegt ein paar Meter tiefer, ist ausgestattet mit zwei Holzbänken und einem Gipfelkreuz„chen“. Eine Strasse als Sackgasse endet beim Bergrestaurant Vogelberg, wo wir uns zu Tische setzen, in die warme Stube, dem letzten Tag im Monat November, dem ersten Regentag nach fünf Wochen!  Während des Essens verabschieden sich zwei andere Gäste, wir sind die Einzigen und geniessen das Gschnetzelte mit den frischen Pommes... Die angelaufenen Fenster erlauben nur bedingt den Blick nach draussen, als wir vor die Türe treten, wirkt das tiefer gelegene Bogental wie mit Aquarellfarben versehen und vermittelt eine durchdringende Mystik. Wir steigen durch die Felspassage des Schattberges, Ketten gesichert, beim Wegkreuz am WW zwischen dem Bürtenhof und dem Geitenberg ist schon klar, dass wir uns an Reigoldswil halten werden. Und sehen dieses durch die Wolken hindurchschimmern. Beim Ängiberg ist der Boden so nass, dass Rutschgefahr besteht. Offener Wiesenhang wechselt sich ab mit steilen Laubpassagen, nach 1 ¼ h treffen wir am Ortsrand des grössten Dorfes im Tal der Hinteren Frenke, in Reigoldswil, ein. Von hier startet die einzigste  Kabinenbahn in der Nordwestschweiz hinauf auf die Jurahöhe – nicht selbstverständlich, dass es diese heute noch gibt, war doch vor einigen Jahren die Konzession ausgelaufen und die Stilllegung beinahe ein Faktum. Nochmals knapp 20 Minuten später treffen wir auf dem weitläufigen Dorfplatz ein, dessen und die andern am Wegesrand angetroffenen Dorfbrunnen ohne Wasser, doch gerade noch so viel, dass wir unsere geerdeten Schuhe noch von Ackerstollen befreien können. Mit dem Bus Nr. 70 lassen wir uns nach Liestal zurückbringen – es ist schon nach 16 Uhr, also füllt sich auch der Bus mit Werktätigen, Feierabend, die nach Hause fahren. Im Kantonshauptort von Baselland ist um die Stunde Rushhour am Bahnhof – noch verbleiben uns bis zu unseren Zügen eine halbe Stunde, die wir im Buffet de la Gare für einen Abschlusstrank nutzen. Entgegengesetzt und nur wenige Minuten zeitversetzt fahre ich zurück nach Basel und Wolfgang mit dem IR nach Zürich.
 
 .... es ist schon einige Zeit her, dass eine Wanderung mir so eine tiefe, zufriedene Müdigkeit bescherte und es ist auch einige Zeit her, dass ich so viele HM hinter mir gelassen habe. In Basel ist das Grund genug, dass ich statt des überfüllten Trams mir ein Taxi leiste und kurze Zeit später zuhause mich ins Bett fallen lasse.... 



Tourengänger: Henrik , Pfaelzer

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T2
30 Nov 11
Unterwegs in Basel-Land · Pfaelzer

Kommentare (5)


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Kik Pro hat gesagt: Wenn Du in Reigoldswil auf den Bus warten musst,
Gesendet am 8. Dezember 2011 um 22:48
gibts beim Molerbeck (Bäckerei Hartmann) ganz prima Schoggi-S.
En Guete
Kik

silberhorn Pro hat gesagt:
Gesendet am 8. Dezember 2011 um 23:00
Schmecken so fein, dass sie auch "änet em Bärg" bekannt sind.

dominik Pro hat gesagt: die 175
Gesendet am 8. Dezember 2011 um 23:09
sind die jahre seit der trennung vom kanton basel(stadt)

laponia41 Pro hat gesagt:
Gesendet am 9. Dezember 2011 um 09:31
Assoziationen: Frenke - Frenkenkaserne - Sichtern - Seltisberg. 21 lange Wochen, die mir das schöne Baselbiet damals gründlich verleidet haben. Tempi passati. TuTen aus der Gamelle. Keine GauMiau Punkte.

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. Dezember 2011 um 23:12
> Sichtern - Seltisberg

SOS .... ;-)


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